Fünfzehn Fragen an Thorsten Lüttger von Musicplayr

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?   Die Freiheit, sich mit den Fragestellungen beschäftigen zu können, die man als erstes lösen möchte. Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem […]

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?  
Die Freiheit, sich mit den Fragestellungen beschäftigen zu können, die man als erstes lösen möchte.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up? 
Zwei Dinge waren der Auslöser: Zum einen das Problem, neue Musik zu finden. Zum anderen die Tatsache, dass immer mehr Musik online konsumiert wird. Und zwar auf verschiedenen Plattformen. In meinem konkreten Fall waren und sind das Youtube und Soundcloud und irgendwelche Harddrives oder Dropboxes voller Musik, die ich dann doch nie duchgehört habe. Anscheinend waren wir nicht die einzigen, die diese Probleme hatten.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen? 
Wir sind am bootstrappen. Wir wollten weder mit einer Power-Point noch mit einem Prototypen Geld aufnehmen, sondern zunächst den Product-Market-Fit finden und Traction zeigen. Aktuell scheinen wir hier auf einem guten Weg zu sein. Unsere Beta-User lieben musicplayr, wie man bspw. auf unserer Facebook-Fanpage oder bei Twitter sehen kann.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine? 
Das war bei uns ähnlich wie bei anderen Start-ups: Mit begrenzten Ressourcen seine “Vision” – oder zumindest die Grundzüge davon – umzusetzen, also aus “Nichts” “Etwas” zu kreieren, in unserem Fall: den universal Player für freie Web Music zu bauen und es Nutzern zu ermöglichen, ihre Lieblingsmusik zu bloggen und nicht zwangsläufig alles, was sie gerade hören.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen? 
Es gibt bestimmt immer wieder Dinge, die man anders machen würde wenn man noch einmal die Möglichkeit hätte, aber etwas ganz Konkretes fällt mir gerade nicht ein. Mit unserem Fortschritt bin ich wirklich sehr zufrieden. Wir hatten innerhalb von drei Monaten einen (mehr oder minder) funktionierenden Prototypen.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig? 
Wir konzentrieren uns aktuell auf die Produktentwicklung. Wir müssen weiter daran arbeiten, ein tolles Produkt zu bauen. Unsere Beta-User laden schon fleißig ihre Freunde ein. Wir glauben, dass ein gutes Produkt die Grundlage hierfür ist. Darüber hinaus sprechen wir mit internationalen und nationalen Bloggern, deren Feedback uns sehr wichtig ist.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Hier gab es keine einzelne Person sondern verschiedene. Es ist wichtig, viele Unterstützer zu haben.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg? 
“Never give up”, denn gründen ist das Beste, was man tun kann.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen? 
Das kann er alleine nicht ändern ;) Es ist das Mindset wie Gründern begegnet wird. Steve Blanks sagte Anfang November auf seiner Ranch: “We call failed entrepreneurs experienced”. Wir sind Angsthasen und ein Volk der Ver- und Absicherer. Ich finde, wir könnten uns deutlich mehr zutrauen – mehr Mut, weniger Diskussion, mehr Machen, mehr und größere Visionen.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten?  
Hier muss ich schieben – ich weiß es nicht. Diese Frage werde ich mir erst dann stellen, wenn sie tatsächlich auftaucht.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen? 
Soundcloud.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?  
In die Zukunft, ich würde gerne wissen, wie wir die heutigen großen Probleme lösen werden und wie unsere Zeit rückblickend beurteilt wird.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld? 
Investieren in musicplayr und mich bei meiner Familie erkenntlich zeigen.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag? 
Ausschlafen, frühstücken gehen, mit Freunden Sport machen, Tatort schauen.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden? 
Mit Tony Horton. Ich “sehe” ihn nahezu täglich, aber habe ihn noch nie kennengelernt.

Zur Person 
Thorsten Lüttger ist Gründer und Geschäftsführer der musicplayr 24/7 GmbH, die musicplayr (www.musicplayr.com) betreibt. musicplayr ist der music play(e)r für freie web music – music blogging made simple & fun. Lüttger studierte BWL an der Universität zu Köln und der HSG, St. Gallen Er spielt gerne Ultimate Frisbee und liebt elektronische Tanzmusik.

Seit Mai 2009 schreibt Yvonne für deutsche-startups.de Gründerportraits, Start-up-Geschichten und mehr – ihre besondere Begeisterung gilt Geschäftsideen mit gesellschaftlich-sozialer Relevanz. Sie tummelt sich auch im Ausland – immer auf der Suche nach spannenden Gründerpersönlichkeiten und Geschäftsideen.

  1. “Wir sind am bootstrappen. Wir wollten weder mit einer Power-Point noch mit einem Prototypen Geld aufnehmen, sondern zunächst den Product-Market-Fit finden und Traction zeigen.”

    Cool! Den Quote muss ich mir implicitly memorizen! ;-)

  2. Pingback: Musicplayr wird mobil: iOS-App geht an den Start :: deutsche-startups.de

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