Die neue Lust am Daily Good: Mit Doonited macht Gutes tun Spaß

„Jeden Tag eine gute Tat“: Das bekannte Pfadfinder-Motto ist Grundlage des Geschäftsmodells von Doonited (www.doonited.com), einer Plattform für „Daily Goods“. Es geht darum, sich jeden Tag eine Anregung zu holen, um etwas Gutes […]
Die neue Lust am Daily Good: Mit Doonited macht Gutes tun Spaß
Dienstag, 21. Februar 2012VonYvonne Ortmann

„Jeden Tag eine gute Tat“: Das bekannte Pfadfinder-Motto ist Grundlage des Geschäftsmodells von Doonited (www.doonited.com), einer Plattform für „Daily Goods“. Es geht darum, sich jeden Tag eine Anregung zu holen, um etwas Gutes zu tun – für andere, aber auch für sich selbst. Die Community sorgt für die gegenseitige Motivation: Jede durchgeführte Aktion bringt dem einzelnen einen „Drop“ ein, so kann die Gruppe gemeinsam Tropfen sammeln (die dann ja bekanntlich kein Tropfen auf den heißen Stein mehr sind) und jeder einzelne sich persönliche Ziele stecken – und sich natürlich mit anderen vergleichen. Was als Social Business begann, soll längerfristig ein echtes Geschäftsmodell werden.

Teil einer großen Bewegung sein

Die Gruppe ist ein wichtiger Faktor bei Doonited: Es geht nicht darum, dass sich jeder aus einem Pool an netten Ideen seine eigene aussucht. Sondern: Jeden Tag gibt es eine Anregung, die für alle gilt. Es ist das Gefühl, virtuell bei etwas Großem dabei zu sein, an einer Bewegung teilzunehmen. „Wenn man alleine im Park aufräumt, kommt man sich blöd vor. Zu zweit ist es schon besser, ab vier wird es ein Happening und bei zehn Leuten will plötzlich jeder dabei sein“, erklärt Mitgründer Marco Alberti das psychologische Phänomen.

Mit Doonited wollen die vier Gründer Oliver Stark, Marco Alberti, Johannes Schacht und Christian Stromann nicht weniger als das Wertesystem der einzelnen – und damit der gesamten Gesellschaft – positiv verändern. Wer sich jeden Tag damit beschäftigt, wie er etwas Gutes bewirken kann, stehe im Bus auch wieder für eine ältere Dame auf – selbst wenn das gerade nicht auf der Agenda stehe. Die Angst, zu altruistisch zu werden, braucht trotzdem keiner haben: Manche Aktionen sind auch ganz eigennützig, zum Beispiel „Verwöhne dich mit einer Gesichtsmaske“ (tut auch Männern gut) oder „Trinke heute zwei Liter Wasser“.

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Auf die Idee zu Doonited kamen die Gründer durch eigene Erfahrungen: Oliver Stark war vom Besuch seines Patenkindes in Indien so begeistert, dass er fortan jedem von dieser Möglichkeit erzählte. Marco Alberti hingegen vermisste bei seiner Patenschaft für ein mexikanisches Dorf immer den Rückkanal; es blieb bei dem Gefühl, „einfach irgendwohin zu spenden“. Bei Doonited soll es gerade nicht darum gehen, sich mit Spenden freizukaufen, sondern konkret zu werden und dabei vor der eigenen Haustür zu beginnen. Neben Privataktionen können sich Nutzer auch an gemeinsamen Aktionen beteiligen: So sammelt Doonited zur Zeit in einer gemeinsamen Aktion mit dem „Straßenfeger“ und der Werbeagentur DOJO Geld für warme Jacken, die an Berliner Obdachlose gespendet werden (www.onewarmwinter.org).

Geschäftsmodell: Firmen sponsern Tagesaktionen

Als „Social Entrepreneurship“ sieht Alberti sein Berliner Start-up trotzdem nicht: Doonited sei zwar als Social Business gestartet, sei dann aber zu einem wirtschaftlichen Modell gewechselt. Das heißt, Doonited will sich durch ein echtes Geschäftsmodell tragen und nicht durch Spenden. Das Viererteam setzt auf Sponsoring: Firmen, die etwas für ihre Reputation machen wollen, können einzelne Drops oder auch ganze Tage sponsern. Neben der Aufmerksamkeit bei Facebook und Co. erscheint dann auf jedem erfüllten Aufgabenkärtchen eine Botschaft wie „XY findet es toll, dass du mitmachst, und unterstützt deshalb doonited“. Auch Content-Partnerschaften und gemeinsame Crowd-Aktionen sind angedacht. Große Firmen wie Vapiano und MTV.de sind schon dabei.

Auf jeden Fall ist Doonited eine tolle Idee, die in eine hübsche Webseite gepackt wurde, so dass der soziale Aspekt nicht – wie leider oft – durch schlechtes Design sichtbar wird: Gutes tun kann wirklich Spaß machen! Wie wäre es heute mit einer Gurkenmaske?

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Yvonne Ortmann

Seit Mai 2009 schreibt Yvonne für deutsche-startups.de Gründerportraits, Start-up-Geschichten und mehr – ihre besondere Begeisterung gilt Geschäftsideen mit gesellschaftlich-sozialer Relevanz. Sie tummelt sich auch im Ausland – immer auf der Suche nach spannenden Gründerpersönlichkeiten und Geschäftsideen.