Adrienne Ossko, Product Lead Photography bei EyeEmdigitale-leute.de

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Digitale Leute - Adrienne Ossko - EyeEm - Adrienne im EyeEm Office in Berlin.

Dieses Interview erschien zuerst in unserem Interview-Magazin Digitale Leute. Dort schauen wir mit einer neuen, frischen Perspektive auf die deutsche Digitalszene.

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Hallo Adrienne, welche Aufgabe hast du bei EyeEm?

Bei EyeEm bedienen wir zwei Usergruppen: Die Creator, also Fotografen und Videografen, die Content produzieren. Und die Buyer, das sind Agenturen und Firmen, die unsere Fotos lizenzieren. Ich bin für die Creator zuständig und verantworte die Entwicklung unserer iOS und Android Apps sowie den Teil der Web Plattform, der für Creator bestimmt ist. Dazu arbeite ich mit einem Team aus Entwicklern, Designern und QA-lern zusammen.

Wie viele Entwickler sind das?

Zwei iOS-Entwickler, zwei Android-Entwickler und zwei Web Frontend-Entwickler.

Das sind gar nicht so viele.

Ja, das liegt daran, dass wir keine Feature-Teams haben, sondern ein separates Backend-Team. Für größere Projekte bei denen es Backend Abhängigkeiten gibt, werden einzelne Backend-Ressourcen dem Projekt zugeteilt und wir arbeiten dann in einem zeitlich begrenzten “Cross-Functional-Team” zusammen.

Wie lässt sich deine Rolle hier bei EyeEm zusammenfassen?

Produktmanagement ist einer der wenigen Bereiche in der Produktentwicklung, bei dem man von Anfang bis Ende im kompletten Prozess involviert ist. Der allererste Schritt besteht darin, zu verstehen, was beim User los ist. Ich würde sagen, User-Feedback ist das Wichtigste über die komplette Produktentwicklung, über den ganzen Zyklus hinweg. Darum ist ein ganz wichtiger Bestandteil meiner Arbeit, mit Usern in Kontakt zu kommen und von ihnen zu lernen. Was sind die Bedürfnisse der User? Wie schaffen wir es, als Produkt-Team Lösungen für die User zu finden?

User-Feedback ist das Wichtigste über die komplette Produktentwicklung, über den ganzen Zyklus hinweg.

Meine Aufgaben variieren stark. Je nachdem woran ich gerade arbeite, kann es vor dem Release schon mal turbulent werden.

Digitale Leute - Adrienne Ossko - EyeEm - Adriennes Arbeitsplatz bei EyeEm in Berlin.

Digitale Leute - Adrienne Ossko - EyeEm - Adrienne Ossko, Product Lead Photography bei EyeEm hat zwar einen festen Arbeitsplatz, setzt sich aber gerne zu den anderen Teams.

Wann bist du im Büro?

Mein Wecker klingelt um 7.10 Uhr und nach dem Frühstück bin ich gegen 9 Uhr im Büro. Ich komme gerne mit dem Rad zur Arbeit, weil das ein schöner Start in den Tag ist.

Das Erste, was ich dann mache, ist in Amplitude einen Blick auf die Analytics zu werfen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, ob sich alles im Normalbereich bewegt oder ob’s irgendwo brennt. Um 10.30 Uhr geht es mit den ersten Standups los. Dadurch, dass ich iOS und Android betreue, machen wir nicht jeden Tag ein Stand-up. Es ist eher so, dass wir Ad-hoc-Meetings aufsetzen, wenn etwas anliegt. Es muss ja auch nicht alles zu sehr in Prozesse übergehen. Gerade bei kleinen Teams kann das auch mal kontraproduktiv sein.

Nutzt ihr Scrum oder Kanban?

Wir arbeiten nach einem typischen Scrum-Prozess mit Sprint Planning, Stand-ups, Retros und alles was dazu gehört. Allerdings haben wir keinen Scrum Master, sondern unser QA-ler im Team übernimmt ein paar Aufgaben des Scrum Masters. Er stellt sicher, dass in Jira alles auf dem aktuellen Stand ist, die Sprints gestartet werden und Jira nach unseren Bedürfnissen konfiguriert ist. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Teams mit Scrum Master sehr gemütlich werden. Denn der Scrum Master kümmert sich schon. Wenn wir jemand Neues einstellen würden, dann wäre das kein Scrum Master.

Digitale Leute - Adrienne Ossko - EyeEm - Adrienne Ossko steht an einem Konzept-Tisch im Grooßraumbüro bei EyeEm, in dem sie auch ihren Arbeitsplatz hat.

Digitale Leute - Adrienne Ossko - EyeEm - Beim täglichen Standups geht es darum Probleme aus dem Weg zu räumen und alle auf den aktuellen Stand zu bringen.

Digitale Leute - Adrienne Ossko - EyeEm - Beim daily Standup gleichen die Teammitglieder sich ab und besprechen Probleme.

An welchem Projekt arbeitet ihr gerade?

Wir sind gerade an einem sehr wichtigen Projekt für uns und heute ist sogar der Launch-Day.

