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Warum Kryptowährungen dieses Mal keine Blase sind

Auch in 2021 haben Kryptowährungen weiterhin einen spekulativen Charakter. Nichtsdestotrotz lässt sich eine zunehmende Professionalisierung des Sektors erkennen. Folglich nimmt auch der Einfluss spekulativer Kleinanleger, welche die vorherigen Blasen maßgeblich beeinflusst haben, kontinuierlich ab.
Warum Kryptowährungen dieses Mal keine Blase sind
Freitag, 12. Februar 2021Vonds-Team

Seit Ende März 2020 befindet sich der breite Krypto-Markt in einem Aufwärtstrend. Viele Marktbeobachter erwarten, dass sich der Markt auch diesmal in einer Blase befindet. Erstmalig explodierte der Preis zahlreicher Kryptowährungen in den Jahren 2013 sowie 2014. Anschließend folgte eine rasante Korrektur des Marktes. Doch bereits im Jahr 2017 sollte der nächste Hype folgen. Im Jahr 2018 platzte auch diese Blase und die Kurse sämtlicher Kryptowährungen korrigierten über die darauffolgenden Jahre. Nun scheint sich die Geschichte der vergangenen Jahre zu wiederholen.

Allerdings gibt es nur bis zu einem gewissen Punkt echte Parallelen zu den vorherigen Jahren. Insbesondere in den letzten beiden Marktzyklen konnten die führenden Kryptowährungen ihre erreichten Rekordnotierungen nur für kurze Zeiten aufrechterhalten. Die Höchststände konnten meist nur für wenige Stunden, in einigen wenigen Fällen auch wenige Tage halten. Bitcoin notiert zum aktuellen Zeitpunkt auf einem Rekordwert und konnte diesen über einen vergleichsweise langen Zeitraum halten und in der vergangenen Woche sogar noch ausbauen. 

Warum dieses Mal alles anders ist, wollen wir in der folgenden Analyse aufzeigen. Zusammenfassend lässt sich allerdings bereits an dieser Stelle festhalten, dass sich das Krypto-Ökosystem in den vergangenen Jahren enorm weiterentwickelt hat. 

Rechtliche Rahmenbedingungen schaffen Sicherheit im Krypto-Markt  

In vielen modernen Geschäftsbereichen hinkt Deutschland dem international geltenden Standards und Entwicklungen hinterher. Anders schaut dies allerdings im Bereich Kryptowährungen aus. In keinem anderen Land ist die Rechtsprechung im privaten und geschäftlichen Bereich so eindeutig wie in Deutschland. 

Dieser Status Quo trägt auch dazu bei, dass Krypto-Anleger in Deutschland die perfekten Rahmenbedingungen zum Investieren sowie zum Aufbau eines eigenen Krypto-Unternehmens vorfinden. Einer der Grundpfeiler der guten rechtlichen Lage ist die Blockchain-Strategie, welche die Bundesregierung bereits im September 2019 verabschiedete.  

Gemessen an den Anlegern, die bereits in Kryptowährungen investieren, ist Deutschland noch immer ein kleiner Markt. Der größte Anteil der Krypto-Anleger kommt aus den USA. Doch auch auf dem US-Markt hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan. So hat die SEC, die Finanzaufsichtsbehörde der USA, wichtige Coins wie Bitcoin und Ethereum bereits legitimiert. 

Aus rechtlicher Sicht ist auch das steigende Interesse der Zentralbanken an Digitalwährungen hervorzuheben. So beschäftigt sich die EZB zum aktuellen Zeitpunkt mit der Entwicklung eines digitalen Euros. Auch die People´s Bank of China arbeitet an einer entsprechenden Währung. Durch die zunehmende Adoption von Kryptowährungen dürfte sich auch auf rechtlicher Ebene mehr Sicherheit ergeben.

Insgesamt lässt sich zusammenfassen, dass die Rechtslage klarer als jemals zuvor ist. Folglich ist es nicht verwunderlich, dass die Anzahl der institutionellen Anleger kontinuierlich zunimmt. 

