youmix-Macher setzen auf new.fm

Mühsam nährt sich das Eichhörnchen – diese Redensart gilt besonders für das Communitygeschäft. Auch Marcel Hollerbach und Sascha Ritter von der 2006 gestarteten Musik-Community youmix.de (www.youmix.de) mussten diese Erfahrung in den vergangenen Monaten […]

Mühsam nährt sich das Eichhörnchen – diese Redensart gilt besonders für das Communitygeschäft. Auch Marcel Hollerbach und Sascha Ritter von der 2006 gestarteten Musik-Community youmix.de (www.youmix.de) mussten diese Erfahrung in den vergangenen Monaten machen. Obwohl für Millionen Menschen Musik eine der wichtigsten Freizeitbeschäftigungen ist, konnte die Community die Massen bisher nicht für sich begeistern. Genaue Zahlen wollen die beiden Geschäftsführer nicht nennen, die Community wächst offenbar aber nicht wie erwartet. Ein Blick auf die Alexa-Zahlen zeigt dies ebenfalls, dort geht die Kurve sogar nach unten. Deswegen haben die Berliner quasi die Notbremse gezogen.

“Wir glauben weiter an youmix.de, die Community wächst auch weiter”, sagt Hollerbach. “Wir haben uns aber entschieden youmix.de mehr Zeit zu geben, um sich zu entwicken”. Bis die Plattform sich den Plänen entsprechend entwickelt hat, stürzen sich Hollerbach und Ritter ganz auf ihr neues Produkt new.fm (www.new.fm). Als erstes mussten die Investoren (unter anderem IBB Beteiligungsgesellschaft, Mountain Partners und Tiburon) von der neuen Idee überzeugt werden, es zogen aber alle mit. Über das Beiboot new.fm können Musiker, Bands und vor allem Musiklabels kostenlos Künstlerprofile anlegen und diese über eine Maske in mehrere Netzwerke einbringen. Somit dreht sich der Ableger im weitesten Sinne auch um Musik und ist quasi eine Ergänzung des Geschäftsmodells.

Songproben, aktuelle Nachrichten, Videos und Tourhinweise

Aktuell arbeitet new.fm unter anderem mit ednetz, JoinR, pafnet und der hauseigenen Community youmix.de zusammen. Die Profilseiten lassen sich mit Songproben, aktuellen Nachrichten, Videos und Tourhinweisen füllen. Was die Musiklabels letzendlich aus den Profilseiten machen, bleibt ihnen selbst überlassen. new.fm kümmert sich als “technischer Dienstleister” lediglich um die Verbreitung in möglichst vielen Netzwerken. Hollerbach tourt derzeit fleißig durch die Republik und spricht mit potenziellen Kooperationspartnern. Im Gegensatz zu new.fm positionierte sich thanksforaddingme (thanksforaddingme.com) kürzlich als Agentur. Das Kölner Unternehmen offeriert die Erstellung und Pflege von Künstlerprofilen – samt aller Inhalte.

Beide Konzepte haben ihre Vor- und Nachteile. Bei thanksforaddingme müssen Auftraggeber ein sehr wichtiges Marketinginstrument in fremde Hände geben. new.fm ist für Musiklabels im besten Falle eine Ergänzung der normalen Online-Promotion. Wenn die Künstlerprofile nicht gut gepflegt werden, könnte das System allerdings schnell kippen. Was schlecht für new.fm wäre, denn schließlich soll sich das Konzept unter anderem über Werbeeinblendungen auf den Künstlerprofilen refinanzieren. Dass Plattenlabels Interesse daran haben, in Netzwerken und Communitys mit ihren Künstlern präsent zu sein, zeigt auch die Kooperation von Sony BMG mit Unister. Neuerdings sind die Künstler Maria Mena, Daughtry, Chris Brown und The Hoosiers mit einem eigenem Profil, Videostreams und Fotoalben bei Jux.de präsent. Die Stars verweisen direkt auf ihrer offiziellen Homepage auf die entsprechende Fan-Community bei Jux.de.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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