Da habe ich mir ja den richtigen Tag für das Interview ausgesucht.

Absolut. Wir haben allerdings schon gestern mit dem staged Rollout angefangen. Seit iOS 11 ist das nun ja auch endlich auf iOS möglich. Man launcht die App nicht an alle User gleichzeitig, sondern rollt sie Stück für Stück aus. Die Entwickler sind gerade dabei, die Crash-Rates zu analysieren.

Um was geht es bei diesem Launch?

Wir haben den kompletten Foto-Upload-Flow überarbeitet. Für EyeEm als Plattform für Fotografen ist dies das wichtigste Feature der App. Die User posten ihre Fotos und optimieren sie während dem Upload für den Market. Der Flow muss einfach einwandfrei funktionieren und sowohl auf die Bedürfnisse der User als auch auf unsere Unternehmensziele angepasst sein. Zum Beispiel verkaufen sich Fotos besser, wenn sie die richtigen Keywords und Angaben zur Location enthalten. Es ist unsere Aufgabe den Foto-Upload so zu konzipieren, dass User diese Angaben ohne viel Mühe und zum Teil mit Hilfe unserer Computer Vision Technologie ergänzen können.

Welches Tool nutzt du, um die KPIs zu messen?

Amplitude ist das Tool, das wir nutzen, um zum Beispiel den Foto-Upload Funnel zu analysieren. Ich liebe es! Früher haben wir Localytics benutzt und erst vor Kurzem sind wir umgestiegen. Damit kann man super die unterschiedlichen Nutzer analysieren. Welche User nutzen den Uploader und wie? Android-User, iOS-User, User aus unterschiedlichen Ländern, User, die mehr auf den „Market“ fokussiert sind, User, die sich auf die Community konzentrieren. Das gilt es zu verstehen.

Digitale Leute - Adrienne Ossko - EyeEm - Adrienne geht mit einem Designer Mockups durch.

Digitale Leute - Adrienne Ossko - EyeEm - Testing direkt auf dem Smartphone ist auch bei EyeEm unerlässlich.

Digitale Leute - Adrienne Ossko - EyeEm -

Wie seid ihr bei diesem Projekt vorgegangen? Was waren die erste Schritte?

Bei uns beginnt jedes Projekt mit einem One-Pager in Confluence, in dem wir unsere „expected Results“ beschreiben, um abschätzen zu können, wann ein Projekt erfolgreich ist. Und auch, um es priorisieren zu können. Erst dann kann es losgehen.

Für größere Projekte wie bei diesem, starten wir fast immer mit einer umfassenden Research Study des bestehenden Produkts. Zum einen untersuchen wir die quantitativen Daten, um das Userverhalten von unterschiedlichen Personas im Detail zu verstehen. Dies passiert auch wieder mit Hilfe von Amplitude und in enger Zusammenarbeit mit dem Data Team.

Da geht es zum Beispiel darum zu verstehen, welche Usergruppe unser Produkt in welcher Art nutzt und welche Probleme die Usergruppen haben.

Ein zweiter Teil ist der qualitative User-Research zusammen mit dem UX- und Design-Team. Dieser Teil ist etwas aufwändiger und man muss gut vorbereitet sein. Hierzu laden wir Community-Mitglieder zu uns ins EyeEm Office ein und versuchen anhand von Interviews und Fokus Gruppen ganz genau zu verstehen, wie die User unser Produkt nutzen und auf welche Herausforderungen und Probleme sie stoßen. Wichtig ist dabei auch, die Unterschiede bei den verschiedenen Usergruppen zu erkennen. Des Weiteren haben wir zum Beispiel Google Forms genutzt, um Questionnaires an unsere Core-User rauszusenden. Von ihnen bekommen wir oft sehr hilfreiches Feedback. Diese Phase kann je nach Projekt bis zu 2 Wochen dauern. Die Ergebnisse haben wir erst gemeinsam in Google Drive erarbeitet und später in Confluence zusammengefasst. Confluence ist für alles unser Place to go.

Wann geht es mit ersten Konzepten los?

Direkt nach dem User-Research, und zwar mit einem Konzept-Sprint, einem Google Design Sprint, den wir für uns angepasst haben. Hier werden alle Stakeholder mit einbezogen.

Wieso habt ihr den Google Design Sprint angepasst?

Wir haben festgestellt, dass am Freitag, also dem letzten Tag des Design-Sprints, unsere Prototypen zu limitiert und die Interviews zu schlecht strukturiert waren, um sinnvoll testen zu können. Wir mussten den Testern zu viel erklären was für unnatürliche Bedingungen gesorgt hat. Wir machen den User-Test jetzt meist an zwei Tagen erst in der Woche darauf. Je nach Projekt kann ein Konzept-Sprint auch mal nur drei Tage lang sein.

Außerdem waren die Teams viel zu groß. Unser Team beim Foto-Uploader-Konzept-Sprint bestand aus fünf Personen. Das war eine gute Größe.

Das vollständige Interview lesen Sie auf Digitale Leute: Adrienne Ossko, Product Lead Photography bei EyeEm

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