#Zahlencheck Onefootball: Schon wieder über 5 Millionen Verlust

Auch 2017 verbrannte das junge Berliner Startup Onefootball wieder mehr als 5 Millionen Euro. Durch den brandneuen Jahresabschluss des Unternehmens wird nun auch deutlich, dass erneut massiv weiteres Geld in das Unternehmen geflossen ist. Es waren beachtliche 18,3 Millionen.
Onefootball: Schon wieder über 5 Millionen Verlust

In den vergangenen Jahren, also von 2014 bis 2016, musste das junge Berliner Unternehmen Onefootball Jahr für Jahr rund 5 Millionen Euro Verlust hinnehmen. Auch 2017 setzte sich diese Serie fort – wie ein Blick in den gerade veröffentlichten Jahresabschluss zeigt. 5,2 Millionen waren es im Berichtszeitraum. Insgesamt verbrannte die Jungfirma, die mit ihrer App Fußballfans rund um den Globus mit Zahlen, Daten und Fakten sowie spannenden Inhalten versorgt, seit dem Start 25,1 Millionen Euro. Positiv: Der Jahresfehlbetrag ging zuletzt ein klein wenig zurück. 2016 lag dieser noch bei 5,6 Millionen. Insgesamt sind 5 Millionen Verlust pro Jahr aber weiter eine gewaltige Summe.

Umsatzzahlen von Onefootball, einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft, sind leider keine bekannt. Im Jahresabschluss teilt das Unternehmen aber dies mit: “Die Rechtsfolgen des § 267 Abs. 2 HGB treten nicht ein, da die Merkmale am Abschlussstichtag 31. Dezember 2017 erstmalig überschritten werden”. Somit ist davon auszugehen, dass Onefootball erstmals mehr als 12 Millionen Umsatz erwirtschaftet hat, denn mehr als 50 Mitarbeiter als Kennzahl einer kleinen Kapitalgesellschaft hatte das Unternehmen schon länger. Zuletzt stieg die Zahl der Mitarbeiter von 67 (2016) auf 89 (2017). Im Jahr zuvor waren 58 Angestellte beim Startup beschäftigt. Laut Firmenwebsite wirken momentan 180 Mitarbeiter beim Fußballdienst.

Durch den Jahresabschluss des Unternehmens wird nun auch deutlich, dass 2017 massiv weiteres Geld in das Unternehmen geflossen ist. Geldgeber wie Union Square Ventures, Lakestar und Earlybird pumpten bis Ende 2016 rund 22,2 Millionen Euro in Onefootball. Ende 2017 betrug die Kapitalrücklage dann üppige 40,5 Millionen. Im Laufe des Jahres 2017 flossen somit beachtliche 18,3 Millionen in die Jungfirma. Als neue Geldgeber kamen damals – was schon bekannt war – unter anderem adidas und Daniel Hopp, der Sohn des SAP-Gründers Dietmar Hopp zum Investorenkreis von Onefootball. Daniel Hopp hält inzwischen – nach der Übernahme weiterer Anteile Ende 2018 – 21,9 % an Onefootball. Earlybird gehören unterdessen 23,4 des Unternehmens. Union Square Ventures ist noch mit 13,3 % an Bord. Lakestar hält noch 4,4 % an Onefootball und adidas ist weiter mit 2,9 % dabei.

Danke der jetzt sehr üppigen Kapitaldecke kann das Onefootball-Team um Lucas von Cranach nun noch einige Jahre weiter verlustreich wachsen. Was offenbar weiter das Ziel ist. Wie stark das schweigsame Unternehmen unterwegs ist, zeigte sich zuletzt Ende des vergangenen Jahres, als Franz Koch, der Ex-Chef des Turnschuh-Herstellers Puma, bei Onefootball anheuerte. Fazit: Onefootball verbrennt weiter ordentlich Geld, man muss bei diesem Geldspeicher keine Sorgen um das Unternehmen machen.

Onefootball im Zahlencheck

2017: 5,2 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2016: 5,6 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2015: 5,3 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2014: 5,5 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2013: 3,0 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2012: 2.396 Euro (Jahresfehlbetrag)

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Foto (oben): Onefootball

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.