André Hoendgen, Senior Web Developer bei Justixdigitale-leute.de

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Digitale Leute - André Hoendgen - Justix - André Hoendgen im Photoshooting mit Digitale Leute Photograph Thomas Riedel.

Dieses Interview erschien zuerst in unserem Interview-Magazin Digitale Leute. Dort schauen wir mit einer neuen, frischen Perspektive auf die deutsche Digitalszene.

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Hallo André, welche Rolle hast du bei Justix?

Als Web Developer kümmere ich mich mit meinem Team um das komplette Frontend der Webseite, also all das, was der Kunde sieht. Außerdem sind wir für das Backoffice unseres CRMs verantwortlich. In unserem CRM für unser Produkt „HelloLaw“ arbeiten die Call Center Agents und die Legal Advisors aus Holland.

Wie viele Entwickler arbeiten bei Justix?

Wir haben etwa vier Backend-Entwickler, vier Ops-Leute, die sich um die Infrastruktur kümmern, und zwei, die an der Webseite arbeiten. Jan, der Designer, ist für die User Experience zuständig und läuft bei den Sprints mit. Die Grenzen verwischen sich bei uns ein bisschen, denn uns ist es wichtig, dass die Frontend-Developer etwas von DevOps verstehen. Sie müssen nicht gleich die ganze Infrastruktur aufbauen oder sich ums Load Balancing kümmern. Aber man sollte die ganze Struktur kennen. Es macht keinen Sinn, jedes Mal jemanden von den Ops-Leuten anzuhauen, weil man irgendein PHP-Paket per Dockerfile installieren möchte. Wir setzen daher auch auf Immutable Deploys.

Digitale Leute - André Hoendgen - Justix - Jeden Morgen um 10 Uhr trifft sich das Team zum Standup, eigentlich aber in einem Raum mit Beamer und über Google Hangouts. Die Situation hier ist gestellt.
Digitale Leute - André Hoendgen - Justix - Noch befindet sich Justix im Mediapark 5 - der Umzug soll aber noch 2017 starten, denn die Räume werden langsam knapp.

Was sind Immutable Deploys und warum habt ihr euch für die entschieden?

Bei Immutable Deploys geht es darum, die Application Container nicht mehr zu verändern, nachdem diese auf den Host-Systemen deployed wurden. Um diese Container zu erzeugen, arbeiten wir mit Docker. Das ermöglicht es uns, recht einfach einen Überblick über alle Änderungen zu haben. Alles, was dort passiert, liegt als Code in unserer Versionsverwaltung.

Wenn wir etwas an den Containern verändern möchten, ändern wir die zugrunde liegenden Dateien und erzeugen neue Container, welche die alten austauschen. So ist es nicht mehr nötig, unnachvollziehbar direkt per SSH auf den einzelnen Systemen zu arbeiten.

Welche Rolle kommt Dir im Team zu?

Ich sorge für einen vernünftigen Aufbau der Software-Architektur und bin auch als Feuerwehr unterwegs, wenn wir relativ zügig etwas gefixt haben wollen. Ein anderer Teil meiner Aufgabe ist es, mich um die anderen Entwickler zu kümmern. Ich kümmere mich zum Beispiel um den Onboarding-Prozess, den wir für neue Entwickler so einfach wie möglich halten wollen. Ich erkläre dann, wie wir uns das alles vorstellen und wie unser System aufgebaut ist. Uns ist wichtig, dass die Entwickler sich immer weiter fortbilden. Dementsprechend wechseln wir demnächst von Symfony 3.3 auf 3.4. Symfony Flex nutzen wir als Tool, um das Symfony-Framework zusammenzubauen.

Digitale Leute - André Hoendgen - Justix - 35% seiner Arbeitszeit verbringt der Senior Developer André im Gespräch mit seinen Kollegen.
Digitale Leute - André Hoendgen - Justix - André und ein Kollege im Gespräch im Office von Justix im Kölner Mediapark.

Wie häufig bist du im Gespräch mit dem CTO?

Eher weniger. Ich stimme mich viel mit unserem Product Owner Chris ab. Er ist der Puffer zwischen Entwicklungsteam und dem C-Level. So hat man dann Luft zu programmieren.

Wie viel programmierst du?

