Mehr als Excel! Albus White digitalisiert die “verstaubte” Buchhaltung

"Es gibt bisher im Markt eigentlich niemanden, der die Finanz- und Lohnbuchhaltung als Gesamtprozess für den Kunden so einfach auf einer Plattform abbilden kann. Klassische Steuerberater sehen wir nicht als Konkurrenz, eher ist ihr Kern-Service komplementär zu uns", sagt Niklas Grunewald von Albus White.
Albus White digitalisiert die “verstaubte” Buchhaltung

Einige bekannte Berliner Business Angels wie Michael Brehm, Philipp Kreibohm und Johannes Schaback investierten bereits in das junge Berliner Start-up Albus White, einen All-in-One Buchhaltung-Service, der von Niklas Grunewald (ehemals Redstone Digital), Steffen Minier (Ex-KPMG) und Ference Brose (Ex-Crealytics/Idvos) gegründet wurde. “Was Slack für die Kommunikation ist, wollen wir für die Buchhaltung werden”, beschreibt Mitgründer Grunewald die Ambitionen des Unternehmens, das bisher kaum in Erscheinung getreten ist. Die Nutzung von Albus White ist kostenlos. “Geld verdienen wir an der Buchhaltungsleistung, die monatlich anfällt.”

“Bei uns stimmen alle Faktoren”

Im Mini-Interview mit deutsche-startups.de spricht Albus White-Mitgründer Grunewald über Steuerberater, Papier-Aufkommen und Verbindlichkeiten.

Welches Problem wollen Sie mit Albus White lösen?
Buchhaltung ist für die meisten Unternehmen ein notwendiges Übel. Einige erledigen sie aus Kostengründen selber, die meisten geben Sie zu einem externen Steuerberater und Buchhalter und schicken Belege per Brief oder über Dropbox ein, was nicht nur unsicher ist, sondern auch viel Zeit kostet. Dazu haben die Unternehmen am Monatsende keinerlei Transparenz was ihre Financials angeht und bauen sich ihr Controlling meist selber in Excel zusammen. Die klassische Betriebswirtschaftliche Auswertung, die im PDF-Format geliefert wird, ist als Standard zwar sinnvoll, aber in der Form statisch und oberflächlich. Dazu ist die Aufnahme von neuen Mitarbeitern mit den Aufnahmebögen und die Lohnabrechnung mit sehr viel Papieraufwand verbunden. Wir sind hier um diese verstaubte Industrie zu digitalisieren.

Wie genau funktioniert Albus White?
Unsere Kunden laden auf der Plattform ihre Belege hoch, wir erledigen die Buchhaltung mit professionellen Buchhaltern und am Ende des Monats erhalten unsere Kunden bis auf den einzelnen Beleg detaillierte und dennoch leicht verständliche Reports wie eine interaktive BWA, Cash-Flow Statements, Forderungen und Verbindlichkeiten – also das komplette Rüstzeug zum finanziellen Controlling. Nach dem gleichen Schema eliminieren wir auch mit unserem Mitarbeitermanagement das Papier-Aufkommen – anlegen von Mitarbeitern, Gehaltsabrechnungen und Spesen sind in Sekunden erledigt. Die komplexe Abrechnung übernehmen wir. Wer Buchhaltung hasst, wird Albus White lieben.

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Jede Woche entstehen dutzende neue Start-ups, warum wird ausgerechnet Albus White ein Erfolg?
Bei uns stimmen alle Faktoren, die man klassischerweise heranziehen würde: Ein Milliarden-Markt, der gerade auf der Schwelle zur Digitalisierung steht, ein starkes Kundenbedürfnis nach Innovation, dem wir jeden Tag in unseren Kundengesprächen begegnen, ein Service und Produkt, die dieses Bedürfnis mehr als befriedigen können, starke erste Monate die uns in unserem Tun bestätigen und natürlich ein Team von Menschen, die hier etwas Großes zusammen bewegen wollen.

Wer sind Ihre Konkurrenten?
Es gibt bisher im Markt eigentlich niemanden, der die Finanz- und Lohnbuchhaltung als Gesamtprozess für den Kunden so einfach auf einer Plattform abbilden kann. Klassische Steuerberater sehen wir nicht als Konkurrenz, eher ist ihr Kern-Service komplementär zu uns. Es gibt natürlich die große ETL-Gruppe die aus vielen kleinen Kanzleien besteht und mit felix1 zwar kein eigenes Produkt hat, aber auf der Marketing Seite natürlich größere Budgets bewegt. Ansonsten gibt es einige SaaS-Tools und -Dienste, die sich auf Teile der Wertschöpfungskette spezialisieren, allerdings glauben wir stark an das Kundenbedürfnis alles zentral von einer Plattform aus managen zu wollen.

Wo steht Albus White in einem Jahr?
Nachdem wir in den letzten Monaten schon viele Kunden für uns gewinnen konnten, wollen wir uns zu dem Buchhaltungs-Service der Wahl für kleine und mittelständische Unternehmen entwickeln.

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Foto: Financial markets concept with businessman from Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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