“Die Mischung aus großen und kleinen Kunden macht es” – Fausto Maugeri von timeacle

Wartezeiten beim Arzt, Frisör oder Bürgeramt hat jeder schon einmal erlebt. Auch Fausto Maugeri, der sich wiederholt darüber ärgerte. Die Idee zu timeacle (www.timeacle.com) war geboren, doch leider war die Technik damals noch […]
“Die Mischung aus großen und kleinen Kunden macht es” – Fausto Maugeri von timeacle

Wartezeiten beim Arzt, Frisör oder Bürgeramt hat jeder schon einmal erlebt. Auch Fausto Maugeri, der sich wiederholt darüber ärgerte. Die Idee zu timeacle (www.timeacle.com) war geboren, doch leider war die Technik damals noch nicht soweit. Mit der Durchdringung von Smartphones jedoch konnte er seine Pläne technisch umsetzen. Über lange Warteschlangen sprach der Gründer im Gründer-Kurzinterview mit deutsche-startups.de.

Welche Idee steckt hinter Ihrem Start-up?
Kurz: Nie wieder Schlange stehen und Wartezeit versüßen durch locationbasierte Vorschläge. Die Idee für das Start-up besteht darin, Wartezeiten im Alltag zu reduzieren und sinnvolle Aktivitäten während der Wartezeit durchzuführen, Wartezeit zu Erlebniszeit bzw. zu Konsumzeit zu machen. Denn durch internetfähige Endgeräte kann der User ein Serviceticket ziehen und ganz aktuell die voraussichtliche Zeit bis zu dem gewünschten Termin online verfolgen. Selbstverständlich wird er auch über Signaltöne informiert, wenn er an der Reihe ist. Während sich timeacle für den Nutzer digital anstellt und seinen Platz in der Warteschlange freihält, kann dieser seine Zeit besser nutzen durch locationbasierte Vorschläge.

Wie sehr bzw. in welchen Punkten hat sich ihr Konzept von der ersten Idee bis zur Gründung verändert?
Das Konzept hat sich wesentlich im Bezug auf die verwendete Technologie verändert (mobiles Internet, Smartphone Applikatonen usw.).? Viele zusätzliche Featuers wie Terminkalender, Ticketsysteme sowie weitere Systemlösungen wurden entwickelt, die sich aus dem Marktbedürfnissen ergeben haben.

Wer sind Ihre Mitbewerber und wie grenzen Sie sich von ihnen ab?
Eigentlich gibt es keine Mitbewerber denn timeacle läuft komplett web-basiert, auf Hardware, welche bereits im Unternehmen vorhanden ist. Bei timeacle müssen keine teuren Anzeigetafeln oder spezielle Automaten gekauft werden. Somit kann timeacle die Investitionskosten für das Aufrufsystem bis auf null senken. Auch die neu gewonnene Freiheit der Kunden spricht für sich selbst. Für die weiteren Lösungen wie Terminkalender und Ticketsystem gibt es eine Vielzahl an Mitbewerben. Fokus ist jedoch nicht unbedingt die umfangreichsten, sondern die einfachsten Systeme am Markt zu platzieren. Im Prinzip kann mit timeacle jeder Kunde innerhalb von 5 Minuten ein Aufrufsystem, einen Terminkalender mit Online-Buchungsfunktion oder ein komplettes Ticketsystem online konfigurieren und sofort im Unternehmen einsetzen.

Was ist der entscheidendste Faktor, damit Ihr Start-up den Durchbruch schafft?
Wie bei jedem neuen System, sind am Anfang erst mal alle skeptisch. Diese Hürde versuchen auch wir noch zu nehmen. Letztendlich macht es später die Mischung aus kleinen und großen Kunden, welche timeacle einsetzen, den Unterschied. Denn das Ziel ist natürlich, dass Kunden direkt bei Unternehmen nachfragen, warum denn timeacle noch nicht angeboten wird.

Wie wollen Sie Geld verdienen und wann schreiben sie schwarze Zahlen?
Geld wird in erster Linie über die Software-Lizenzen verdient. Da timeacle vollkommen skalierbar ist, kann jeder klein anfangen und dann sukzessiv das System erweitern. Aber timeacle verdient auch durch optional erhältliche Hardware. Vom einfachen Bon-Drucker mit angeschlossenem Touchscreen zum Ausdrucken der Wartenummern bis hin zu umfangreichen Automaten mit Zahlungsfunktionen bietet timeacle alles aus einer Hand. Und nicht zu vergessen sind umfangreiche Systemlösungen für Individualkunden.

Welche Märkte wollen Sie mittel- und langfristig erobern?
Selbstverständlich ist timeacle für jedes Land weltweit interessant und vom System her auch so vorgesehen. Ziel ist es, erfolgreich auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen. Dann kann die Internationalisierung kommen.

Welche Meilensteine wollen Sie in den kommenden zwölf Monaten auf jeden Fall erreichen?
Ziel ist es einige große Ketten mit timeacle-Systemen auszustatten und Partner zu gewinnen.

Im Fokus: Weitere Interviews mit jungen Gründern gibt es im Special Gründerinterviews

Zur Person:
Fausto Maugeri studierte zunächste Luft-und Raumfahrttechnik in Rom und Berlin und arbeitete nach dem Diplom bei Zeppelin Luftschifftechnik in Friedrichshafen und im Bereich Lastannahmen, Flugphysik und Aerodynamik, später war er im gleichen Unternehmen als Sales Manager tätig und war in dieser Position verantwortlich für Sondermissionen der Zeppeline. Seit 2004 lebt Maugeri in Hamburg und bauter eine Beratungsbüro mit dem Schwerpunkt Technologie auf. Seit 2007 ist er Geschäftsführer der n.a.s.a. 3.0 (Online-Agentur) und Vorstand der Tagueri AG.

Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.

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