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Was können Gründer:innen aus ihren Lieblingsserien lernen?

TV-Serien sind nicht nur netter Zeitvertreib! Sie halten mit der richtigen Perspektive auch viele Lektionen fürs Unternehmertum bereit. Wir haben neun Führungskräfte gebeten, uns ihre Lieblingsserien zu verraten und zu erklären, was ihrer Meinung nach Gründer:innen daraus lernen können.
Was können Gründer:innen aus ihren Lieblingsserien lernen?
Mittwoch, 24. März 2021Vonds-Team

TV-Shows auf Netflix, Prime und Co. bieten nicht nur spannende Unterhaltung während des Lockdowns – sie halten mit der richtigen Perspektive auch viele Lektionen fürs Unternehmertum bereit. So kann “The Crown” zum Beispiel Gründer:innen lehren, wie sich manchmal die Einsamkeit am Ruder des Startups anfühlt, “Black Mirror”, welche gesellschaftlichen Chancen und Gefahren sie mit ihren digitalen Innovationen vorantreiben, und Mister Burns von “Die Simpsons”, wie Leadership gerade nicht funktioniert.

Wir haben neun Führungskräfte gebeten, ihre persönlichen Lieblingsserien zu verraten und zu erklären, was ihrer Meinung nach Gründer:innen jeweils daraus lernen können. Eine spannende Liste für den nächsten Streaming-Abend:

Black Mirror
“Die dystopische Netflix-Serie ‘Black Mirror’ zeichnet ein Bild der nahen Zukunft – in der unsere Gesellschaft immer mehr von der Digitalisierung geprägt ist. Und auch wenn die Serie uns den ‘schwarzen Spiegel’ vorhalten soll, birgt sie doch auch Inspiration für die Gegenwart. Was für digitale Tools wird die Menschheit demnächst für sich entdecken und in ihren Alltag integrieren? Und vor allem: Wie können wir es beispielsweise mittels Regulierungen schaffen, dass unsere Zukunft nicht ganz so düster aussieht wie in ‘Black Mirror’?”

Daniel Wild ist Gründer und Vorstand der börsennotierten Beteiligungsgesellschaft Mountain Alliance AG mit Sitz in München. Im Jahr 2010 rief Wild das Unternehmen ins Leben mit dem Ziel, das Venture-Capital-Geschäft zu demokratisieren.

The Crown
“’The Crown’ erinnert mich an die Einsamkeit, die ein Gründer manchmal am Ruder seines Startups verspürt. Auch was Entscheidungen angeht, die nicht immer alleine getroffen werden können. Allerdings zeigt ‘The Crown’ auch, dass eine gute Führung über Empathie und Anpassungsfähigkeit verfügen muss – etwas, dass die Queen in ihrer langen Herrschaft, nicht wirklich zeigen konnte.”

Nick Bortot ist Gründer und CEO von BUX, einem der führenden Europäischen Neobroker mit Sitz in Amsterdam.

Suits
“Die Einstellung ist alles – das macht die Serie ’Suits’ deutlich. Vor allem, wenn es darum geht, mit Fehlern umzugehen. Fehler machen gehört zum Mensch- und Unternehmersein dazu. Das was zählt, ist der richtige Umgang mit Fehlern.”

Kilian Kaminski ist einer der drei Co-Gründer von refurbed, dem am schnellsten wachsenden Online-Marktplatz für refurbished Produkte in der gesamten DACH-Region.

The Man in the High Castle
“‘The Man in the High Castle’ ist ein düsteres, aber spannendes Stück Seriengeschichte, wenn es darum geht, die Bedeutung und die Folgen alternativer Szenarien in der Gesellschaft zu skizzieren. Die auf dem gleichnamigen Roman (bzw. übersetzt „Das Orakel vom Berge“) basierende Geschichte stellt, ähnlich wie ‘Black Mirror’, eine kleine, aber wirkungsvolle Frage, die alles auf den Kopf stellt: Wie würde die Welt aussehen, wenn der Zweite Weltkrieg völlig anders ausgegangen wäre? Oder einfacher: Was wäre wenn? Diese Frage ist in der realen Welt, die durch Globalisierung und Technologie geprägt ist, nicht weniger wichtig. Mein Learning aus der Serie ist daher, dass es nie verkehrt ist, sich intensiv mit den ‘Was wäre wenn’-Fragen zu beschäftigen und über den Tellerrand zu schauen, um neue Bedürfnisse, Anwendungen und Lösungen zu verstehen. Und vor allem: nicht ein Problem zu lösen, indem man ein anderes aufmacht.”

Thomas Kessler hat gemeinsam mit Benedikt Köppel das Proptech Locatee gegründet. Das Unternehmen bietet die führende Lösung für Workplace Analytics, mit deren Hilfe Sie fundierte Entscheidungen hinsichtlich Ihres Immobilienportfolios treffen können.

Lupin
“Die französische Netflix Serie ‘Lupin’ erzählt von einem Sohn, der seinen Vater rächen will. Natürlich sollen Gründer sich an niemandem rächen oder für ihre Existenz massenhaft Diebstahl begehen. Doch Assane, der Held der Geschichte, kann Gründer:innen lehren, ihren Fokus und Antrieb stets vor Augen zu behalten. Inspiriert von der literarischen Figur des Meisterdiebs Lupin verfolgt der charmante Assane das Ziel, seinen unschuldig inhaftierten Vater, der im Gefängnis Selbstmord begann, zu rächen und die Wahrheit über den dem Vater untergeschobenen Diebstahl ans Licht zu bringen. Dazu bedarf es Wandlungs- und Anpassungsfähigkeit – zwei weitere Aspekte bei erfolgreichen Gründern. Assane ist zielstrebig, unermüdlich und will etwas besser machen – ein echter Gründer sozusagen.”

