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Datengetriebene Innovation im Gesundheitswesen: Bessere Versorgung dank KI

Warum einem Patienten zuhören, wenn man allen zuhören kann? Wie ein Bielefelder Startup mithilfe einer KI-basierten Plattform das Leben von Patienten weltweit verbessern will und wie es auf diesem Weg unterstützt wird, liest du hier.
Datengetriebene Innovation im Gesundheitswesen: Bessere Versorgung dank KI
Donnerstag, 21. Juli 2011VonTeam

Als der Grundstein für Semalytix gelegt wurde, war das ausgerufene Ziel kein Geringeres, als die Welt zu verbessern. Ein nobles, aber keineswegs unrealistisches Ziel. „Die Menschheit hat in den letzten 20, 30 Jahren das größte Patientenerfahrungs-Dataset gebaut, das wir jemals besessen haben“, sagt Janik Jasolski, Gründer und CEO des Bielefelder Startups Semalytix. „Im Internet teilen Millionen von Menschen ihre medizinischen Erfahrungen, ohne dass diese systematisch ausgewertet werden. Dies wollen wir mit KI leisten – und damit die Medizin verbessern.“

Diese Idee kam Janik Jaskolski und seinen späteren Mitgründern, Philipp Cimiano und Matthias Hartung, während ihres Studiums für kognitive Informatik am CITEC-Institut der Universität Bielefeld. Als Spin-off der Projektgruppe „Semantic Computing Research“, die sich mit der KI-gestützten Auswertung von Texten und Worten befasste, gründeten sie 2015 Semalytix.

Social Listening der höchsten Form

Mithilfe ihrer eigens entwickelten Software-Plattform „Pharos“ sind sie in der Lage, Patientenstimmen aus sozialen Netzwerken, Foren und vielen weiteren Online-Quellen zu sammeln, um diese dann zu strukturieren und auszuwerten. Das Ziel: Die Medikamentenentwicklung und somit die Patientenerfahrungen nachhaltig zu verbessern. Die KI-gestützte, automatisierte Datenverarbeitung ermöglicht es, Patienten in ihrer jeweiligen Situation besser zu verstehen, unbekannte Nebenwirkungen und Krankheitsverläufe aufzudecken und so die Behandlungen sowie zukünftige Generationen von Medikamenten zu optimieren. 

Dabei kommt Semalytix‘ hauseigene KI „Sphinx AI“ zum Einsatz. „Die KI analysiert in den Posts der Patient*innen Aussagen zu Verbesserungen, Auswirkungen der Krankheit auf das Leben der Patient*innen, unerfüllten Bedürfnissen, Beeinträchtigungen, Symptomen und mehr“, erklärt Cimiano.  „Sie wird mit von uns annotierten Daten trainiert und lernt immer weiter und wird immer besser.“

2020 bestand das Team bereits aus über 80 internationalen Mitarbeiter*innen. Zu ihren Kunden zählen heute viele der Top-20-Pharmaunternehmen weltweit, doch die Vision ist größer. „Wir wissen, dass es noch unendlich viel Potential gibt, datengetriebene Innovationen im Gesundheitswesen voranzutreiben“, sagt Jaskolski – zum Beispiel, um auf bislang wenig beachtete oder schlicht unbekannte Bedürfnisse von Patienten eingehen zu können. „Es geht darum, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern – sodass sie länger mit ihren Kindern spielen können oder es einfach leichter haben, ihre täglichen Aufgaben zu erledigen.“ Denn oft würden Betroffene eine andere Geschichte darüber erzählen, wie sich eine Krankheit oder ein Sympton auf das tägliche Leben auswirke, als ein Arzt das tun würde, weiß Jaskolski. „Unsere Vision ist es, Patienteninformationen zu einem echten Leistungsindikator in der Arzneimittelentwicklung zu machen.”

Das Gründer-Trio hinter Semalytix: Janik Jaskolski, Matthias Hartung und Philipp Cimiano.

Frühe Unterstützung für innovative GeschäftsmodelleDas Potenzial hinter Semalytix blieb nicht lange unentdeckt. Nach einer initialen Seed-Runde 2020 war es die NRW.BANK, die sich Anfang 2021 im Rahmen einer erweiterten Series-A-Finanzierungsrunde mit einer Investition in Höhe von zwei Millionen Euro am Startup beteiligte. „Künstliche Intelligenz wird nicht nur im Gesundheitsmarkt immer wichtiger“, weiß Michael Stölting, Mitglied des Vorstands der NRW.BANK. „Mit Semalytix sind Pharmaunternehmen in der Lage, aus den globalen Patientenerfahrungen mit Medikamenten Erkenntnisse abzuleiten. Das bietet in der aktuellen Situation großes Potenzial – denken wir nur an die Verprobung neuer Impfstoffe. Aus unserer Sicht hat das Unternehmen großes Wachstums- und Skalierungspotenzial und passt optimal in das Portfolio unseres Venture-Fonds.“

Gespräch mit Dr. Claas Heise vom NRW.BANK.Venture Fonds

Dr. Claas Heise vom NRW.BANK.Venture Fonds

Was genau ist der Venture Fonds der NRW.BANK?

Wir sind eine spezialisierte Beratungsstelle für technologieorientierte Gründungswillige aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Wir gehen aktiv auf potenzielle Hightech-Gründer in Hochschulen und Instituten zu, beraten und begleiten sie neutral und kostenlos – zum Beispiel beim Thema Förderung und Finanzierung.

Über den NRW.BANK.Venture Fonds unterstützt die NRW.BANK bereits etablierte, innovative Startups als Co-Investor, die in relevanten Branchen wie Life-Sciences oder der Digitalwirtschaft beheimatet sind. 

Welche Voraussetzungen müssen Startups mitbringen?

Der NRW.BANK.Venture Fonds geht ausschließlich Minderheitsbeteiligungen bei Unternehmen ein, die bereits eine erste Finanzierungsrunde mit Venture-Capital erfolgreich abgeschlossen haben.

Welche Unterstützungen können Startups vom Venture Fonds erwarten?

Sind die Voraussetzungen gegeben, kann die NRW.BANK über mehrere Finanzierungsrunden bis zu zehn Millionen Euro zur Verfügung stellen.

E-Mail: beteiligungen@nrwbank.de
Telefon: 0211 91741 1313

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Fotos: Semalytix, NRW.BANK