BestSecret.com holt Axa ins Boot – Finanzinvestor zahlt 200 Millionen Euro für den Einstieg

Der französische Finanzinvestor Axa Private Equity steigt beim Münchner Modehandelsunternehmen Schustermann & Borenstein, das neben dem Online-Shopping-Club BestSecret.com (www.bestsecret.com) auch zwei Modegeschäfte in der bayerischen Hauptstadt betreibt, ein. Wie der Shopping-Club sind auch […]
BestSecret.com holt Axa ins Boot – Finanzinvestor zahlt 200 Millionen Euro für den Einstieg

Der französische Finanzinvestor Axa Private Equity steigt beim Münchner Modehandelsunternehmen Schustermann & Borenstein, das neben dem Online-Shopping-Club BestSecret.com (www.bestsecret.com) auch zwei Modegeschäfte in der bayerischen Hauptstadt betreibt, ein. Wie der Shopping-Club sind auch die Geschäfte ausschließlich Mitgliedern zugänglich. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters sicherte sich Axa zwei Drittel der Unternehmensanteile. Der Kaufpreis soll bei rund 200 Millionen Euro liegen. Neben Axa sollen sich auch die Finanzinvestoren Bridgepoint, Cinven und 3i für das süddeutsche Unternehmen interessiert haben, das 2010 einem Umsatz in Höhe von 153 Millionen Euro erwirtschaftete und 17 Millionen Euro verdiente.

“Wir freuen uns sehr, in Axa Private Equity einen starken und verlässlichen Partner für das Unternehmen gefunden zu haben, mit dem wir unsere Wachstumspläne umsetzen und das Geschäft gemeinsam mit unseren Mitarbeitern weiter voranbringen können”, sagen Daniel Schustermann und Daniel Borenstein, Gesellschafter und Geschäftsführer von Schustermann & Borenstein. Die beiden namensgebenden Familien bleiben auch nach dem Einstieg von Axa weiter maßgeblich an ihrem Unternehmen beteiligt und führen auch weiter das operative Geschäft des Modehandelsunternehmen, dessen Schwerpunkt der Export nach Osteuropa und andere EU-Staaten ist. Im Zuge der Übernahme positioniert sich das Unternehmen als “exklusives Modehandelsunternehmen für Mitglieder”.

Bei BestSecret.com kommt nicht jeder rein

Der geschlossene Shopping-Club BestSecret.com, der 2007 startete, gilt als der geheimnisvollste unter den deutschen Shopping-Clubs. Zugang zum exklusiven Club erhält nur, wer von bestehenden Mitgliedern empfohlen wird. Diese können aber nicht – wie bei anderen Plattformen – beliebig viele Empfehlungen aussprechen. Nur nach einem Kauf ist eine Empfehlung an Freunde, Bekannte oder Verwandte möglich. Jede Empfehlung wird vom Unternehmen überprüft – unter anderem nach einem Postleitzahlen-Verteilungsschlüssel. Es sollen nicht zu viele Menschen aus einer Region Mitglied bei BestSecret.com sein. Kunden müssen im Jahr zudem innerhalb von zwölf Monaten mindestens Waren im Wert von 150 Euro kaufen. Wer weniger einkauft, verliert den Zugang zu BestSecret.com.

Wie “Exciting Commerce” im Januar des vergangenen Jahres berichtete, hat sich Bestsecret.com “zum Ziel gesetzt, nie mehr als 250.000 Kunden gleichzeitig Zutritt zum Shopping-Club zu gewähren. Sobald diese Marke erreicht wird, gibt es einen Aufnahmestopp für neue Mitglieder”. Damals hatte der Club rund 150.000 Mitglieder. 60 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftete BestSecret.com dem Artikel zufolge zuletzt im Jahr. Ein ungewöhnliches, aber offenbar erfolgreiches Konzept.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.