Internetriese Tomorrow Focus sucht expandierende Start-ups

Aufstrebende Gründer, deren Start-up sich bereits im fortgeschrittenen Entwicklungsstadium befindet und denen schwarze Zahlen nicht nur aus Erzählungen bekannt sind, sollten sich den Namen Philipp Goos merken – zumindest wenn sie weiter expandieren […]

Aufstrebende Gründer, deren Start-up sich bereits im fortgeschrittenen Entwicklungsstadium befindet und denen schwarze Zahlen nicht nur aus Erzählungen bekannt sind, sollten sich den Namen Philipp Goos merken – zumindest wenn sie weiter expandieren wollen. Goos ist Leiter Unternehmensentwicklung und Mitglied der Geschäftsleitung bei der Tomorrow Focus AG. Seine Aufgabe ist die Suche nach expandierenden Start-ups, die zum Internetkonzern passen. “Wir planen im laufenden Geschäftsjahr mindestens eine Investition in ein vielversprechendes Geschäftsmodell”, wird er im aktuellen Geschäftsbricht des börsennotierten Unternehmens zitiert. Der Fokus von Tomorrow Focus liegt dabei ganz klar auf transaktionsorientierten Geschäftsmodellen und Aboangeboten. “Auch in den Bereichen Mobile Commerce und Performance Advertising sehen wir uns gerade verstärkt um”. Klassische physische E-Commerce-Modelle mit Logistikkomponente haben bei Tomorrow Focus momentan dagegen keine Chance. Generell sei höchstens eine von 50 Geschäftsideen für Tomorrow Focus interessant.

In der Vergangenheit entdeckte der Internetkonzern bereits HolidayCheck (www.holidaycheck.de) und Elitepartner (www.elitepartner.de) für sich. An diesen Unternehmen beteiligte sich die Münchner Aktiengesellschaft 2006 bzw. 2007 und baute ihren Anteil an diesen Start-ups über die Jahre weiter aus. Die Partnervermittlung Elitepartner gehört Tomorrow Focus inzwischen komplett. Im September des vergangenen Jahres schnappte sich der Internetkonzern die verbliebenen rund 37 % der Anteile und zahlte dafür rund 13 Millionen Euro. Beim Einstieg im Sommer 2007 zahlten die Bajuwaren rund 15,4 Millionen Euro für 63 % der Anteile. Insgesamt hat die Übernahme der Partnervermittlung somit 28,4 Millionen Euro gekostet. Bei HolidayCheck beträgt der Anteil von Tomorrow Focus inzwischen knapp 94 %. Im Februar des vergangenen Jahres stockte das Unternehmen seinen Anteil an der Reiseplattform HolidayCheck um 15 % auf und zahlte dafür 21,6 Millionen Euro. Für die restlichen 6 % Anteile wurde eine Call-/Put-Regelung für 2014 vereinbart.

Erfolgreichstes Jahr der Firmengeschichte

Für Tomorrow Focus hat sich der Einstieg bei HolidayCheck und Elitepartner gelohnt: Beide Webfirmen haben inzwischen maßgeblichen Anteil am Wachstumskurs der Aktiengesellschaft. Der börsennotierte Internetkonzern legte 2009 das erfolgreichste Jahr der Firmengeschichte aufs Parkett. Im Detail erhöhte sich der Konzernumsatz im Jahresvergleich um fast 20 % von 77,1 auf 92,2 Millionen Euro. Um weiter kräftig zu wachsen, wird Tomorrow Focus weitere Zukäuft tätigen müssen. Zuletzt baute das Unternehmen seinen Anteil am Online-Werbemarktplatz AdJug (www.adjug.com) auf inzwischen knapp 60 % aus. Zu den weiteren Beteiligungen gehören unter anderem die Arztbewertungsplattforn jameda (www.jameda.de) und Finanzen100 (www.finanzen100.de). Die Finanzseite baute Tomorrow Focus von Anbeginn mit auf, bei jameda stieg der Webkonzern im Sommer 2008 ein.Was Tomorrow Focus auszeichnet, ist die Hingabe zu den einmal ins Haus geholten Start-ups. “An kurzfristigen An- und Verkäufen” ist der Tomorrow-Focus-Mann Good nicht interessiert. “Wir sind keine Beteiligungsholding, sondern entwickeln Unternehmen strategisch nachhaltig.” Jetzt muss Goos nur noch das nächste Start-up, das zum Konzept von Tomorrow Focus passt, finden.

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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  2. Und ohne ein paar mio Umsatz braucht man sich fast melden, sollte man ergänzen. Ansonsten, schöner Hinweis!

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