Alexander Swetlow von Shnups “Nutzer wissen selbst, wo die relevantesten Inhalte liegen”

Wer im Social Media unterwegs ist, der nutzt Hashtags, um den Postings eine Zuordnung zu geben. Öffentliche Hashtag-Seiten will jetzt das Start-up shnups anbieten. Gründer Alexander Swetlow spricht im Gründer-Kurzinterview über Inhalte, Upvotes und Social Hub-Lösungen.
“Nutzer wissen selbst, wo die relevantesten Inhalte liegen”

Wer im Social Media unterwegs ist, der nutzt Hashtags quasi täglich, um den Postings eine Zuordnung zu geben. Öffentliche Hashtag-Seiten will jetzt das Karlsruher Start-up shnups anbieten. Gründer Alexander Swetlos spricht im Gründer-Kurzinterview über relevante Inhalte, Upvotes und B2B Social Hub Lösungen.

Welche Idee steckt hinter Ihrem Start-up?
Wir sehen ein riesiges Potenzial in Hashtags, die aktuell noch zu häufig als Instagram-Hype belächelt werden. Durch immer wieder neu auftauchende soziale Plattformen werden unsere News Feeds ständig überflutet, man verliert den Überblick. Genau da finden wir das Konzept Hashtag
spannend, das es ermöglicht, Inhalte gruppierbar zu machen und Kontext zu schaffen. Hashtags finden mittlerweile auf immer mehr Plattformen einen festen Platz. Aktuell fehlt aber die Anlaufstelle, bei der man plattformübergreifend den Überblick zu einem Hashtag erhält. Das wollen wir mit Shnups ändern.

Unsere User sammeln die für sie relevanten Inhalte (z.B. Tweets, Bilder, Videos, News-Artikel) zu einem Thema aus dem Social Web und bringen diese auf einer Seite zusammen. Wir sind der Meinung, dass die besten Inhalte schon im Web verfügbar sind. Man muss diese nur noch am Hashtag
“packen” und übersichtlich anordnen.

Wie sehr bzw. in welchen Punkten hat sich ihr Konzept von der ersten Idee bis zur Gründung verändert?
Wir sind noch relativ frisch. Die erste Idee hatten wir im April diesen Jahres und sind mit einer Art Blog gestartet, um herauszufinden, welche Inhalte für unsere Leser interessant sind. Am Grundkonzept
hat sich nicht viel verändert. Am Anfang haben wir auch über automatisierte Lösungen nachgedacht, diese Idee aber schnell wieder verworfen. Wir sind der Meinung, dass der Mehrwert unserer Plattform vor allem darin liegt, dass die Nutzer selbst am besten wissen, wo die relevantesten Inhalte zu einem Thema liegen.

Mit dem aktuellen Konzept sind wir vor ein paar Tagen online gegangen. Shnups ist aktuell in Closed Beta für aktive Nutzer, die Ergebnisse kann man aber schon in Form von “Featured Hash-tags” öffentlich bestaunen und sich bei Gefallen in unsere Warteliste eintragen.

Wer sind Ihre Mitbewerber und wie grenzen Sie sich von ihnen ab?
Es gibt einige Märkte, in die unser Konzept aktuell hineinragt. Zum einen sind das ganz klar alle Plattformen, auf denen Nutzer gemeinsam Wissen sammeln (Wikipedia, Genius) und Seiten, die sich schon vorhandener Inhalte im Web bedienen (Storify, Pinterest). Wir bringen diese Funktionalitäten
zusammen und lassen Nutzer gemeinsam an jeweils einer Seite zu einem Hashtag arbeiten.

Ein Tweet ist bei uns so einfach “angepinnt” wie ein Bild bei Pinterest. Der Inhalt landet aber nicht auf einem persönlichen Board, sondern auf einer gemeinsam erstellten Seite zu einem Hashtag. Leser entscheiden dann per Upvote, was gerade am passendsten ist.

Was ist der entscheidendste Faktor, damit Ihr Start-up den Durchbruch schafft?
Unsere Vision ist, dass ganz viele Leute gemeinsam an lebendigen Seiten arbeiten. Ohne beitragende Nutzer kann unsere Plattform also nie ihr volles Potenzial entfalten. Unser entscheidender Faktor ist also aktuell der Aufbau einer aktiven Community. Wir sind aber guter Dinge! Shnups
ist gerade in Closed Beta, in den nächsten Wochen wird die Funktionalität weiter für neue Nutzer ausgerollt. Die Warteliste wird auch immer länger, das freut uns.

Wie wollen Sie Geld verdienen und wann schreiben sie schwarze Zahlen?
Hashtags sind mittlerweile nicht nur für twitter-süchtige junge Leute interessant, sondern nehmen auch für Unternehmen einen immer wichtigeren Stellenwert ein. So sieht man mittlerweile auf fast jedem Plakat, jedem TV-Werbespot und in Schaufenstern ein prominent platziertes Hashtag. Bisher gibt es für solche Kampagnen zwar ein paar B2B Social Hub Lösungen, aber keine echte Anlaufstelle für interessierte Endnutzer. Hier wollen wir in den kommenden Monaten gemeinsam mit Unternehmen an Ideen und Lösungen arbeiten, die auch für unsere Nutzer selbst interessant sind.

Welche Märkte wollen Sie mittel- und langfristig erobern?
Wir sind im deutschsprachigen Raum gestartet, da wir hier von Deutschland aus am Anfang einfacher mit Unternehmen und Nutzern in Kontakt treten können. Schon für 2016 streben wir aber den englischsprachigen Markt an. Alle drei Gründer haben jeweils ein Jahr in den USA verbracht
und sehen dort für die Idee das größte Potenzial.

Welche Meilensteine wollen Sie in den kommenden zwölf Monaten auf jeden Fall erreichen?
Eine immer größer werdende Community beitragender Nutzer und interessierter Leser ist aktuell unser größtes Ziel. Hinzu kommen Partnerschaften mit anderen Plattformen, um die Vielfalt der
bei uns zu findenden Inhalte immer weiter ausbauen zu können.

Im Fokus: Weitere Interviews mit jungen Gründern gibt es im Special Gründerinterviews

Zur Person:
Alexander Swetlow studierte Informatik an Hochschule Karlsruhe Technik und Wirtschaft und arbeitete zunächst als Software-Entwickler bei Systec & Services GmbH, ehe er sich gemeinsam mit Ralf Gilde und Jan König selbständig machte. Derzeit sind die Gründer mit ihrem Unternehmen Shnups im Project Flying Elephant in Berlin beheimatet.

Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.

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