Gründerleben! “Ich hasse mein Homeoffice” – Boom der Coworking Spaces

Für manche ist es die schönste Sache der Welt und die Erfüllung eines Lebenstraums: Gründen. Dabei gibt es viel zu berichten und noch mehr zu beachten – egal ob in Bezug auf Gesundheit, […]
Gründerleben! “Ich hasse mein Homeoffice” – Boom der Coworking Spaces

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Für manche ist es die schönste Sache der Welt und die Erfüllung eines Lebenstraums: Gründen. Dabei gibt es viel zu berichten und noch mehr zu beachten – egal ob in Bezug auf Gesundheit, Unternehmen oder Privatleben. In unserer Reihe “Gründerleben” stellen wir ab sofort jede Woche ein Thema vor, das das “Alltagsgeschäft” von Start-up-Gründern beleuchtet. Heute geht es darum, warum sich für viele Gründer das Arbeiten im Coworking Space lohnt – und wie man das Thema angeht, wenn es in der eigenen Stadt noch keine Coworking-Initiative gibt.

Gemeinsam statt einsam: Arbeiten im Coworking Space

Gründer kennen neben den vielen tollen Momenten auch die Schattenseiten der Selbständigkeit: Die Schwierigkeit wirklich Feierabend zu machen, das Versumpfen im anfänglichen Home Office (Bootstrapping…), fehlender Austausch mit Gleichgesinnten. Wer von einem Inkubator betreut wird oder schon eine Finanzierungsrunde hinter sich hat, darf den Artikel getrost überspringen. Für alle anderen gilt: Die Lösung heißt Coworking!

Seit geraumer Zeit sprießen in vielen Städten Coworking Spaces aus dem Boden, in denen Freiberufler und Selbständige flexibel und ohne Monatsmiete arbeiten können. Man findet sie in alten Industrie-Lofts (sehr häufig), in ausgedienten Kantinen (Berlin Wedding), Hinterhäusern (Kassel) oder Studios (Leipzig). Wer sich für einen Tag einmietet, bezahlt je nach Stadt zwischen zwölf und zwanzig Euro. Meist gibt es auch Zehner- und Monatskarten. In Coworking Spaces kann man nicht nur wertvolle Kontakte knüpfen und dem Einsamkeits-Blues entkommen, sondern auch Geschäftspartner in den Meeting-Raum bestellen oder neben der Privatadresse eine Geschäftsadresse führen.

Wer ein Coworking Space aufbauen will, muss zunächst einmal eine kritische Masse an Leuten erreichen, die mitziehen. Dies gelingt zum Beispiel, indem man sich über einen längeren Zeitraum hinweg regelmäßig zum „Jelly“ trifft: gemeinsames Arbeiten in einem Café, das natürlich WLAN und Steckdosen anbietet. Was man bei Interesse am Coworking-Projekt alles beachten muss, erzählt Lena Schiller Clausen, Betreiberin des „betahaus“ Hamburg, im Videointerview. Außerdem berichten zwei Coworker, wie sie ihr Projekt hochgezogen haben – eines davon sogar auf dem Land! Wer wissen will, ob es in seiner Stadt schon Coworking-Projekte gibt, schaut am besten bei hallenprojekt nach.

