Das Ende vom Lied? Hype-Start-up GoButler gibt in Deutschland auf

GoButler kann in Deutschland nicht punkten. Die deutsche Website wurde schon abgeschaltet. Ebenso die anderen Auslandsableger von GoButler - etwa in Österreich, der Schweiz und Großbritannien. Nun in den USA und Kanada ist der Concierge-Service nun noch aktiv.
Hype-Start-up GoButler gibt in Deutschland auf

Der gehypte Berliner Concierge-Service GoButler kann seine Dienstleitung in Deutschland nicht etablieren (wie schon im #Startupticker berichtet) – trotz der medienwirksamen Unterstützung von Promi-Investor Joko Winterscheidt. Das junge Start-up löst sein Büro in der Hauptstadt komplett auf. Der Service, bei dem die Nutzer per SMS oder App einen digitalen Assistenten mit verschiedenen Aufgaben beauftragen können, werde auf unbestimmte Zeit “pausiert”, zitiert Gründerszene GoButler-Gründer Navid Hadzaad.

Die deutsche Website wurde schon abgeschaltet. Ebenso die anderen Auslandsableger von GoButler – etwa in Österreich, der Schweiz und Großbritannien. Nun in den USA und Kanada ist der Concierge-Service nun noch aktiv. Mit den Worten “Time to say Goodbye… Schön war’s mit Euch! #?GoButlerLove?” verabschiedet sich das deutsche Team bei Facebook von seinen Nutzern. Der Pause in Deutschland, die wohl eher ein totaler Rückzug ist, war eine Entlassungswelle vorangegangen. Rund 50 Mitarbeiter sollen nun noch für GoButler arbeiten. Rund 150 Mitarbeiter waren es noch im Sommer des vergangenen Jahres, als das Start-up Investoren wie Hollywood-Größe Ashton Kutcher, General Catalyst Partners, Lakestar, Global Founders Capital, Slow Ventures, BoxGroup und Cherry Ventures 8 Millionen Dollar in das junge Unternehmen investierten.

Und auch in New York, dem zweiten Büro des Start-ups, waren zuletzt deutlich mehr als 50 Mitarbeiter beschäftigt. Noch im Oktober platzte das Büro in der amerikanischen Metropole aus allen Nähten. Von rund 70 Mitarbeitern war damals die Rede. Das Grundproblem bei GoButler war von Anfang an, dass das Konzept ein hohes Personalaufkommen benötigt. Alle Anfragen der Nutzer müssen schließlich beantwortet werden. Nun setzt GoButler-Gründer Hadzaad auf eine stärke automatisierte Beantwortung von Nutzeranfragen, diese Technik muss er aber erst noch entwickeln. “Wir müssen uns jetzt fokussieren. Viele Start-ups machen den Fehler, an zu vielen Dingen und in zu vielen Märkten gleichzeitig zu arbeiten, besonders in der Anfangsphase”, sagt Hadzaad dem Bericht zufolge.

Auf die Unterstützung von Jens Urbaniak und Maximilian Deilmann, die Mitgründer des Start-ups, muss Hadzaad dabei aber verzichten – das Duo steigt aus. Stattdessen ist nun der bekannte Sänger und Schauspieler Jared Leto als Investor bei GoButler an Bord. Das Konzept von GoButler kann langfristig nur funktionieren, wenn das Unternehmen seine Prozesse automatisieren kann und die Nutzer Dienstleistungen anfordern, bei denen das Start-up eine Provision kassieren kann.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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