Von Yvonne Ortmann
Mittwoch, 13. Juli 2011

Kassenzettel weg? Mit Reposito sind Belege immer griffbereit – Kizoo unterstützt das Start-up

Wie viel Geld läge wohl auf dem eigenen Konto, wenn man alle defekten Geräte und kaputten Dinge seines Lebens fristgerecht umgetauscht hätte? Die Realität sieht eher so aus: Der Kassenzettel ist verschwunden, bis zur Unkenntlichkeit verblasst oder die Garantiezeit ist soeben abgelaufen. Da kommt die intelligente Lösung von Reposito (www.reposito.de) gerade recht: Mit der Smartphone-App scannt man Kassenzettel samt Produkt-Barcode ein und zeigt sie bei Reklamationen an der Kasse vor. “Über den Abgleich mit unserem Online-Archiv sind die Kassenzettel immer abrufbar, auch über den PC oder andere Endgeräte”, erklärt Gründer Philipp Hartmann. Darüber hinaus erinnert Reposito an den Ablauf von Garantiezeiten. Ein erster Investor ist bereits auf das erfolgsversprechende Konzept angesprungen: Kizoo investierte unter Beteiligung des Business Angels Joachim Berneckers einen sechsstelligen Betrag in das Karlsruher Start-up.

Die kleine Anwendung hat noch mehr drauf: Schon bald können Nutzer damit die Garantiedauer ihrer Produkte kostenpflichtig verlängern oder einen Geräteschutzbrief für besonders wertvolle Geräte abschließen. Der greift zum Beispiel bei Selbstverschuldung. Über diese Zusatzfunktionen will sich Reposito finanzieren. Letztendlich ist die spannende Frage: Werden die Händler den digitalen Kaufbeleg akzeptieren? “Wir haben ein Rechtsgutachten durchführen lassen, das einen gescannten Kassenzettel als Kaufnachweis zur Nutzung von Gewährleistung oder Garantie akzeptiert. Auch die Stiftung Warentest hat dies mehrfach bestätigt. Zudem können die Kassenzettel aus dem Online-Archiv auch gedruckt werden – falls der Händler oder Hersteller eine Papierkopie des Beleges fordert”, erklärt Hartmann. Entscheidend sei nämlich die Belegnummer, die man auch beim gescannten Kassenzettel sehen und abtippen könne. Anders als bei der Garantie sieht es bei der variablen Umtauschfrist aus: “Hier darf der Händler bestimmen, wie seine Bedingungen aussehen – beispielsweise die Rückgabe in der originalen Verpackung mit dem originalen Kassenzettel.”

Viele große Elektronikhändler wissen schon Bescheid

Trotz abgeklärter Rechtsgrundlage: In der Anfangsphase müssen sich Nutzer vermutlich auf lange Gesichter und Diskussionen mit dem Verkaufspersonal einstellen. Im schlimmsten Fall kann man die Reposito-Hotline anrufen, den Geschäftsführer verlangen oder – was man natürlich vermeiden will – den juristischen Weg gehen. Da man die Anwendung bei sehr vielen Elektronikhändlern getestet habe, wüssten die Geschäftsführer großer Händler meist Bescheid, ist Hartmann überzeugt. Langfristig gesehen wird die App hoffentlich zu einem akzeptierten Einkaufsbegleiter werden – zumal das Thema “Mobile Payment” gerade endlich in Fahrt kommt. Schon im Sommer soll die App für Android-Smartphones rauskommen, bisher haben nur iPhone-Besitzer die Chance auf Kassenbeleg-Synchronisation. In eine ähnliche Richtung wie Reposito gehen auch die Apps von meininventar (www.meininventar.de) und Garanbo (www.garanbo.de).