Coworking Space weXelwirken, Härten
„Unser Space weXelwirken (www.wexelwirken.de) ist seit Januar 2011 geöffnet. Zwei unserer Besonderheiten: Wir sind ein Netzwerk aus lokalen Gewerbetreibenden, die sich zusammen geschlossen haben, und wir kooperieren mit dem CoWorking Space in Paderborn. Diese gegenseitige Unterstützung ist eine große Hilfe. In unsere Räume kommen drei ständige und einige unregelmäßig wiederkehrende CoWorker – Tendenz stark steigend, da wir viel auf lokalen Events und Veranstaltungen präsent sind. Das Space läuft unter meinem Namen, ich stelle als Dienstleister die Infrastruktur zur Verfügung und stelle Rechnungen. Auch die Miete und Einrichtung habe ich aus eigener Tasche bezahlt bzw. vorgestreckt – ich hoffe, noch im Laufe dieses Jahres auf Null zu kommen. Einen direkten monetären Verdienst will ich mit dem CoWorking Space nicht erzielen. Eigentlich war alles etwas anders geplant, aber die ursprüngliche Gruppe hat sich noch vor dem Unterschreiben des Mietvertrags aufgelöst. Als unverbesserlicher Optimist habe ich den Vertrag trotzdem unterschrieben – befristet auf ein Jahr. Wenn sich bis dahin alles positiv entwickelt, kann ich den Vertrag verlängern. Natürlich ist es ein gewisses Risiko, so ein Projekt auf dem Land hochzuziehen. Die Resonanz ist aber äußerst positiv. Ob es langfristig gelingen kann? Fragt mich in sechs Monaten nochmal!“ Christopher Schmidhofer
Kontakt: Christopher.Schmidhofer (at) cjs-design (punkt) de

Coworking Space Magdeburg
Die Idee zu unserem Coworking Space (www.coworking-magdeburg.de) kam beim Webmontag auf, einem monatlichen Treffen der Magdeburger Webentwicklungsszene. Einige Leute sind gedanklich dran geblieben und haben sich mit dem Kreativwirtschaft Sachsen-Anhalt e.V. vernetzt. Dieser Verein hat die organisatorische Leitung übernommen und nutzt das Projekt auch als Eigenwerbung. Unser CoWo-Space ist klein: Wir bieten vier bis fünf Plätze an, Standort ist das südliche Stadtzentrum. Die Preise fangen bei zehn Euro pro Tag an, das Wochenticket kostet 45 Euro und ein Monatsticket 95 Euro. Grundsätzlich lässt sich das Projekt so natürlich nicht finanzieren. Aufgrund der Trägerschaft durch den Verein und der Mitnutzung einer bestehenden Firmen-Infrastruktur fallen aber nur geringe Kosten an; so kann der Trägerverein das Projekt als Testballon durchführen und sehen, ob es ausreichend Potential und Interesse am Coworking gibt. Bisher ist die Resonanz noch verhalten, hat aber schon einige interessante Kontakte ermöglicht. Die überschaubaren Anfangsinvestitionen haben Mitglieder des Vereins vorgestreckt – sie werden aus den Einnahmen refinanziert.” Christian Metzeler
Kontakt: mail (at) coworking-magdeburg (punkt) de

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Foto (oben): Coworking Space weXelwirken, Härten
Foto (unten): Coworking Space Magdeburg

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* Gastbeitrag: Coworking Boom im Lande – Die Professionalisierung einer Bewegung

Seit Mai 2009 schreibt Yvonne für deutsche-startups.de Gründerportraits, Start-up-Geschichten und mehr – ihre besondere Begeisterung gilt Geschäftsideen mit gesellschaftlich-sozialer Relevanz. Sie tummelt sich auch im Ausland – immer auf der Suche nach spannenden Gründerpersönlichkeiten und Geschäftsideen.

  1. Genau meine Meinung! Gerade für Startups ein absolutes MUST-Have. Hier in München haben wir TFH – The Founders Hub, einen Space speziell für Startups entwickelt. Ich denke gerade beim Start sind flexible Modelle und der Austausch mit Gleichgesinnten extrem wichtig!

    Steffen

  2. Das Home-Office ist tatsächlich manchmal trist. Und sobald das erste Kind ins Haus kommt nochmal schwieriger(spreche da aus Erfahrung ;-). Von daher, CoWorking rocks. @TFH schön dass München kein weisser Fleck mehr auf der Landkarte ist!

  3. Danke für den tollen Bericht. Inzwischen zeigt sich, dass das Projekt aller Vorraussicht nach weiter läuft. Wir habn noch Platz, aber auch neue CoWorker gewonnen. Auf null komme ich zwar nicht, aber die Hoffnung bleibt, dass im nächsten Jahr die Null erreicht werden kann. Für weitere Infos sthe ich gerne zur Verfügung.



