Fünfzehn Fragen an Ole Boyken von MeinKartenspiel.de

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein? Freiheit! – Entscheidungen werden aufgrund von Fakten und nicht auf Basis von politischen oder “historisch gewachsenen” Gründen getroffen. Außerdem macht es unglaublich viel Spaß […]
  • Von Christina Cassala
    Freitag, 12. Dezember 2008
  • 7 Kommentare

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?
Freiheit! – Entscheidungen werden aufgrund von Fakten und nicht auf Basis von politischen oder “historisch gewachsenen” Gründen getroffen. Außerdem macht es unglaublich viel Spaß an seinem eigenen “Baby” zu arbeiten.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up?
Wir betreiben seit 2005 unseren Kartenspielverlag Kultquartett. Dort kamen viele Autoren und Privatkunden auf uns zu und wollten Ihre teilweise verrückten Spielideen produzieren und publizieren lassen. Im klassischen Verlagsgeschäft rechnen sich aber nur große Auflagen, für die viele dieser Ideen aber nicht geeignet waren. So kamen wir dann auf die Idee, mit MeinKartenspiel.de eine Plattform zu schaffen, auf der Spiele in jeder gewünschten Auflage erstellt werden können – egal ob als Einzelstück oder Containerladung.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen?
MeinKartenspiel finanziert sich zum großen Teil bereits selbst und wird nur noch etwas vom Verlagsbereich subventioniert. Dennoch würden wir gerne noch einige große Ausbaustufen realisieren, für die wir derzeit noch auf Kapitalsuche sind.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine?
Die Programmierung nicht “in house” gemacht zu haben. Die Abstimmung mit einer Agentur frisst unglaublich viel Zeit. Außerdem ist unsere Idee nun einmal nicht das nächste Google, sondern eine “attraktive Nische” für die wir zudem keinen Kapitalbedarf in Millionenhöhe haben. Das ist für institutionelle Kapitalgeber leider nicht interessant genug.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen?
Von Anfang an eigene Programmierer im Haus haben!

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig?
PR, Google & Mund-zu-Mund-Propaganda

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Mirco Beisheim von unserem Druckdienstleister Postalo vor allem mit viel KnowHow & fairen Produktionspreisen.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg?
Auf Geschäftsmodell setzten, die bereits in der Anfangsphase Erträge abwerfen. Und vorsichtig sein! Es gibt so unglaublich viele Schnacker und Poser in der Branche.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
Bessere Seedfinanzierungsmöglichkeiten

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten?
Kann ich mir gar nicht mehr vorstellen – Ein eigenes Start-Up war immer mein Wunsch.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen?
StudiVZ, weil ich nicht verstehe, warum die sich von den Funktionen her so wenig weiterentwickeln und dabei auch keine sinnvollen Erlösmodelle implementieren.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?
In die Zukunft – das ist deutlich spannender, als der Blick zurück.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld?
Ein Drittel geht in den Ausbau von MeinKartenspiel. Ein Drittel wird gespart oder in eine Wohnung investiert. Ein Drittel geht in eine Experimentierfirma, in der 2 bis 3 Entwickler den ganzen Tag meine verrückten Projektideen umsetzen.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag?
Hauptsächlich mit Freunden beim Kaffee trinken oder um die Alster spazierend.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Mit jedem, der Lust hat, den Ausbau von MeinKartenspiel mitzugestalten! Egal ob als Geldgeber, Mitarbeiter, Praktikant oder Kooperationspartner. Einfach melden.

Zur Person
Ole Boyken, Jahrgang 1976, studierte BWL mit den Schwerpunkten Marketing und Wirtschaftsinformatik in Münster. Bereits während dieser Zeit machte er erste Schritte in die Online-Welt mit dem Studentenattraktivitätsbarometer “unilection.de”. Anfang 2005 gründete er in Hamburg Kultquartett, einen Verlag für “Quartette der etwas anderen Art”. Drei Jahre später startete MeinKartenspiel.de (www.meinkartenspiel.de) – eine Mass Customization-Plattform für echte Spiele.

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Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.

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