„Die Firma muss unabhängig von uns Gründern funktionieren“
Von Alexander
Donnerstag, 2. Juli 2026

„Die Firma muss unabhängig von uns Gründern funktionieren“

"Wir haben heute über 300 Kunden - von Scale Ups, Mittelständlern bis hin zu Konzernen. In den nächsten zwölf Monaten wollen wir diese Zahl mehr als verdoppeln und gleichzeitig den Umsatz pro Kunde steigern", sagt Jonathan Kurth, Gründer von calltime.

Beim Kölner Startup calltime, 2024 von Jonathan Kurth und Malte Hendricks gegründet, dreht sich alles um die Optimierung von Vertriebsanrufen. „Wir sagen Mitarbeitenden, ob die Informationen noch aktuell sind und wann sie am besten anrufen um den Kunden zu erreichen – dadurch machen wir ihre Arbeit deutlich entspannter und erfolgreicher“, sagt Gründer Kurth.

Im Interview mit deutsche-startups.de stellt er calltime, bisher komplett gebootstrappt einmal ganz ausführlich vor.

Wie würdest Du Deiner Großmutter calltime erklären?
Stell dir vor, du willst jemanden anrufen und der geht nie ran, weil du immer im falschen Moment dran bist oder noch eine alte Nummer von vor 10 Jahren hast, die nicht mehr aktuell ist. Genau das passiert jeden Tag tausendfach wenn Mitarbeitende von Unternehmen ihre Bestandskunden oder potentielle Neukunden anrufen. Wir sagen den Mitarbeitenden, ob die Informationen noch aktuell sind und wann sie am besten anrufen um den Kunden zu erreichen – dadurch machen wir ihre Arbeit deutlich entspannter und erfolgreicher.

Wie genau funktioniert Euer Geschäftsmodell?
calltime ist größtenteils ein klassisches SaaS und wird pro Nutzer abgerechnet. 

Wie ist die Idee zu calltime entstanden?
Ich habe nie gedacht, dass ich irgendwann einmal Vertrieb oder sogar Software für den Vertrieb entwickeln werde. Bei meinen vorherigen Gründungen kamen die Kunden aber natürlich nicht von allein – also musste ich Vertrieb lernen. Mein heutiger Mitgründer Malte war gerade im Verkaufsprozess seines vorherigen Startups, als er mir eine Technologie zeigte, mit der sich Anrufe und andere Aufgaben deutlich besser priorisieren lassen: Für uns war klar – da steckt was drin. Wir haben einen MVP gebaut und ihn bei Finn Hollander, damals Head of Sales bei Gertrud Digital (heute boardwise.io), in einem Piloten getestet. Das Ergebnis: mehr als doppelt so viele Touch Points mit Entscheidern mit gleicher Anzahl Aktivitäten. Finn wurde direkt unser erster zahlender Kunde. Wir hatten uns vorgenommen, die GmbH erst zu gründen, wenn der Umsatz die Gründungskosten übersteigt – das war nach zwei Monaten erreicht.

Was waren die größten Herausforderungen, die Ihr bisher überwinden musstet?
Der Wechsel von Founder-Led-Sales zu Team-Led-Sales. Am Anfang fehlte uns schlicht das Verständnis dafür, wie lange es dauert, einen strukturierten Vertrieb aufzubauen – und wie die Prozesse aussehen müssen, damit das Ganze profitabel skaliert. Ganz aus dem Vertrieb rausgehen werden wir wahrscheinlich nie, aber die Firma muss unabhängig von uns Gründern funktionieren. Daran arbeiten wir jeden Tag.

Wo steht calltime in einem Jahr?
Wir haben heute über 300 Kunden – von Scale Ups, Mittelständlern bis hin zu Konzernen. In den nächsten 12 Monaten wollen wir diese Zahl mehr als verdoppeln und gleichzeitig den Umsatz pro Kunde steigern. calltime wird zu einer Suite an Lösungen, die alle ein Ziel haben: Die Frustration aus der Arbeit mit Kunden und Neukunden zu nehmen – für Vertriebler, Account Manager und Customer Success Teams.

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Foto (oben): calltime