
„Das zeigt sehr gut, wie wichtig Events für junge Unternehmen sind“
Das junge Bielefelder Startup Tentris, 2024 von Alexander Bigerl, Tobias Rebert, Nikolaos Karalis und Axel-Cyrille Ngonga Ngomo als Spin-off der Universität Paderborn gegründet, möchte eine neue Generation von Graphdatenbanken etablieren.
„Diese bilden Wissen ähnlich ab wie das menschliche Gehirn; nicht als einzelne Datenpunkte, sondern als vernetzte Informationen. Dadurch können Unternehmen und KI-Systeme deutlich schneller die richtigen Antworten finden und bessere Entscheidungen treffen“, teilt das Team mit, das 2026 der Pitch Contest-Gesamtsieger im STARTUPLAND war.
Der Schweizer Venture-Capitalist Bloomhaus Ventures, der Münchner Geldgeber Vanagon Ventures, der Berliner SME-Tech-Investor altitude (den das Team auf unserer STARTUPLAND Conference kennen gelernt hat), 10x Value Partners und Business Angel Pascal Wichmann investierten zuletzt 925.000 Euro in. Hinzu kamen 1 Million Euro in Form von Fördergeldern (EXIST).
Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Tentris-Gründer Rebert einmal ausführlich über den Stand der Dinge in seinem Unternehmen.
Wie würdest Du Deiner Großmutter Tentris erklären?
Stell Dir vor, die Informationen eines Unternehmens liegen in tausenden Ordnern, Datenbanken und Programmen verteilt. Wir bauen die Technologie, die all diese Informationen miteinander verbindet und die richtigen Zusammenhänge sichtbar macht. Konkret entwickeln wir mit Tentris eine neue Generation von Graphdatenbanken. Diese bilden Wissen ähnlich ab wie das menschliche Gehirn; nicht als einzelne Datenpunkte, sondern als vernetzte Informationen. Dadurch können Unternehmen und KI-Systeme deutlich schneller die richtigen Antworten finden und bessere Entscheidungen treffen.
Wie wollt Ihr Geld verdienen – also wie genau funktioniert Euer Geschäftsmodell?
Unser Kernprodukt ist TentrisDB, eine RDF-Graphdatenbank für Unternehmen. Kunden nutzen unsere Datenbank, um große Mengen vernetzter Daten effizient zu speichern, zu analysieren und für KI-Anwendungen nutzbar zu machen. Dabei verfolgen wir zwei Geschäftsmodelle: Zum einen lizenzieren wir unsere Software an Unternehmen, die diese in ihrer eigenen Infrastruktur oder privaten Cloud betreiben möchten. Zum anderen bauen wir aktuell ein Database-as-a-Service-Angebot auf, bei dem Kunden Tentris direkt aus der Cloud nutzen können. Ergänzend unterstützen wir Unternehmen bei der Einführung und Integration der Technologie.
Wie ist die Idee zu Tentris entstanden?
Die Idee für Tentris entstand aus der Forschung. Den Grundstein legte die Masterarbeit unseres Mitgründers Alexander Bigerl, in der er einen völlig neuen Ansatz für die Verarbeitung von Wissensgraphen entwickelte. Aufbauend darauf vertieften Alexander und unser Mitgründer Nikolaos Karalis die Technologie über mehrere Jahre im Rahmen ihrer Promotionen an der Universität Paderborn. Mit der Zeit wurde deutlich, dass dieser Ansatz nicht nur wissenschaftlich interessant ist, sondern das Potenzial hat, ein grundlegendes Problem moderner Dateninfrastrukturen zu lösen. Daraus entstand schließlich die Entscheidung, die Technologie in Form eines Startups auf den Markt zu bringen.
Im Frühjahr habt Ihr die Pitch Stage im STARTUPLAND gerockt. Wie blickst Du inzwischen auf diesen Tag zurück?
Mit etwas Abstand blicken wir sehr gerne auf den Tag zurück. Natürlich freuen wir uns über den Erfolg auf der Bühne, aber besonders wertvoll waren die Gespräche, die daraus entstanden sind. Tatsächlich haben wir auf der Veranstaltung sogar einen unserer heutigen Investoren kennengelernt. Das zeigt sehr gut, wie wichtig solche Events für junge Unternehmen sind. Neben dem Wettbewerb sind es vor allem die Menschen, die man trifft, die neuen Perspektiven und die unerwarteten Chancen, die langfristig den größten Unterschied machen.
Was waren die größten Herausforderungen, die Ihr bisher überwinden musstet?
Die größte Herausforderung bestand darin, aus jahrelanger Spitzenforschung ein Produkt zu entwickeln, das Unternehmen tatsächlich einsetzen können. Zwischen einer wissenschaftlichen Innovation und einer marktreifen Software liegen viele Herausforderungen: von Produktentwicklung über Finanzierung bis hin zum Aufbau der richtigen Kundenbeziehungen. Gleichzeitig bewegen wir uns in einem Markt, der von großen internationalen Anbietern geprägt wird. Als junges Deep-Tech-Unternehmen mussten wir daher nicht nur beweisen, dass unsere Technologie funktioniert, sondern auch, dass wir langfristig ein verlässlicher Partner für Unternehmen sein können.
Wo steht Tentris in einem Jahr?
Ich hoffe, dass wir in einem Jahr auf die Frage nicht mehr antworten müssen, was Tentris eigentlich macht, sondern mit Kundenprojekten zeigen können, welchen Unterschied unsere Technologie macht. In einem Jahr möchten wir die ersten Unternehmen erfolgreich im produktiven Betrieb begleiten, unsere Cloud-Lösung auf den Markt gebracht haben und weiter wachsen. Am wichtigsten ist für uns aber, dass unsere Kunden mit Tentris schneller Antworten finden, bessere Entscheidungen treffen und das Potenzial ihrer Daten endlich voll ausschöpfen können.
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