Krisenmanagement

Krisenmanagement

1. Begriff: Krisenmanagement ist eine besondere Form der Führung von höchster Priorität, deren Aufgabe es ist, all jene Prozesse im Unternehmen zu vermeiden (Krisenvermeidung) oder zu bewältigen (Krisenbewältigung), die ansonsten in der Lage wären, den Fortbestand des Unternehmens substanziell zu gefährden oder sogar unmöglich zu machen.
a) Krisenvermeidung: Krisenvermeidung bedeutet, überlebenskritische Prozesse nicht erst bis in akute Stadien anwachsen zu lassen, sondern sie auf Basis geeigneter Prognose- und Früherkennungsmethoden vorbeugend zu bekämpfen.
b) Krisenbewältigung: Krisenbewältigung betrifft alle Formen der Reaktion des Managements auf manifeste, bereits eingetretene und in ihren destruktiven Wirkungen für das Unternehmen fühlbare Krisenerscheinungen. Sie schließt eine Liquidation nicht mehr sanierungsfähiger oder sanierungswürdiger Unternehmen ebenso ein wie die Restrukturierung und die Finanzielle Sanierung krisenbefallener Unternehmen.

2. Krisenmanagement als Prozess: Das Krisenmanagement als Führungsprozess durchläuft die klassischen Phasen des Führungszyklus: Identifikation, Planung, Steuerung und Kontrolle.
a) Identifikation von Unternehmungskrisen: Der Prozess beginnt oft nach der eigentlichen Entstehung der Krise, also erst mit deren Identifikation als solcher. Wird die Krise nicht rechtzeitig definiert, verengt sich der Handlungsspielraum des Krisenmanagements durch Vernichtung von Alternativen im Zeitablauf. Der Früherkennung, die etwa mit Hilfe eines Früherkennungssystems zu leisten ist, kommt damit eine große Bedeutung zu.
b) Planung: Die Planung ist die zentrale Aufgabe des Krisenmanagements. Sie beschäftigt sich mit der Planung der Ziele, die mit der Krisenvermeidung oder Krisenbewältigung verfolgt werden, und insbesondere mit der Planung von Strategien und Maßnahmen, mit denen die zukunftsorientierten Wert- (z.B. Mindestgewinn), Sach- (z.B. erfolgsträchtige Produkte) und Humanziele (z.B. Sicherung von Arbeitsplätzen) erreicht werden sollen. Die Gesamtheit aller Zielerreichungsplanungen strategischen Charakters (Strategien) und operativen Charakters (Maßnahmen) ergibt das Krisenprogramm.
c) Steuerung: Die Realisation der im Krisenprogramm festgelegten Planungsinhalte erfolgt meist in Form von Projekten. Steuerungstätigkeiten im Rahmen des Krisenmanagements beziehen sich schwerpunktmäßig auf die Koordination der einzelnen Krisen-Projekte sowie die Koordination zwischen der Gesamtheit der Krisenprojekte und den regulären Aktionen des Unternehmens. Die Steuerung in akuten Krisenphasen wirft besondere Probleme des anzuwendenden Führungsstils auf.
d) Kontrolle: Die Kontrolle als notwendige Ergänzung zur Planung folgt der Realisation, begleitet diese oder eilt ihr in Form von Hochrechnungen voraus. Gegenstand von Kontrollen müssen auch die Wirkungen krisenorientierter Aktionsfolgen auf die regulären Tätigkeiten des Managements sein.

Aus dem “Gabler Kompakt-Lexikon Unternehmensgründung: 2.000 Begriffe nachschlagen, verstehen, anwenden“. Das Gabler Kompakt-Lexikon Unternehmensgründung bietet über 2.000 aktuelle Begriffserklärungen zu den Themenfeldern Gründungsplanung/ -prozess/ -management, Geschäftsmodelle/ -konzepte/ -entwicklung sowie Unternehmensfinanzierung und Förderprogramme. Herausgeber Professor Dr. Tobias Kollmann ist anerkannter Experte für alle Fragen rund um die Unternehmensgründung und -entwicklung. Zielgruppe des Lexikons sind Unternehmensgründer, Gründungsberater, Venture-Capital-Unternehmen, Investment Manager, Unternehmensberater sowie Studenten und Dozenten der Wirtschaftswissenschaften an Fachhochschulen und Universitäten. Jetzt bei amazon bestellen

Mehr zum Thema gibt es online auch bei PaperC im Buch “Krisenkommunikation