Townster wird versteigert

Der lange Niedergang der gestrauchelten lokalen Such-Plattform Townster (www.townster.de) ist zu Ende. Nun wird der Dienst, den sich Thorsten Borsch, Thomas Mindnich und Gleb Tritus ausgedacht haben, bei eBay versteigert. “Ich weiß, ich […]

Der lange Niedergang der gestrauchelten lokalen Such-Plattform Townster (www.townster.de) ist zu Ende. Nun wird der Dienst, den sich Thorsten Borsch, Thomas Mindnich und Gleb Tritus ausgedacht haben, bei eBay versteigert. “Ich weiß, ich habe stets getönt, dass es soweit nicht kommen wird – allerdings sehen wir bei der aktuellen Situation kein anderes Vorgehen mehr: Gründer-Kollege Thorsten, meine Wenigkeit sowie alle anderen Mitglieder unseres Teams sind inzwischen “hauptberuflich” anderweitig eingespannt – beispielsweise in unseren alten Firmen und/oder in anderen Start-ups als aktiver Mitarbeiter, Berater oder Geldgeber”, schreibt Gründer Tritus im Townster-Blog.

Zur Erinnerung: Die lokale Such-Plattform steht nach einer gescheiterten Finanzierungsrunde samt Streitigkeiten unter den Gründern seit November des vergangenen Jahres zum Verkauf. Grundgerüst von Townster ist ein soziales Netzwerk. Neben dem Knüpfen von Kontakten geht’s bei dem Dienst – wie bei vergleichbaren Angeboten – um die Bewertung von Restaurants, Clubs und Hotels. Darüber hinaus kann jeder Events ankündigen, Listen anlegen und sich in Gruppen austauschen. Ein wichtiger Punkt zur Abgrenzung von Konkurrenten ist für Tritus die Verbindung zwischen sozialem Netzwerk und lokaler Suche.

Exitkanal eBay – zuletzt nur überschaubare Ergebnisse

“Wir haben monatelang mit diversen Medienhäusern und Privatinvestoren wegen einer möglichen Übernahme intensiv verhandelt und zig Präsentationen gehalten – das Interesse war sehr groß, doch stets scheiterte es schließlich an der Vorgabe, das Projekt nur mit dem dazugehörigen Team übernehmen zu wollen. Natürlich hätten wir diese gerne bedient, glauben wir doch auch weiterhin sehr wohl an unser “Baby” von einst, doch können unsere mittlerweile aufgenommenen Verpflichtungen dabei nicht wieder hinten anstehen”, berichtet Tritus. Vor Townster setzten bereits einige Projektbetreiber auf den Exitkanal eBay. Zuletzt allerdings meist mit überschaubarem finanziellem Ergebnis. Nur selten schaukelten sich die Bieter im vergangenen Jahr in einen Rausch. Bei einigen Angeboten verlief die Auktion sogar im Sande – der angestrebte Mindestpreis wurde nicht erreicht.

Exits über eBay (Auswahl)

CharmAge.de (www.charmage.de)
Höchstgebot: Mindestpreis nicht erreicht; letztes Gebot: 14.640 Euro

Restauranta (www.restauranta.de)
Verkaufspreis: 1.220 Euro

Bayanoo (www.bayanoo.de)
Höchstgebot: Mindestpreis nicht erreicht; letztes Gebot: 6.411 Euro

Yieeha (www.yieeha.de)
Verkaufspreis: 24.550 Euro

MyCornflakes (www.mycornflakes.com)
Höchstgebot: Mindestpreis nicht erreicht; letztes Gebot: 2.130 Euro

youop
Verkaufspreis: 16.050 Euro

Videotomie (www.videotomie.de)
Verkaufspreis: Mindestpreis nicht erreicht; letztes Gebot: 122.050 Euro

Streamr (www.streamr.de)
Verkaufspreis: 151 Euro

Brokr (www.brokr.de)
Verkaufspreis: 75.000 Euro

dukudu (www.dukudu.de)
Verkaufspreis: 43.208 Euro

Topblogs.de (www.topblogs.de)
Verkaufspreis: 3.510 Euro

texteln.de (www.texteln.de)
Verkaufspreis: 11.161 Euro

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.