Iuri Matsuura, Engineering Manager bei Scout24digitale-leute.de

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Dieses Interview erschien zuerst in unserem Interview-Magazin Digitale Leute. Dort schauen wir mit einer neuen, frischen Perspektive auf die deutsche Digitalszene.

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Hallo Iuri, welche Rolle hast du bei ImmobilienScout24?

Im August 2016 bin ich als Backend Engineering Manager bei ImmobilienScout eingestiegen. Seit drei Monaten bin ich Engineering Manager für das iOS-Team und sorge zum Beispiel dafür, dass das Team sich wohlfühlt und sich beruflich weiterentwickeln kann. Dazu gehört es auch, Hindernisse aus dem Weg zu räumen, auf die die Entwickler während der Entwicklung der iOS-App stoßen.

Inwiefern hast du mit technischen Aspekten bei einem Projekt zu tun?

Als Engineering Manager gehört zum Beispiel Performance Review zu meinen Aufgaben. Das bedeutet, ich versuche einzuschätzen, welchen Beitrag jeder Entwickler technisch leisten kann und inwiefern er damit auf die Kernwerte des Unternehmens einzahlt. Ohne technischen Hintergrund wäre ich dazu vermutlich nur schwer in der Lage. Das gilt auch für das Ressourcenmanagement. Ich muss verstehen, was die Entwickler da gerade bauen, ob das skalierbar und haltbar ist und wie lange das in etwa dauern wird.

Ich finde es sehr motivierend, wenn ich verstehe, woran ich arbeite und warum.

Und ich nehme von Zeit zu Zeit an Codereviews teil und beteilige mich an technischen Diskussionen.

Wie viel deiner Zeit verbringst du mit welcher Aufgabe? Bleibt Zeit zum Programmieren?

Das ist eine spannende Frage, mit der wir uns im Engineering Management immer wieder beschäftigen: Programmieren oder nicht programmieren? Bei ImmobilienScout24 entwickeln die erfahrenen Engineering Manager nicht mehr, haben aber einen sehr starken technischen Hintergrund. Je nach Team und welche Prioritäten sie sich gesetzt haben, programmieren ein paar Engineering Manager auch noch.

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Wie sieht es bei dir aus? Programmieren oder nicht mehr programmieren?

Im Moment manage ich sechs Entwickler. Die wollen mit dem Produkt und den anderen Teams ausgerichtet sein. Das heißt, mir bleibt darüber hinaus nicht mehr viel Zeit, selbst Hand anzulegen. Aber von Zeit zu Zeit blocke ich mir zwei, drei Stunden und tauche in den Code ab, um ein Feature, das wir gerade bauen, besser verstehen zu können.

Anmerkung der Redaktion: Nach dem Interview hat sich die Zahl der Entwickler, die er managt, auf zehn erhöht.

Wie ist das Team aufgebaut und in welche Struktur ist das Team eingebettet?

Das Team besteht aus dem Engineering Manager, den Softwareentwicklern und dem Product Manager. Manche Teams oder auch Squads, wie wir sie nennen, haben einen UI/UX Designer. Bei ImmobilienScout24 fallen zudem gigantische Mengen an Daten an. Darum haben einige Teams auch Datenanalysten. Der Manager der Engineering Managers ist Teil der Abteilung und heißt Head of Technology. Manche Abteilungen haben dann noch einen Head of Product, der sich um die Produkt-Leute kümmert. In unserer Abteilung sind zum Beispiel sechs Teams.

Verstehe ich das also richtig, dass ihr nicht nach Scrum arbeitet?

Das stimmt, wir folgen nicht Scrum, haben also keinen Product Owner, Scrum Master und so weiter. Dennoch arbeiten wir agil. Meine Rolle ist ein bisschen eine Mischung aus allem: Ein bisschen was vom Management, da wir die Leute zu managen haben, ein bisschen was von Produkt, da wir Technologie verstehen müssen und es Teil des Produkts ist. Und ein bisschen die Rolle eines Scrum Masters, weil man Teil des Entwicklungsprozesses ist und zum Beispiel wie ein Scrum Master Hindernisse beseitigt.

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Kannst du uns an einem Beispiel zeigen, welche Rolle du bei der Produktentwicklung spielst?

Ein Projekt, an dem ich zuletzt gearbeitet habe, ist der Homescreen der iOS-App von ImmobilienScout24. Als ich vor drei Monaten dem iOS-Team beigetreten bin, war der Prozess für die Entwicklung des Homescreens schon im Gange, was bedeutet, dass schon ein Refactoring des Codes stattgefunden hatte, um den Homescreen technisch zu ermöglichen. Da ging es darum, neue Libraries einzuführen und eine SDK bereitzustellen.

Was war die Ausgangshypothese für die Erstellung eines Homescreens?

Eine der KPIs des Teams ist die Anzahl der Nutzer-Sitzungen. Wenn du dir die iOS-App herunterlädst, ist das Erste, was du siehst, ein Suchfeld. Das animiert den User jetzt nicht unbedingt, besonders aktiv zu sein. Wir haben uns also überlegt, wie wir das über Personalisierung verbessern können, damit der Nutzer, wenn er zurück in die App kommt, sagt: Oh, da wurde was für mich bereitgestellt. Unsere Annahme ist, dass der Nutzer dadurch in der App aktiver ist und öfter zurückkommt, weil er merkt, dass wir für ihn arbeiten, auch wenn er sich nicht in der App bewegt. Das war die Idee hinter dem Homescreen.

Welche Aufgabe hattest du in diesem Projekt?

Meine Hauptaufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass ein Projekt rechtzeitig fertiggestellt wird. Wenn wir aber erst mal einen Schritt zurückgehen – und hier war ich beim Homescreen nicht beteiligt, weil ich erst später hinzugekommen bin –, dann muss ich schon im Voraus sicherstellen, dass die Technologien, die wir für das Projekt verwenden, dafür geeignet sind. Es kommt vor, dass wir eine Projektidee haben, sie aber nicht umsetzen können, weil es technologisch nicht möglich ist.

Lesen Sie das vollständige Interview hier: Iuri Matsuura, Engineering Manager bei Scout24

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