Nils Drosin ist Gründer und CEO von 4Dmagic, einem Fullfilment Dienstleister für Digital Signage und Omnichannel-Lösungen mit Fokus auf der Textilbranche und dem Einzelhandel.

BILD.Macht.Deutschland?
“Für viele Unternehmerinnen und Unternehmer ist die Medienwelt weitestgehend eine Blackbox. Wie funktionieren Prozesse? Worüber wird berichtet und worüber nicht? Was sind die Themen, die begeistern? Wer sind die Menschen dahinter? Klar herrschen über die BILD als Medium verschiedene Meinungen und Sichtweisen, aber die Doku zeigt eindrucksvoll, wie diese Prozesse funktionieren und wirft einen spannenden Blick hinter die Kulissen des wohl größten Boulevard-Imperiums Deutschlands. Für mich bestätigt sich auch wieder, dass sich Menschen vor allem für Menschen interessieren und dass dies ein entscheidender Punkt einer guten Geschichte ist. Wenn es also neue Services oder Produkte auf dem Markt gibt, zählt nicht nur die Qualität oder ‘Made in Germany’ allein. Es kommt auch auf die Menschen, die dahinter stehen und ihre Geschichten an.”

Tilo Bonow ist Gründer und CEO von PIABO, Deutschlands führendem Full-Service-PR-Partner der Digitalwirtschaft mit Sitz in Berlin.

Die Simpsons
“Bei ‘Die Simpsons’ zeigt Mr. Burns, der uralte Leiter des städtischen Atomkraftwerkes, eigentlich ganz genau, wie man es nicht machen sollte: Er hört seinen Mitarbeitern nicht zu, er verpasst neue Trends und Entwicklungen und er hasst Nachhaltigkeit. Es war mir oft ein Rätsel, wie er rentabel bleiben konnte. Wahrscheinlich weil er als einziger lokaler Kernkraftwerksbetreiber reiner Monopolist war und das weniger brauchte. Außerdem konnte er mit strenger Kostenkontrolle und Fokus auf Cashflow sein Unternehmen auch in schwierigen Zeiten solide weiterführen. Seinen pragmatischen Umgang mit regulatorischen Hürden verbuche ich mal unter Unternehmergeist.”

Miro Morczinek ist ehrenamtlicher Vorstand der Kommunikation des Chapters Berlin der Entrepreneurs‘ Organization (EO Berlin). Seit 2008 gibt es das globale Peer-to-Peer-Netzwerk, das weltweit über 14.000 Unternehmer-Mitglieder zählt, auch in der deutschen Hauptstadt. Dort bietet es eine regelmäßige Plattform für Events, Trainings und qualitativen Austausch.

The Umbrella Academy
“‘The Umbrella Academy’ ist eine Netflix-Serie, in der eine Geschwistergruppe mit unterschiedlichen Superkräften das Ende der Welt verhindern muss. Schnell lernen sie, dass sie dieses Ziel trotz divergierender Ansichten nur gemeinsam bewältigen können. Gründer:innen können von der Serie lernen, dass Unternehmertum immer eine Gratwanderung zwischen Individualismus und Gemeinschaft bzw. Teamwork ist. Jede:r Gründer:in bringt wichtige Eigenschaften mit, doch ganz alleine kann niemand auf Dauer ein erfolgreiches Unternehmen führen. Und so wie auch die Mitglieder der Academy an verschiedenen Missionen scheitern (einer von ihnen stirbt sogar in jungen Jahren beim Training und tritt nur noch über seinen Bruder als Medium in Erscheinung), müssen auch Gründer:innen immer wieder aufstehen und besser werden.”

Ayhan Yuruk ist Gründer und Managing Director der New Retail Agency #SHOWROOMING. Mit seiner Agentur baut Yuruk Real-Life Brand Spaces für digitale Unternehmen, um ihnen zusätzlichen Reach, Awareness und Kundennähe zu ermöglichen.

Star Trek
“Im Mittelpunkt der Handlung von ‘Star Trek’ stehen die Führungsoffiziere. Erzählt wird von ihrer Begegnung mit fremden Welten, bislang unbekannten Lebensformen, neuen Zivilisationen. So auch in der Gegenwart: Gründer:innen begeben sich auf eine undurchschaubare Erlebnisreise, bei der feste Ziele gesetzt und eine mit Ausdauer geprägte Reise geplant werden sollte. Vor allem die Crew-Mitglieder sind wichtig – für die Gründung werden diese stets sorgfältig ausgesucht, um das Projekt einwandfrei steuern zu können. Auch das Netzwerk und diverse Koalitionen bilden im Universum, sprich auf dem Markt, ein gutes und wichtiges Zusammenspiel. Die Serie gibt Gründer:innen folgende wichtige Botschaft: Man sollte immer mit unbekannten Herausforderungen rechnen und schnell und entschlossen darauf reagieren.”

Lars Reimann ist Gründer und Geschäftsführer des Berliner Start-ups mySheepi. Mit mySheepi brachte er 2018 ein patentiertes Kissenkonzept auf den Markt, das am am Institut für angewandte Humankybernetik in Berlin wissenschaftlich erforscht worden ist.

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Foto (oben): Shutterstock