Erfolgsfaktor

Erfolgsfaktor

1. Begriff: Erfolgsfaktoren beabsichtigen, operationale Hinweise auf betriebswirtschaftliche Maßnahmen und Kennzahlen zu geben, die in einem funktionalen Zusammenhang zu einer positiven Unternehmensentwicklung stehen. Vor allem potenzialreiche junge Unternehmen kennzeichnet das fortwährende Streben, Innovationen zu entdecken und auszuschöpfen. Das Kernproblem besteht damit in der Schaffung von Passung zwischen antizipierten Marktentwicklungen sowie Kundenbedürfnissen auf der einen Seite und Technologien sowie darauf gerichteten Produktions- und Absatzmöglichkeiten auf der anderen Seite.

2. Forschungsgegenstand: Im Rahmen der Erfolgsfaktorenforschung soll Ordnung in das angedeutete komplexe Phänomen gebracht werden, um zielführende Handlungsanweisungen ableiten zu können. In zahlreichen empirischen Studien wurden Erfolgsfaktoren ermittelt, wie First-Mover-Advantage, Netzwerkbildung, breite Informationsbeschaffung, Branchenerfahrung, Unternehmensgröße oder Planung, die alle sehr plausibel sind. Dennoch erscheint ihre Verallgemeinerbarkeit als fraglich. So können nicht ohne weiteres vereinfachende Ursache/Wirkungsbeziehungen unterstellt werden. Die Kritik an der Erfolgsfaktorenforschung tragen im deutschsprachigen Raum vor allem Nicolai und Kieser vor. Deren Beiträge machen einige grundlegende methodische und logische Schwierigkeiten deutlich und werden im Folgenden skizziert.

3. Methodische Problemfelder und Grenzen: Als methodische Schwierigkeit ist festzustellen, dass die erhobenen Daten systematisch durch die befragten Personen verzerrt werden, da die Befragten sich Informationen einholen müssen, die außerhalb ihres Aufgabenbereiches liegen und über die sie dann in der Befragung Auskunft geben. Auch hat früherer Erfolg oder Misserfolg einen erheblichen Einfluss auf getroffene Entscheidungen. Dadurch wird eine genaue Formulierung unmöglich, inwiefern ermittelte Maßnahmen auf den Erfolg wirken. Des Weiteren sind unternehmensspezifische Unterschiede bei langfristig wirkenden Erfolgspotenzialen zu berücksichtigen und zu normieren. Gescheiterte Unternehmen sind in die Erfolgsfaktorenforschung mit einzubeziehen, jedoch werden deren Daten meist nicht bekannt. Zum anderen treten neben diese methodischen Grenzen logische bzw. konzeptionelle Schwierigkeiten. So wird kritisiert, dass ermittelte und folglich auch kopierbare Erfolgsfaktoren ihre Wirksamkeit verlieren. Dieses Argument ist jedoch insofern schwach, als einige der oben benannten Erfolgsfaktoren keineswegs leicht kopierbar sind. Darüber hinaus wird kritisiert, dass die empirische Erfolgsfaktorenforschung entgegen des üblicherweise geweckten Anscheines keineswegs auch nur annähernd zu Nomologien führen kann. So erfordern auch die auf den ersten Blick objektiven Erfolgsfaktorenstudien eine Vielzahl von Vorentscheidungen, die ihrerseits auf Hintergrundwissen basieren und mithin selektiv sind.

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