Kaufpreis: 725 Millionen Euro Deutsche Börse schluckt Devisenplattform 360T

Die Deutsche Börse kauft die Devisenplattform 360T, die bereits im Jahre 2000 an den Start ging, und legt dafür beachtliche 725 Millionen Euro auf den Tisch. Summit Partners hielt zuletzt die Mehrheit am Unternehmen. 360T war schon FinTech, bevor das Wort überhaupt im Raume war.
Deutsche Börse schluckt Devisenplattform 360T

Es knallen mal wieder Champagnerkorken in der Startup-Szene: Die Deutsche Börse schluckt die umtriebige Devisenplattform 360T und zahlt dafür 725 Millionen Euro. 360T wurde bereits im Jahre 2000, also mitten in der Blasenzeit, vom ehemaligen Banker Carlo Kölzer gegründet. Seit 2012 gehörte das Unternehmen, das seit 2004 profitabel arbeitet, jedoch mehrheitlich der US-Beteiligungsgesellschaft Summit Partners, die auch viel Geld in Rocket Internet steckte.

“Der Deal macht 360T zum wertvollsten deutschen Start-up aus der Finanzszene. Heute wickeln laut 360T ganze 29 von 30 Dax-Unternehmen ihre Währungsgeschäfte über die Plattform ab”, schreibt das Handelsblatt zur Übernahme. Zur Bedeutung von 360T reichen diese Sätze von der Nachrichtenagentur Reuters: “Über die Plattform wurden 2014 pro Tag im Schnitt Geschäfte mit einem Volumen von 90 Milliarden Euro abgewickelt. Weltweit kommt 360T nach Angaben des Branchenmagazins ‘Euromoney’ derzeit auf einen Marktanteil von 15 %”. Weswegen es zuletzt wohl mehrere Interessenten für das Unternehmen gab.

Zum Umsatz gibt es kaum verlässliche Zahlen: “Im Markt wird vermutet, dass 360T dank seines stark skalierbaren Geschäftsmodells hohe zweistellige Ebitda-Margen erwirtschaftet. Als 2012 Brockhaus Private Equity und diverse Anteilseigner aus dem Umfeld der Unternehmensgründer die Mehrheit an den US-Finanzinvestor Summit Partners verkauften, soll der Kaufpreis bei rund 200 Millionen Euro gelegen haben, was FINANCE-Informationen zufolge damals dem rund 9-fachen Ebitda entsprach”, schreibt Finance zum Deal.

360T war schon FinTech, bevor das Wort überhaupt im Raume war. Die meisten in der Szene dürften noch nie etwas von 360T gehört haben. Für Start-ups in Deutschland sei die Übernahme aber auf jeden Fall “ein Glücksfall” – schreibt die Welt. Stimmt, aber ein eher überraschender, ähnlich wie bei Teamviewer, das 2014 für 1,1 Milliarden Dollar über den Tisch ging.

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Foto: Matyas Rehak / Shutterstock.com

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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