Xird.de greift nach den Sternen – Gelingt Stardrinx-Macher Schoenberger der Neustart?

Die noch junge Deal-Plattform Xird.de (www.xird.de) steht unter strenger Beobachtung der Szene. Der Grund ist banal: Immerhin wird das Start-up von Christian Schoenberger geführt, der mit Stardrinx gehörig auf die Nase fiel (samt […]
Xird.de greift nach den Sternen – Gelingt Stardrinx-Macher Schoenberger der Neustart?

Die noch junge Deal-Plattform Xird.de (www.xird.de) steht unter strenger Beobachtung der Szene. Der Grund ist banal: Immerhin wird das Start-up von Christian Schoenberger geführt, der mit Stardrinx gehörig auf die Nase fiel (samt Anklage wegen Betrugs). Zudem trumpfte das Jungunternehmen vor dem Start mit einer grenzwertigen Finanzierungsnews auf. Und dann wird Xird auch noch Großsponsor beim HSV und beim VfL Wolfsburg.

Inzwischen ist Xird.de einige Tage online. Das Konzept ist nach außen nicht anders als bei Groupon, DailyDeal und Co: Jeden Tag gibt es mehrere Produkte zum Schnäppchenpreis. Lediglich in Sachen Abwicklung, Versand etc. läuft anders als bei Groupon alles über Xird.de. Zum Start gönnte sich Schoenberger eine massive Werbekampagne in Form von Wallpapern bei Bild.de. “Xird.de ist gesund als Beta gestartet und konnte in den ersten sieben Tagen 210.000 Euro Umsatz erwirtschaften”, sagt Schoenberger gegenüber deutsche-startups.de. Der ehemalige Schampus-Verkäufer oder halt Nicht-Schampus-Verkäufer (immerhin blieb er viele Bestellungen schuldig) berichtet von bisher knapp über “9.000 Kunden”. Schoenberger selbst beschreibt Xird.de als “eine Mischung aus Groupon und einer Schnäppchen-Plattform”. Er wolle sich nicht mit kurzfristigen Megadeals am Markt platzieren, sondern mit langfristigen Schnäppchen. “Es soll sowohl der Schnäppchenjäger, als auch die Hausfrau angesprochen werden. Wir setzen daher überwiegend auf Konsum und verbraucherfreundliche Produkte wie Windeln, Waschmittel und Rasierer”. Künftig soll es aber auch Reisen und regionale Shopping-Angebote, die über Dienstleister kommen, bei Xird.de geben.

Vor allem in Sachen Marketing will Schoenberger auch künftig ordentlich auftrumpfen: Gleich bei zwei Bundesligaklubs, dem VfL Wolfsburg und dem HSV, ist Xird ab sofort als Großsponsor an Bord. Den Vertrag mit dem HSV präsentierte er dabei voller stolz. Wer also künftig im Stadion sitzt oder Spiele der Vereine im TV sieht, bekommt Bandenwerbung von Xird.de zu sehen. Auf den Webseiten der Vereine taucht Xird.de aber noch nicht als Partner bzw. Sponsor auf. “Fußball erreicht Massen – und das braucht ein junges neues Start-up”, sagt Schoenberger zu dieser Werbestrategie. Eine mutige und vermutlich sehr teuere Strategie. Zudem soll es bald eine deutschlandweite Plakatkampagne und TV-Werbung für Xird.de geben. Damit müsste das Start-up bereits einen ordentlichen, niedrigen siebenstelligen Betrag ins Marketing gesteckt bzw. dafür verplant haben. 7,5 Millionen Euro hat das Unternehmen nach eigenen Aussagen von “verschiedenen Investoren und Business Angels” bisher eingesammelt. Bei Schoenbergers Historie, die auch den Nicht-Start der Crowdfunding-Plattform Founderr.de einschließt, wäre es angebracht gewesen, hier Ross und Reiter, also die Geldgeber, zu nennen. Auch jetzt bleibt der Name der Geldgeber weiter ein Geheimnis. Die haben dann wohl doch Angst um ihren Ruf.

Bleibt zu hoffen, dass Xird.de eine längere Zukunft als Stardrinx und Founderr.de gegönnt ist – und das diesmal alles mit rechten Dingen zugeht. Und jeder hat bekanntlich eine zweite Chance verdient. Zumindest scheint Schoenberger willig, aus seinen Fehlern zu lernen: Bei Xird.de gibt es Zahlungsarten abseits von Vorkasse. “So kann der Kunde erst zahlen, wenn die wäre angekommen ist”, sagt der Xird.de-Macher. Ob ein weiterer Deal-Dienst hier das richtige Konzept ist, bleibt fraglich. Immerhin haben alle Mitbewerber ihre Probleme. Xird.de ist ein mutiger Schritt nach den Sternen.

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.