Christian Vino, Software Developer bei pro.volutiondigitale-leute.de

Von

840px__IMG_6715-Bearbeitet

Dieses Interview erschien zuerst in unserem Interview-Magazin Digitale Leute. Dort schauen wir mit einer neuen, frischen Perspektive auf die deutsche Digitalszene.

—–

Hallo Christian, was ist dein offizieller Titel bei der pro.volution?

Mein offizieller Titel ist Software Developer. Aber auf Titel habe ich nie großen Wert gelegt. Ich bin hier einfach Dev. Vollblut-Dev.

Um welche Tickets kümmerst du dich bei der pro.volution?

Bei pro.volution entwickeln wir individuelle Applikationen im Web-Bereich. Dabei nutzen wir vor allem das Webframework Symfony. Ich kümmere mich also hauptsächlich um Dev-Tickets, zum Beispiel wenn es um die API oder das React-Frontend geht, aber auch um die Konzeption und die Bug-Tickets. Ich denke, das sind etwa sechzig Prozent Entwickler-Tickets und zwanzig Prozent Konzeption, was meiner Meinung nach aber noch immer zu wenig Konzeption ist.

Außerdem habe ich immer wieder auch mit Kundensupport zu tun. Durch meine Selbstständigen-Zeit ist das aber kein Problem für mich.

840px__IMG_6502
840px__IMG_6509
840px__IMG_6758

Inwiefern?

Es gibt zum Beispiel die Situation, bei der man sich als Entwickler denkt: Sag dem Kunden doch einfach, dass das gemacht werden muss und es nicht anders geht. Aus meiner Zeit als Selbstständiger weiß ich aber, dass das eine Frage der Kosten ist und der Kunde Abhängigkeiten hat, die sich nicht so einfach auflösen lassen. Die Selbstständigkeit lehrt einen, kaufmännischer zu denken und die Kundenseite besser zu verstehen. Darum finde ich, dass jeder Entwickler mal Erfahrungen als Selbstständiger gemacht haben sollte.

Ich finde, jeder Entwickler muss mal Erfahrungen als Selbstständiger gemacht haben.

Wie lange warst du selbstständig?

Vier Jahre.

War deine Selbstständigkeit Teil des Plans oder wie hat sich deine berufliche Karriere entwickelt?

Mein Plan war, irgendwas mit Computern zu machen. Erst hatte ich einen Amiga, auf dem ich nur gespielt habe. Dann einen Pentium 200 MMX, auf dem ich angefangen habe, ein paar Kleinigkeiten zu programmieren. Damit ging es eigentlich los. Ich bin kein Typ für ein Studium. Darum sagte ich mir, ich gehe zum Bund und bewerbe mich parallel für eine Ausbildung. Die Ausbildung war schneller. So fing ich bei einem IT-Systemhaus in Bonn, einer Tochterfirma der Telekom, meine Ausbildung zum Software Engineer an.

Dann ging es zum Bund?

Nein, ich hatte Glück. Das war genau zu der Zeit, zu der der Wehrdienst abgeschafft wurde.

Wie ging es dann weiter?

Meine nächste Station war Sipgate in Düsseldorf. Das waren die Anfänge von Scrum. Sipgate war im Vergleich zur Telekom superspannend für mich, weil es ganz andere Strukturen waren. Ich lernte Scrum kennen und war in der Mobilfunk-Core-Netzentwicklung und da im Backend involviert. Da ging es darum, zu lernen, wie das GSM-Netz funktioniert.

Dann kamen zwei Freunde auf mich zu und wollten was starten. Meistens, wenn einem eine Idee vorgetragen wird, dann ist die Idee eher halbherzig und nicht zu Ende gedacht. Ich bin ja eigentlich nicht so risikobereit. Aber die beiden haben mich dann überzeugt. Es ging um eine App, LikeYou hieß die, mit der du mit GPS Studenten in deiner Nähe finden konntest.

Ich habe mir Urlaub genommen und wir testeten ein bisschen rum. Und dann hieß es All-in und wir haben eine Firma gegründet.

Was waren deine Learnings aus der Startup-Zeit?