Momentan so ungefähr 65 Prozent. Wobei es dabei weniger um Programmieren, sondern ums Entwickeln geht. Denn es gibt ja auch Phasen, in denen man nur mit Planen beschäftigt ist, bevor es an die Umsetzung geht. Den Rest der Zeit bin ich als einziger Senior Developer mit dem Team beschäftigt.

Woran arbeitest du aktuell? Was sind die größten Baustellen?

Momentan befinden wir uns ein wenig im Umbruch. Ich bin zum Team kurz vor dem Live-Gang hinzugestoßen und da musste erst mal relativ viel glattgezogen werden. Weil es zum Launch vor allem schnell gehen musste, ist nicht alles optimal gelaufen. Das merken wir jetzt zum Beispiel am Check-out-Prozess, bei dem wir den Point-of-no-Return erreicht haben.

Dann haben wir noch das Web-Office, was eine eigene Applikation ist, und über das unser Call Center und die Legal Advisors telefonieren. Da hatten wir auch einiges zu tun, weil die Plattform, die wir dafür ausgewählt hatten, nicht optimal war. Webseite, Check-out und Web-Office sind drei separate Systeme und wir sind gerade dabei, die Architektur aufzuräumen.

Digitale Leute - André Hoendgen - Justix - Teile des Teams von André Hoendgen arbeiten remote.
Digitale Leute - André Hoendgen - Justix - Der Senior Developer André Hoendgen an seinem Arbeitsplatz im Mediapark 5 in Köln.
Digitale Leute - André Hoendgen - Justix - André arbeitet mit dem Mac, da ihm das ein guter Kompromiss zwischen Windows und Linux ist.

Wie geht ihr an ein Problem heran?

Ich kann das ja mal am Check-out erklären. Wir haben gemerkt, dass es sich nicht mehr lohnt, am aktuellen System zu arbeiten, und beschlossen, das alte System Schritt für Schritt zu ersetzen.

Was genau war denn das Problem mit dem Check-out?

Wir hatten den Check-out komplett mit Event Sourcing gebaut, was eine ganz nette Technik ist, um alles zu entkoppeln. Das Problem lag bei der Implementierung. Das äußerte sich so, dass du beim Check-out ein Produkt in den Warenkorb legst, bezahlst und dann geht nachher ein Callback raus, um zum Beispiel eine Subscription zu erstellen. Wenn du aber einen bestimmten Teil anders haben willst, der abhängig von einem bestimmten Teil der Subscription ist, dann ging das nicht. Wir mussten es irgendwie möglich machen, dass du am Anfang schon weißt, wo du am Ende landest, was bei einigen Konstellationen aber nicht möglich war.

Wie seid ihr weiter vorgegangen?

Wir haben die alten Planungsunterlagen genommen und sind nochmals alles durchgegangen. Dabei haben wir uns gefragt, was davon funktioniert hat, was wir gerne hätten, und haben dann angefangen zu planen. Das geht dann über den CTO, den CEO und das Marketing, die natürlich auch ihr Feedback geben. Wir sammeln alle Informationen und schneiden daraus dann die Stories.

Bist du bei diesem Schritt schon dabei?

Da noch nicht. Später aber, wenn es darum geht zu schauen, ob die Stories eine brauchbare Größe haben. Wir sagen, wir wollen keine Stories, die mehr als 20 Story Points haben. Das ist eigentlich auch schon zu viel, weil du während des Sprints keinen Fortschritt sehen kannst.

Nachdem wir alles durchgeguckt und sichergestellt haben, dass alle Informationen vorhanden sind, geht es in die Sprint-Planung.

Digitale Leute - André Hoendgen - Justix - Aktuell ist Justix im Coworkingspace und Inkubator Startplatz untergebracht.

Dafür haben wir alle zwei Wochen immer mittwochs den ganzen Tag eingeplant, an dem wir uns zusammensetzen und dem Product Owner und dem Business Analyst die Stories vorstellen: Wie heißt die Story eigentlich? Was soll darin gemacht werden? Was ist wirklich Out of Scope? Wichtig ist, dass die Story nicht zu groß wird, auch nicht in den Köpfen der einzelnen Entwickler. Wir bewerten die Stories nach Komplexität und wenn wir merken, dass die Abweichungen zu groß sind, dann diskutieren wir darüber, warum das so ist. Das ist im Grunde der erste Teil der Sprint-Planung.

Lesen Sie das vollständige Interview hier: André Hoendgen, Senior Web Developer bei Justix

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