Notbremse: Handelsriese Otto schließt Discount24 und Yalook

Gerade E-Commerce gilt in Deutschland als attraktives Segment. Das Geschäftsmodell ist simpel, einfach erklärt und immer mehr Menschen gehen im Netz auf Shoppingtour. Investoren lieben E-Commerce ebenfalls – vor allem das vergleichweise sichere […]
Notbremse: Handelsriese Otto schließt Discount24 und Yalook

Gerade E-Commerce gilt in Deutschland als attraktives Segment. Das Geschäftsmodell ist simpel, einfach erklärt und immer mehr Menschen gehen im Netz auf Shoppingtour. Investoren lieben E-Commerce ebenfalls – vor allem das vergleichweise sichere Geschäftsmodell – und deswegen investieren sie gerne in Webshops aller Art. Trotzdem ist E-Commerce kein Selbstläufer. So verschwanden in den letzten Monaten Cyberläden wie mybrands und Beautydeal von der Bildfläche. Zudem fusionierten die beiden kleinen Start-ups enamora und 7Trends zu einem schlagkräftigeren Gemeinschaftsunternehmen. Doch nicht nur die Kleinen haben im Boomsegment ihre Probleme – auch die Dickschiffe. Der Handelskonzern zieht beispielsweise bei seinen Ablegern Discount24 (www.discout24.de) und Yalook (www.yalook.de) zum Jahresende die Reißleine.

“Trotz hoher Umsatzerlöse ist es den Onlineshops nicht gelungen, profitabel zu wirtschaften”, berichtet Computer Reseller News. Die beiden Unternehmen werden abgewickelt. Die Marken will der Handelsriese dagegen behalten. Gegenüber Golem.de sagte Unternehmenssprecher Robert Hägelen: “Zurzeit untersuchen wir mehrere Geschäftsmodelle, wie die Marken Discount24 und Yalook weiter geführt werden und werden dazu voraussichtlich im Herbst Informationen veröffentlichen.” Der Schnäppchenshop Discount24, den Otto vor zehn Jahren als 100-prozentige Tochter startete und seit 2007 als Joint Venture mit Cdiscount, der E-Commerce-Tochter der Casino Group in Frankreich betrieb, wanderte gerade erst wieder komplett unter das Dach von Otto.

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Die verlustreiche Geschichte des Online-Ladens geht damit nach zehn Jahren zu Ende. Endlich, wird der ein oder andere sagen. Yalook ging erst im Sommer des vergangenen Jahres ins Netz. Im stylischen und außergewöhnlichen Shop wurden vor allem erschwingliche Fashion-Brands angeboten. Das gesamte Konzept war außergewöhnlich, mutig und der gesamte Shop ein echter Hingucker im Einheitsbrei der Cyberläden. Der Grund für die Einstellung von Discount24 und Yalook, bei der 100 Mitarbeiter ihren Job verlieren, ist banal: Beide Shops konnten nicht die geforderte Umsatzrendite von vier Prozent erzielen. Beim Dauerverlustbringer Discount24 scheinbt dies alles nachvollziehbar. Wäre es aber auch schon vor Jahren gewesen. Bei Yalook ist es schade, dass man dem mutigen Konzept nicht mehr Zeit gegeben hat.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.