  4. Angelos

    Schade nur, dass es Geld kostet. Wer sowieso als Freiberufler oder Bootstrapper rumkrebst, hat genau die Euro oft nicht übrig.

    • @Angelos: Das Tolle am Coworking Space ist ja, dass man sich nicht für einen Monat verpflichten muss sondern einfach dann, wenn man Bedarf hat, vorbei schaut – und wenn es nur ein Mal die Woche ist. Aber klar: Tragen muss sich so ein Projekt natürlich schon!

  5. Pingback: Mit Coworking Spaces das Homeoffice verlassen « AdClicks-Agent.de

  6. Also ich liebe mein Homeoffice. Ich spare Zeit, da ich keinen Hin- und Rückweg zur Arbeit habe, kann alle meine Sachen rumliegen lassen und alle Annehmlichkeiten der eigenen Wohnung sind in Griffweite.
    Ich kann aber auch sehr gut nachvollziehen, dass viele Leute einen separaten Arbeitsplatz vorziehen. Genau aus den Gründen die im Interview genannt werden.
    Ist meiner Meinung nach eine Typfrage und vergleichbar mit wo man im Studium am besten lernen konnte – zu Hause oder in der Unibibliothek.

  7. @Angelos: Im CoWorking Space findet man gute Kontakte, die einem zeigen und dabei helfen aus dem Krebsstadium heraus zu kommen. Selbständige oder Freiberufler “krebsen” aus meiner Sicht sowieso nicht herum, sondern versuchen Ihre Idee vom Leben “Selbstverantwortlich” umzusetzen. :)

    @Kochausbildung: Du nennst zwei Punkte für das Homeoffice, die auf lange Sicht dagegen sprechen. Alle Dinge rumliegen lassen und Annehmlichkeiten (unproduktive Ablenkungen) belasten langfristig eher. CoWorking würde ich auch nicht mit Uni-Bib vergleichen, aber vll. habe ich einfach andere Erfahrungen gemacht (Stille, keine Kontakte / Gespräche, keine Getränke, muffige Räume,…).

    Aus meiner Sicht sollte man es einfach mal ausprobieren (vll. sogar in mind. drei Spaces) und sich dann seine Meinung bilden :)



  8. Paul

    Hallo, ich finde diese Gemeinschaftsbüros echt super. Manchmal ist es wirklich gut wenn man nicht nur im Homeoffice sitzt und einfach “raus” kommt. In Linz wurde dieses Jahr auch ein Coworking-space eröffnet (www.daxbau.at). Lg

  9. Pingback: Coworking übers Coworking – Dieter Hoogestraat - Journalist

  10. Dieser Beitrag übrigens ist das Ergebnis von ganz klassischem Coworking. Yvonne (Redaktion & Text) und ich haben uns bei einem Jelly Coworking der Kieler Coworking-Initiative getroffen: Sie brauchte ein Video zu ihrem Beitrag; ich eine gute Plattform dafür. So fand sich beides, und das ist wohl auch der eigentliche Sinn von Coworking. Der Austausch macht die Musik

  11. Pingback: Artikel der Woche zum Thema Coworking | Coworking-Szene



  12. anja

    Ich als Betreiber der spacebox und selbst zusätzlich als Freiberufler in Gründung kann coworking aus eigener Erfahrung für Gründer nur empfehlen. Hier gibt es so viel Synergien und Kooperationsmöglichkeiten, die man allein zu Hause nie bekommen würde.

    Wir, die spacebox im Münchner Osten bieten spezielle Gründerangebote, die erheblich günstiger sind, als der normale Tarif.

  13. Pingback: Coworking übers Coworking « Dieter Hoogestraat

  14. Also ich denke, dass ein Homeoffice Vor- und Nachteile hat.
    Ich bin froh immer bei meiner Tochter zu sein. Andererseits kann das auch sehr ablenken und von der Arbeit abhalten. Ein Büro wäre sicherlich produktiver. Dennoch möcht ich das hier nicht missen. :)

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