Das Wichtigste war tatsächlich: einfach machen. Für mich habe ich gelernt: Man muss reden können. Ich glaube, ein Dev, der nicht redet, muss viel Glück haben, etwas zu schaffen. Ich habe gelernt, aus meiner Rolle herauszugehen und mit Investoren über Finanzierung zu sprechen. Das ist schon der Wahnsinn, welchen Outcome, welche Vorteile und Opportunities sich daraus ergeben.

840px__IMG_6512

Wie bist du dann zu pro.volution gekommen?

Gegen Ende des Startups haben wir viel als Agentur gearbeitet und da war ich in einem Projekt hier bei pro.volution involviert. Als Gero Duppel, der Geschäftsführer, mich dann fragte, ob ich nicht hier anfangen möchte, war die Sache klar. Ich war von Anfang an gut integriert.

In welches Projekt bist du aktuell involviert?

Ich bin so gut wie hundert Prozent bei unserem Kunden GS1 Germany involviert. Um zu verstehen, was wir für GS1 Germany machen, muss man verstehen, was deren Geschäft ist. Die GS1 Germany ist eine akkreditierte Agentur der GLEIF, um in Deutschland LEIs auszugeben. Das sind Legal Entity Identifier, eine eindeutige Kennung, könnte man sagen, mit der man sich weltweit als Unternehmen für Finanz-Transaktionen authentifizieren kann.

Wir bauen das System, mit dem Unternehmen sich eine LEI bestellen und verwalten können. Dies ist bei der GS1 ein neuer Geschäftsbereich, der gerade im Aufbau ist. Die meisten kennen GS1 Germany als Dienstleister für den Handel, sie verwalten die EAN Code Vergabe.

Maker:S,Date:2017-9-19,Ver:6,Lens:Kan03,Act:Lar02,E-ve
Maker:S,Date:2017-9-19,Ver:6,Lens:Kan03,Act:Lar02,E-ve

Wie ist das System aufgebaut?

Das Frontend wird mit Typo3 und einer React App betrieben. Mit einem Formular bestellen Kunden eine LEI. Davon gibt es eine Verbindung zu unserer API, die aus einer Symfony-Applikation besteht, dem Kernsystem, das alle Systeme miteinander verbindet. Von der Applikation gibt es dann eine Anbindung an das CRM-System von GS1. Wir haben da eine MySQL-Datenbank und eine Elasticsearch-Instanz, um die Suche ein wenig schneller zu gestalten. Und dann gibt es noch den Export an die GLEIF beziehungsweise den Import von der GLEIF. Denn über GS1 Germany kann global nach LEIs gesucht werden. Das Formular selbst ist ja relativ einfach. Aber die Deployments werden durch die Prozesse dahinter und die States recht komplex.

Wie oft deployed ihr?

Schon so zweimal am Tag. Aber es kommt immer auf die Anforderung an. Wir versuchen zu deployen, ohne dass etwas kaputt geht. Darum geht es erst mal auf die Testumgebung, auf die auch der Kunde Zugriff hat. Wir nutzen dabei für das Typo3-System mit den React-Formularen ein eigenes Repo und für die API in Symfony auch ein eigenes. Bei Letzterem haben wir auch eine CI angeschlossen.

Lesen Sie das vollständige Interview hier: Christian Vino, Software Developer bei pro.volution

Bewertung:
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Loading...Loading...

Aktuelle Meldungen

Alle

#DealMonitor Takeaway kauft Foodarena – und alle Deals des Tages

Takeaway kauft Foodarena – und alle Deals des Tages
Freitag, 22. Juni 2018 ds-Team

Im aktuellen #DealMonitor (22. Juni), unserer täglichen Übersicht über alle Deals und Exits in der DACH-Region, gibt es wieder alle Deals der letzten 24 Stunden! Delivery Hero etwa verkauft seinen Schweizer Ableger an Takeaway.com.

15 Fragen an Dirk Owerfeldt Gründen? Selbstverantwortung! Selbstverwirklichung!

Gründen? Selbstverantwortung! Selbstverwirklichung!
Freitag, 22. Juni 2018 Alexander Hüsing

“Im Firmen-Marketing ist PR sehr wichtig. Doch was nutzt der bekannteste Name, wenn das Unternehmen am Markt scheitert? Deshalb sind im B2B-Bereich vor allem ein gutes, ausgefeiltes Produkt und professioneller Service essenziell”, sagt Dirk Owerfeldt, Gründer von Gastrofix.

