"Die VC-Runde haben wir gerissen" Koks, Alkohol und Millionen – Die Start-up-Szene bei GZSZ

Die Daily-Soap "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" spielt in Berlin und greift immer wieder Probleme des Alltags auf. Den Drehbuchautoren scheint auch nicht entgangen zu sein, dass Berlin eine Start-up Hochburg ist. Und genau diese bringen sie den Zuschauern näher. Sehr interessant, wie diese sich die Szene vorstellen.
Koks, Alkohol und Millionen – Die Start-up-Szene bei GZSZ

Die Folge von “Gute Zeiten, schlechte Zeiten”, die am Dienstag über den Bildschirm ging, trägt den spannenden Titel “Kokain im Loft”. In der Beschreibung der Sendung heißt es: “Vince’ Loft wird während seines Live Cookings von den Gästen zur Drogenhöhle umfunktioniert, als diese anfangen zu koksen”. Die zahlenden Gäste des professionellen Kochs sind augenscheinlich Startupper, also Menschen aus der Berliner Start-up Szene.

Nachdem sich das gesamte Start-up-Team am Tisch versammelt hat, hebt der CEO (vermutlich) eines nicht genannten Start-ups das Glas und macht eine kurze Ansprache: “So Leute, ruhig mal kurz. Ich will gar nicht viele Worte verlieren, denn heute wird gefeiert. Das habt ihr euch verdient”. Der leicht psychopatische Ausdruck des Start-up-Chefs während dieser Ansprache lässt vermuten, dass dieser bereits unter Drogen steht. “Nur so viel: 8,4 Millionen Euro. Die VC-Runde haben wir gerissen. Ey, was zum Anstoßen”, fordert er schließlich von oben herab den Live-Koch Vince auf.

tischrunde

Das Essen beginnt und eine angeregte Tisch-Konversation setzt ein. Mr. CEO: “Mit unserem ICMS” – was immer damit genau gemeint ist – “haben wir sie abgehängt, Leute”. Ein anderes Teammitglied mit französischen Akzent: “Sie sollten es vielleicht im CTC mit Business Writing versuchen”. Wieder großes Gelächter! Ein weiterer Team-Kollege fährt fort: “Garvin Basner hat eh keen Bock mehr”. Eine Teamkollegin wiederum ergänzt: “Der sucht immer noch sein Unicorn. Vielleicht hat er dann ja mal Erfolg”. Darüber amüsieren sich natürlich alle wieder köstlich. Der CEO spricht wieder in die freudige Runde: “Leute mit unserem Creative Brand Managern werden wir ab durch die Decke gehen”. Das ganze Team stimmt zu. Der Boss grölt ein weiters mal anfeuernd etwas in die Tischrunde (extrem schwer verständlich): “Leute wir sind die Zukunft im B2B-Lead-Marching”.

Der Live-Koch scheint von diesem Fach- und Brachensprech dermaßen irritiert zu sein, dass er dem vermeintlichen CEO glatt das Essen übers Sakko kippt. “Ey, ich wollte das Essen – nicht mein Sakko”. Haha! Glücklicherweise kommt in diesem Moment die hübsche, blonde Freundin von Vince und nimmt dem Start-up-Macho das verschmutzte Sakko ab. Der arrogante Chef posaunt in die Runde: “Brauchen wir nicht noch einen Office Manager für Frankfurt?”. Die hübsche Frau entgegnet: “Danke, ich bin hier sehr zufrieden”. Nach einer weiteren Runde Champagner hat er das Essensmalheur aber auch schon wieder vergessen.

Kurz bevor das Dessert gereicht wird, macht der Boss einem seiner Kollegen noch mal klar, wie der Hase in der Start-up-Szene läuft: “Thorsten, diesen Maik schmeiße ich am Montag raus. Der hat es nicht besser verdient”. Das Dessert wird gereicht und der Chef versucht seine Begeisterung in Worte auszudrücken: “Mhmm, das ist so… mhmm”. Die Kollegin zu seiner Linken: “Nun sag doch”. Er: “Es ist sooo mhmm”. Sie: “Lecker?”. Der coole CEO entgegnet: “Oh man, du bist echt so geil retro”.

koksjungs

Nach dem Dinner wird die Musik aufgedreht und der aufgedrehte Chef heizt sein Team an, sich zu amüsieren. Er möchte wirklich, dass sich alle wohlfühlen und holt mehrere Tütchen Koks raus und guckt diese gierig an. Der Hobbykokser hält die Beutel hoch und schreit: “Auf das beste Team Berlins!”. Alle Kollegen schmeißen sich wie Raubtiere auf den Tisch und ziehen sich das Koks in rauen Mengen rein. Am Ende der Sendung klingelt die Polizei wegen einer Ruhestörungsbeschwerde. Koks, Alkohol. Luxus und wilde Partys – so stellen sich die GZSZ-Autoren also die Berliner Start-up-Szene vor.

Conny Nolzen, geboren 1989, arbeitet seit September 2015 als Volontärin bei deutsche-startups.de. Die Hamburgerin konnte bereits, neben ihrer Tätigkeit als Pferdewirtin, verschiedene Start-ups mit kreativen Ideen unterstützen. Ihr besonderes Interesse galt hierbei den Gründerinnen der Szene. Erste journalistische Erfahrungen sammelte sie in der Nachrichtenredaktion eines Hamburger Radiosenders. Mit Conny kam auch der erste Bürohund zu ds - welcher (meistens) auf den Namen Emil hört.

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