
#Gastbeitrag
Warum viele Startups ihre Energie falsch einsetzen
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Manager Content & SEO/GEO (m/w/d) |
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Data Center Chief Engineer, DCEO |
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Senior Online Marketing Manager:in |
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SEO & Content Manager (m/w/d) |
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Digital Marketing Specialist (m/w/d) |
Viele Startup-Probleme sehen auf den ersten Blick eindeutig aus.
Zu wenig Leads? Mehr Marketing.
Zu wenig Umsatz? Besserer Vertrieb.
Zu viele Diskussionen? Klarere Prozesse.
Investoren springen nicht an? Pitchdeck überarbeiten.
Alles dauert zu lange? Härter und Länger arbeiten.
Das kann richtig sein. Muss es aber nicht.
In meiner Arbeit mit Gründerteams sehe ich immer wieder ein Muster: Das sichtbare Problem ist oft nicht die eigentliche Ursache. Es ist nur das Symptom.
Und wenig ist teurer als eine gute Lösung für das falsche Problem.
Mehr Aktivität löst keine Unklarheit
Startups sind selten zu langsam, weil sie zu wenig tun. Viele tun eher zu viel: Features testen, Decks umschreiben, Sales-Kampagnen starten, Pricing diskutieren, Website-Texte optimieren.
Von außen wirkt das nach Energie. Von innen fühlt es sich oft nach Fortschritt an.
Aber Aktivität ist nicht dasselbe wie Klarheit.
Ein Team hat ein erklärungsbedürftiges Produkt, aber der Vertrieb funktioniert nicht. Die naheliegende Lösung: mehr Outbound, bessere Pipeline, gezieltes Verkaufstraining.
Manchmal liegt die Ursache allerdings tiefer: Das Team kann nicht in einem einfachen Satz sagen, für wen das Produkt welches dringende Problem besser löst als bestehende Alternativen.
Dann ist Sales nicht das Kernproblem. Sales macht sichtbar, dass die Relevanz nicht sauber geklärt ist.
Wenn Gründer dasselbe sagen und Unterschiedliches meinen
Zwei Gründer geraten immer wieder aneinander. Nicht über das Produkt, sondern über Tempo, Einsatz und Verfügbarkeit. Schnell lautet die Diagnose: Wir sind einfach unterschiedliche Typen.
Vielleicht stimmt das. Vielleicht aber auch nicht.
Manchmal wurde nie geklärt, was „Commitment“ konkret bedeutet: immer erreichbar sein, abends nochmal reagieren, jedes Wochenende nachlegen? Oder volle Verantwortung übernehmen, aber mit klaren Grenzen?
Alles kann legitim sein. Aber es sind unterschiedliche Erwartungen an dasselbe Unternehmen.
Wenn Gründer glauben, dieselbe Vision zu teilen, darunter aber unterschiedliche Bilder von Einsatz, Risiko und Belastung verstehen, taucht der Konflikt später operativ wieder auf: bei Entscheidungen, Hiring, Finanzierung und Tempo.
Dann ist „wir passen nicht zusammen“ nicht zwingend die Ursache. Vielleicht wurde nur nie klar genug über grundlegende Erwartungen gesprochen – weil jeder davon ausgeht, der andere verstehe darunter dasselbe.
Fünf Symptome, die tiefer liegen können
Bei frühen Startup-Problemen hilft deshalb nicht nur die Frage: „Was müssen wir jetzt tun?“
Besser ist: Welche Grundlage ist nicht klar genug, sodass dieses Problem überhaupt entsteht?
Uneinheitliche Story: Wenn Gründer, Website, Pitchdeck und Sales-Gespräch unterschiedlich erklären, worum es geht, fehlt häufig eine geteilte Richtung oder eine klare Relevanzlogik.
Schwacher Markt-Zug: Wenn viele Menschen ein Produkt interessant finden, aber kaum jemand handelt oder zahlt, kann das bedeuten, dass das Problem für die Zielgruppe nicht dringend genug ist.
Hängende Entscheidungen: Wenn alles immer wieder bei denselben Personen landet, sind oft Verantwortung, Rollen und Entscheidungsrechte nicht sauber geklärt.
Viel Aktivität, wenig Fortschritt: Wenn ständig neue Themen starten, aber nichts wirklich durchbricht, fehlt häufig nicht Motivation, sondern Fokus.
Überraschung unter Druck: Wenn ein Modell bei Gegenwind kippt, liegt oft eine ungetestete Annahme darunter: Kunden zahlen Preis X. Partner liefern zuverlässig.
Umsetzung wirkt nur am richtigen Problem
Wenn ein gutes Team hart am falschen Problem arbeitet, sieht es lange nach Fortschritt aus. Die Website wird besser. Das Deck wird schöner. Die Pipeline wird strukturierter.
Aber das Grundproblem bleibt.
Wenn die Zielgruppe nicht klar ist, löst bessere Kommunikation das Problem nicht. Wenn das Problem nicht dringend ist, löst mehr Marketing das Problem nicht. Wenn Rollen unklar sind, löst mehr Prozess das Problem nicht. Wenn kritische Annahmen nicht getestet sind, löst Wachstum das Problem nicht.
Wachstum verstärkt meistens, was schon da ist: Klarheit genauso wie Unklarheit.
Erst Ursache, dann Maßnahme
Startups brauchen Umsetzung. Aber Umsetzung wirkt nur dann richtig, wenn sie am richtigen Problem ansetzt.
Vor der nächsten Maßnahme helfen drei Fragen:
Was sehen wir gerade wirklich? Welches Symptom tritt wiederholt auf?
Welche Ursache könnte dahinterliegen? Ist es wirklich ein Marketingproblem? Oder fehlt Relevanz? Sind Rollen und Erwartungen ungeklärt?
Welche Annahme prüfen wir damit? Jede Maßnahme sollte eine kritische Annahme testen oder stärken.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur:
Was ist die beste Lösung?
Sondern vorher:
Für welches Problem eigentlich?
Denn eine richtige Lösung für das falsche Problem bleibt am Ende trotzdem falsch.
Jede Schleife am falschen Problem kostet Energie, Vertrauen und Geschwindigkeit.
Wer operative Symptome nicht vorschnell behandelt, sondern nach den Ursachen darunter sucht, wird nicht langsamer.
Er wird präziser.
Über den Autor
Maximilian Krä ist Unternehmer, Strategieberater und Investor. Er begleitet Startups und mittelständische Unternehmen dabei, strategische Grundlagen vor der Skalierung zu klären – von Vision und Relevanz über Rollen und Fokus bis zur Robustheit des Geschäftsmodells. Grundlage seiner Arbeit ist der von ihm entwickelte 5-Essentials-Ansatz, mit dem operative Symptome auf ihre strukturellen Ursachen zurückgeführt werden. Zuvor war er viele Jahre Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens.
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