#DealMonitor Silexica bekommt 18 Millionen – und alle Deals des Tages

Silexica bekommt 18 Millionen – und alle Deals des Tages
Donnerstag, 21. Juni 2018 ds-Team

Im aktuellen #DealMonitor (21. Juni), unserer täglichen Übersicht über alle Deals und Exits in der DACH-Region, gibt es wieder alle Deals der letzten 24 Stunden! Darunter: Baze sammelt Kapital ein. Zudem bekommt talpasolutions 1,5 Millionen.

#Zahlencheck Lesara: Zahlensalat pur! Rohertrag nur 24,7 Millionen

Lesara: Zahlensalat pur! Rohertrag nur 24,7 Millionen
Donnerstag, 21. Juni 2018 Alexander Hüsing

Der Lesara-Jahresabschluss für 2016 ist da! Der Zahlensalat um das Startup wird dadurch nur noch schlimmer. Der Rohertrag des Unternehmens lag damals bei 24,7 Millionen Euro. Im Vergleich zu 2015 ein Wachstum in Höhe von 254 %.

App für den Schulalltag Scoolio aus Dresden: Schon 175.000 Schüler machen mit

Scoolio aus Dresden: Schon 175.000 Schüler machen mit
Donnerstag, 21. Juni 2018 Alexander Hüsing

“In den vergangenen Monaten haben wir unser Geschäftsmodell sukzessive weiterentwickelt. Inzwischen nutzen wir die Datentiefe, um Angebote zur Berufs- und Ausbildungsorientierung zielgenauer an interessierte Schülern zu adressieren”, sagt Mitgründer Danny Roller.

#DealMonitor 16 Millionen für Blinkist – und alle VC-Deals des Tages

16 Millionen für Blinkist – und alle VC-Deals des Tages
Mittwoch, 20. Juni 2018 ds-Team

Im aktuellen #DealMonitor (20. Juni), unserer täglichen Übersicht über alle Deals und Exits in der DACH-Region, gibt es wieder alle Deals der letzten 24 Stunden! Darunter: Das Stuttgarter Startup VirtualQ sammelt Millionensumme ein.

#Zahlencheck Verlust von N26 steigt um 214,1 % – auf 14,7 Millionen

Verlust von N26 steigt um 214,1 % – auf 14,7 Millionen
Mittwoch, 20. Juni 2018 Alexander Hüsing

Wir werfen einen Blick in den Jahresabschluss der Startup-Bank N26 für das Jahr 2016. Demnach lag der Jahresfehlbetrag des Startups vor zwei Jahren bei 14,7 Millionen Euro – im Vergleich zum Vorjahr (4,7 Millionen) ein Plus von 214,1 %. Das Wachstum auf zuletzt 1 Millionen Kunden dürfte somit teuer erkauft sein.

Eversports: Vom holprigen Start zum Millioneninvestment

Eversports: Vom holprigen Start zum Millioneninvestment
Mittwoch, 20. Juni 2018 Alexander Hüsing

“Die Idee zu Eversports wurde geboren, als ich in Klagenfurt, durch Recherche erfahren habe, wie viel die Stadt an Sportaktivitäten zu bieten hat. Gleichzeitig habe ich jedoch gemerkt, dass nur Wenige von dieser Vielfalt wissen”, sagt Mitgründer Hanno Lippitsch.

#DealMonitor 11,5 Millionen für abracar – und alle VC-Deals des Tages

11,5 Millionen für abracar – und alle VC-Deals des Tages
Dienstag, 19. Juni 2018 ds-Team

Im aktuellen #DealMonitor (19. Juni), unserer täglichen Übersicht über alle Deals und Exits in der DACH-Region, gibt es wieder alle Deals der letzten 24 Stunden! Darunter: Allianz X investiert 11,5 Millionen Euro in abracar. Crate.io bekommt zudem 11 Millionen US-Dollar.

Interview “Mit Geschwistern kann man offener kommunizieren”

“Mit Geschwistern kann man offener kommunizieren”
Dienstag, 19. Juni 2018 Alexander Hüsing

“Wir sind von Hause aus mit sehr ähnlichen Werten und der gleichen Leistungsbereitschaft ausgestattet – was die Zusammenarbeit enorm erleichtert”, sagt Pauline Koehler, die WeddyPlace gemeinsam mit ihrem Bruder Daniel Koehler hochzieht.