Franziska Schmid von Veggie Love “Mein Anspruch an die Dinge hat sich verändert”

Immer mehr Menschen entscheiden sich dazu, völlig auf tierische Produkte zu verzichten. Das Start-up Veggie Love kümmert sich um veganes Leben – von Eco Fashion über Naturkosmetik. Gründerin Franziska Schmid spricht im Gründer-Kurzinterview über nachhaltigen Konsum, eine wiederkehrende Leserschaft und Champagner.
“Mein Anspruch an die Dinge hat sich verändert”

Vegane Lebensart ist populär geworden. Immer mehr Menschen entscheiden sich dazu, völlig auf tierische Produkte zu verzichten. Das Start-up Veggie Love kümmert sich um veganes Leben – von Eco Fashion über Naturkosmetik. Gründerin Franziska Schmid spricht im Gründer-Kurzinterview über nachhaltigen Konsum, eine wiederkehrende Leserschaft und Champagner.

Welche Idee steckt hinter Ihrem Start-up?
Als ich Veganerin wurde, wollte ich nicht aufhören, in coole Cafés zu gehen, schöne Klamotten zu kaufen oder tolle Kosmetikprodukte zu benutzen. Mein Anspruch an die Dinge, die ich konsumiere hat sich verändert und alles ist nun vegan, möglichst öko, fair, nachhaltig. Nicht geändert hat sich aber mein Stilempfinden und da es offenbar vielen wie mir geht, habe ich angefangen, meine Entdeckungen auf Veggie Love zu teilen. Für mich geht es um Inspiration und zu zeigen, dass eine Lebensweise, die viele sicherlich mit Verzicht und Entbehrung verbinden, cool ist und es an überhaupt nichts fehlt – nicht mal an Champagner.

Wie sehr bzw. in welchen Punkten hat sich ihr Konzept von der ersten Idee bis zur Gründung verändert?
Als ich vor fünf Jahren mit Veggie Love online ging, waren vegane Gerichte in Restaurants, veganer Lippenstift und vegane Schuhe noch eine Sensation. Damals habe ich sehr viel über neue Produkte und die Eröffnung neuer Locations geschrieben. Inzwischen hat sich so unglaublich viel verändert und – auch wenn es sich immer noch um ein Spezialthema handelt – gibt es nun noch vielfältigere Möglichkeiten, ein Online Magazin mit spannenden Inhalten rund um ein gutes Leben zu füllen.

Wer sind Ihre Mitbewerber und wie grenzen Sie sich von ihnen ab?
Es gibt zahlreiche Personal Blogs, Online Magazine und sogar Print Magazine, die sich dem veganen Leben widmen. Der geplante Relaunch meiner Seite gleicht durchaus einem Neustart und mir geht es genau wie damals beim ersten Launch: ich kreiere ein Online Magazin, das ich selbst gern lesen würde und bisher nirgends gefunden habe.

Was ist der entscheidendste Faktor, damit Ihr Start-up den Durchbruch schafft?
Eine große Reichweite und wiederkehrende Leserschaft. Ohne eine loyale Community lässt sich meiner Meinung nach kein Online Magazin monetarisieren.

Welche Märkte wollen Sie mittel- und langfristig erobern?
Derzeit sind die Inhalte auf Veggie Love nur deutschsprachig verfügbar. Schon mittelfristig werden bestimmte Formate, wie City Guides, zusätzlich in Englisch angeboten. Um für ein internationales Publikum lesbar zu sein, macht es langfristig Sinn, alle Inhalte zusätzlich auch auf Englisch zu veröffentlichen.

Welche Meilensteine wollen Sie in den kommenden zwölf Monaten auf jeden Fall erreichen?
Ein wichtiger Meilenstein folgt schon im Dezember mit dem Relaunch von Veggie Love. Kurz vor Weihnachten findet dann das erste Offline Event in Form eines Pop Up Stores in Berlin statt. Bisher bin ich allein und arbeite stellenweise mit anderen Freelancern zusammen, deshalb steht im nächsten Jahr die Erweiterung des Teams an. Nicht zuletzt wird es innerhalb der kommenden zwölf Monate eigene Produkte von Veggie Love geben.

Im Fokus: Weitere Interviews mit jungen Gründern gibt es im Special Gründerinterviews

Zur Person:
Nach dem Studium in Betriebswirtschaftslehre in Konstanz und Kommunikationswissenschaften an der Università della Svizzera italiana in Lugano, arbeitete Franziska Schmid einige Jahre als Kommunikationsberaterin für PR und Social Media in München und Berlin. Im August 2010 gründete sie Veggie Love. Sie ist Autorin von zwei Büchern und schreibt regelmäßig für andere Publikationen wie das Modeblog Les Mads.

Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.

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