Verbesserte Infrastruktur öffnet den Krypto-Markt 

Die zweite signifikante Entwicklung ist im Bereich der Infrastruktur sichtbar. Inzwischen gibt es immer mehr Verwahrlösungen am Markt, welche insbesondere für größere Investoren eine tragende Rolle spielen. Zusätzlich ist damit zu rechnen, dass es eine entsprechende Lizenzierung der BaFin in naher Zukunft geben wird. 

Zugleich gibt es schlicht und ergreifend mehr Handelspartner am Markt. Banken beginnen damit, sich selbst als Broker zu platzieren und somit eine Rolle beim Handel von Kryptowährungen zu spielen. Auch etablierte Anbieter, hier lässt sich etwa die Börse Stuttgart anführen, bieten eigene Handelsplattformen für Kryptowährungen an. 

Noch deutlicher ist jedoch die Entwicklung im Bereich der Finanzprodukte. Gab es in der Vergangenheit lediglich Finanzderivate und Future-Kontrakte, so wandelt sich auch dieser Geschäftsbereich fundamental. So gibt es vermehrt Exchange Traded Products (ETPs), Zertifikate und Fonds, welche sich auf Kryptowährungen fokussieren. Insbesondere im Bereich der Krypto-Fonds ist das deutsche Startup F5Crypto aus Berlin vertreten. Das Unternehmen möchte einen eigenen Krypto-Fonds veröffentlichen, der regelbasierte Käufe und Verkäufe von Kryptowährungen vorsieht. 

Allerdings endet hier die strukturelle Entwicklung des Marktes noch lange nicht. So gibt es immer mehr Dienstleister, die sich auf Krypto-Angebote spezialisieren. Hierzu gehören spezialisierte Steuerberater, Rechtsanwälte oder auch Finanzdienstleister, etwa das Berliner FinTech Bitwala. Als letzterer spielt insbesondere PayPal eine tragende Rolle, denn in Zukunft sollen alle Kunden des US-Konzerns die Möglichkeit erhalten, Kryptowährungen wie Bitcoin mit PayPal kaufen zu können. Die Möglichkeit zum Bitcoin kaufen mit PayPal genießen bereits heute die US-Kunden des Unternehmens. Der Dienst soll noch im ersten Quartal 2021 in anderen Märkten starten. 

Insgesamt ist die Entwicklung in den Bereichen wirklich beeindruckend. Vor allen Dingen für neue Marktteilnehmer ist ein einfacher Zugang zum Markt von hoher Relevanz.

Institutionelle Investitionen steigen an

Blicken wir auf die letzten Bullenzyklen, dann haben stets Privatanleger für die hohen Kursbewegungen gesorgt. Allerdings haben sich nun auch institutionelle Investoren in Kryptowährungen engagiert. Das wohl bekannteste Beispiel hierfür ist der Elektropionier Tesla. Das Unternehmen investierte jüngst 1,5 Milliarden US-Dollar in die digitale Währung Bitcoin. 

Doch auch andere Unternehmen kaufen vermehrt Bitcoin und andere Kryptowährungen. Zu diesen Unternehmen gehören beispielsweise: 

      Grayscale
      Square Inc.
      MicroStrategy
      MassMutual

Besonders relevant ist hier natürlich Grayscale mit seinen rund 20,2 Milliarden US-Dollar Assets under Management (AUM). Allein im vergangenen Jahr konnte somit eine Verzehnfachung der verwalteten Vermögenswerte realisiert werden. Aufgrund der hohen Ankaufssummen zählt Grayscale zu einen der wichtigsten Treiber für die aktuelle Kursentwicklung. 

Zudem gibt es auch die ersten Blockchain-Unternehmen, die den Weg an das Börsenparkett wagen. So plant beispielsweise Coinbase seinen IPO. Auch zu Ripple gab es bereits Meldungen über einen Börsengang. So zeigt sich, dass die Unternehmen aus dem Blockchain-Sektor langsam in Regionen kommen, in denen Sie komplett neue Märkte erschließen können. 

