„Die Idee entstand kurz vor meinem Exit“
Von Alexander
Dienstag, 24. Februar 2026

„Die Idee entstand kurz vor meinem Exit“

Die Jungfirma Vestio tritt an, um die Stilberatung zu digitalisieren. Hinter der "Fashion-Tech-App für Männer" stecken Klarsolar-Gründer Bastian Arend, der sein Startup zuletzt an E.ON verkauft hat, und Menswear Influencer Justus Hansen.

Klarsolar-Gründer Bastian Arend startet nach dem Exit an den Engergieversorger E.ON mit Vestio wieder durch. Zur Seite steht ihm dabei Menswear Influencer Justus Hansen. Das Team des Mannheimer Startups beschreibt Vestio als „Fashion-Tech-App für Männer“.

Zielgruppe sind Männer, „die eine klare, stilsichere Garderobe aufbauen möchten“. Die App liefert seinen Nutzern „anhand weniger Fragen eine vollständig abgestimmte Garderobe“, zeigt fehlende Schlüsselteile und generiert sofort kombinierbare Outfits für alle Anlässe“.

Im Interview mit deutsche-startups.de stellt Seriengründer Bastian Arend die Idee hinter Vestio einmal ganz ausführlich vor.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Vestio erklären?
Oma, der Opa mag doch überhaupt gar nicht Klamotten einkaufen, oder? Das gibt doch immer Streit. Mit der App kann Opa sich in drei Minuten eine Basisgarderobe aus nur neun Kleidungsstücken erstellen, die alle untereinander kombinierbar sind und seinem Geschmack entsprechen. Zu jedem Kleidungsstück findet er dann günstige, mittelpreisige und hochwertige Stücke. Und wenn er sich die Kleidungsstücke, die er hat, in der App in den digitalen Kleiderschrank legt, sieht er alle möglichen Kombinationen. Wenn er mal nicht weiß, was er tragen soll, muss er der App nur sagen, welcher Anlass und die App zeigt ihm alle passenden Outifts, die er machen kann und zu dem Anlass passen.

Wie genau funktioniert euer Geschäftsmodell?
Zum Start mit Affliate Links. Wir bekommen eine Provision auf die verkauften Artikel. Später klassischer Marktplatz mit eigenen Produkten und Produkten von Partnern. Da wir immer wieder passende Kleidungstücke vorschlagen, die zu dem Stil und digitalen Kleiderschrank passen, planen wir so eine hohe Kundenbindung und damit einen hohen CLTV.

Wie ist die Idee zu Vestio entstanden?
Die Idee zu Vestio entstand kurz vor meinem Exit und den vielen bevorstehenden Terminen. Ich hatte keine Zeit und keine Lust, shoppen zu gehen und wollte aber trotzdem gut angezogen sein.
Über Linkedin habe ich Justus Hansen gefunden und fragte ihn, ob er für mich shoppen gehen kann. Seine Antwort war: Einfach irgendwas kaufen reicht nicht. Ich muss verstehen, wer du bist und was zu dir passt. Obwohl ich keine Stilberatung wollte, habe ich es gemacht, da wir uns sofort gut verstanden haben. Er zeigte mir seine Methode: Wenige Teile, mehr Outifits. Einfache, klare Regeln und alles sehr logisch aufgebaut. Wie ein Algorithmus. In dem Moment habe ich verstanden. Mode kann systematisch sein.
Und wenn das so ist, warum gibt es das nicht digital und nur teuer? Und was mir persönlich noch gut gefällt, es führt zu weniger Konsum und weniger Verschwendung, da man wirklich weniger braucht und alles trägt, was man kauft.

Was waren die größten Herausforderungen, die Ihr bisher überwinden musstet?
Stilberatung zu digitalisieren und einfach und nutzerfreundlich in eine App zu bekommen. So, dass es zu vielen guten Outfits kommt.

Welches Projekt steht demnächst ganz oben auf eurer Agenda?
Das der User die Outfits an einem Avatar sieht und der Ausbau zu einem echten Marktplatz, der Shopping in der App ermöglicht.

Wo steht Vestio in einem Jahr?
Aktuell ist das der Launch eines typischen MVP. Ziel in einem Jahr ist ein Produkt zu haben, dass die wichtigsten Features – KI-Beratung, Marktplatz, Avatare – umfasst und idealerweise haben wir schon genug Daten zu dem Kaufverhalten, dass wir viele eigene Produkte anbieten.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Vestio