Kampf der Business-Netzwerke

Die networx consulting GmbH steigt mit “networx” in den Markt der Business-Netzwerke ein. “Im Gegensatz zu den herkömmlichen, nicht fokussierten Online-Massen-Plattformen wie \’Xing\’ oder \’LinkedIn\’ liegen die Wurzeln der neuen \’networx\’-Online-Community in der realen Welt – in erlebbaren, branchen- und funktionsspezifischen Fachveranstaltungen”, teilt das Unternehmen mit. Die Hamburger veranstalten nach eigenen Angaben “allein in diesem Jahr 700 Netzwerk-Treffen für Entscheider, Experten und Dienstleister”.

Neben dieser Verzahnung zwischen Offline- und Onlinewelt unterscheidet sich “networx” noch in einem weiteren Punkt deutlich von den Konkurrenten. Das Netzwerk ist unterteilt in 13 Themen-Netzwerke (unter anderem Dinner, Sales und Wissen). Die branchen- und funktionsspezifische Unterteilung ermögliche, dass sich “Gleichgesinnte” auch im Netz schnell finden können und nicht in einem großen Pool untergehen, wie bei anderen Massen-Plattformen, heißt es in der Selbstbeschreibung. Allerdings bleibt so jede Branche komplett voneinander abgeschottet.

Weitere Konkurrenz: “myCorners” und “MyVitaminB”

Neben “networx” versuchten auch andere Anbieter dem deutschen Platzhirsch “Xing” Marktanteile und Nutzer abzujagen. Mitte April ging beispielsweise “myCorners” ins Netz. Die kostenlose Networking-Plattform richtet sich nach eigenen Angaben “an Unternehmer, Freiberufler, Angestellte, Akademiker, Handwerker, Studenten, Arbeitsuchende – kurz: an Jeden, der sein Netzwerk nutzenbringend pflegen, ausbauen und sich gezielt austauschen möchte”. Ein weiterer neuer Konkurrent heißt “MyVitaminB“. Das Netzwerk startete Anfang März und “steht allen offen, die nicht nur alte Schulfreunde, sondern auch neue Arbeitgeber suchen”. Funktionen, “die sich klar von der Konkurrenz abheben”, sollen dabei der Schlüssel zum Erfolg zu sein. Gemeint sind vor allem die Firmenprofile und eine professionelle Eventverwaltung.

Marktführer “Xing” sucht derweil sein Heil in der Auslandsexpansion. Bisher sind die Hamburger nur in Deutschland stark. Zuletzt gab das börsennotierte Unternehmen die Zahl seiner Mitglieder – einschließlich der spanischen Tochtergesellschaft “eConozco” – mit 2,13 Millionen an. Bei der Übernahme Ende März hatte das spanische Netzwerk knapp 150.000 Mitglieder. Nun wird “Xing” Interesse am US-Konkurrenten “Plaxo” (15 Millionen Mitglieder) nachgesagt. “Techcrunch” kolportiert einen Kaufpreis in Höhe von 250 Millionen Dollar. Viel Geld, trotzdem führt für “Xing” kein Weg an weiteren Übernahmen vorbei. Die Hanseaten müssen im Ausland wachsen, um nicht mehr nur als rein deutsches Netzwerk gesehen zu werden.