Außerdem entscheiden sich auch immer mehr VCs dazu, Blockchain-Geschäftsmodelle mit Kapital zu versorgen. Erst in diesem Jahr konnte die Krypto-Börse BitPanda einen neuen Rekordwert bei der geplanten Börsenbewegung realisieren. Zeitgleich hat sich auch die Meinung führender Finanzinstitute wie JPMorgan, Blackrock und Fidelity zum Thema Kryptowährungen verändert. 

Haben die meisten dieser Unternehmen in der Vergangenheit nicht an Kryptowährungen und deren Potenzial geglaubt, so sehen diese Unternehmen nun riesige Use Cases.

Auch hier zeigt sich zusammenfassend, dass sich Kryptowährungen als eigene Assetklasse etablieren konnten. Die verbesserte Infrastruktur, die rechtliche Sicherheit und die zunehmende Involvierung etablierter Konzerne trägt nun dazu bei, dass auch immer mehr Institutionen Kryptowährungen kaufen.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen machen Kryptowährungen alternativlos

Unser letzter Punkt, der für Kryptowährungen als Investment und für keine schnelle Abflachung der Nachfragekurve spricht, ist die Relevanz von Kryptowährungen in der aktuellen Marktphase. Aufgrund von Corona mussten die Zentralbanken die Leitzinsen auf Rekordtiefstwerte senken, um die Wirtschaft mit der notwendigen Liquidität zu versorgen. 

Die hohe Liquidität im Markt trägt zu einer inflationären Entwicklung bei Vermögenswerten bei. Viele Anleger sehen in Kryptowährungen eine renditestarke und inflationssichere Anlagemöglichkeit. Insgesamt gibt es aktuell wohl nur wenige Anlageklassen mit einem vergleichbaren Risiko-Rendite-Potenzial. 

Aufseiten professioneller Investoren wächst zudem die Skepsis gegenüber der aktuellen Marktentwicklung. Hier können Kryptowährungen, welche zumeist technisch limitiert sind, mit ihrer Knappheit überzeugen. So wird es niemals mehr als 21 Millionen BTC geben – somit wird BTC zum knappen Gut. Inzwischen entscheiden sich immer mehr Investoren und Anleger zur Beimischung von Kryptowährungen als renditestarke und inflationssichere Asset-Klasse. 

Insgesamt positionieren sich Kryptowährungen als ein Gegenentwurf zum aktuellen Finanzsystem. Aufgrund ihres guten Risiko-Chance-Verhältnisses, den steigenden Sorgen vor einer Entwertung der etablierten Währungen und der technisch forcierten Knappheit erfreuen sich Kryptowährungen einer bisher unbekannten Beliebtheit am Markt. 

Fazit: Spekulative Asset-Klasse wird professionalisiert 

Auch in 2021 haben Kryptowährungen weiterhin einen spekulativen Charakter. Nichtsdestotrotz lässt sich eine zunehmende Professionalisierung des Sektors erkennen. Folglich nimmt auch der Einfluss spekulativer Kleinanleger, welche die vorherigen Blasen maßgeblich beeinflusst haben, kontinuierlich ab. Professionelle Anleger, verfolgen dahingegen im Regelfall keine kurzfristigen Kursentwicklungen, sondern setzen eher auf das langfristige Potenzial und die damit einhergehende Entwicklung. 

Blicken wir auf die vorhergegangenen Punkte, dann zeigt sich ein klarer Trend am Krypto-Markt. Die regulatorische Unsicherheit weicht einem regulierten und Markt mit einer ausgebauten Infrastruktur. Diese beiden Faktoren bedingen auch ein steigendes Interesse auf institutioneller Ebene. Je Professioneller ein Markt insgesamt ist, desto geringer werden die Kursschwankungen ausfallen. Diese Gründe führen dazu, dass wir im aktuellen Markttrend eine nachhaltige Entwicklung sehen, die nicht im Platzen einer Blase enden wird.  

Foto (oben): Shutterstock