Gastbeitrag von Cevahir Ejder Warum Native Advertising nicht gleich Native Advertising ist

Es wird viel diskutiert, was genau Native Advertising ist. Eine komplette Branche beschäftigt sich aktuell mit diesem Thema. Allerdings fehlt noch eine eindeutige Definition. Aus diesem Grund nutzen einige Anbieter aus der Anzeigenbranche, die Gunst der Stunde, um sich ihr Stück vom Kuchen zu sichern.
Warum Native Advertising nicht gleich Native Advertising ist

„Native Advertising“ zählt aktuell zu den wichtigsten Themen im Online Marketing, daher nimmt es auf der dmexco 2015 in Köln erneut einen wichtigen Stellenwert ein. Doch Native Advertising ist nicht gleich Native Advertising.

Es wird viel diskutiert und gestritten, was genau Native Advertising eigentlich ist. Eine komplette Branche beschäftigt sich aktuell mit diesem Thema. Allerdings fehlt noch eine eindeutige Definition.

Aus diesem Grund nutzen einige bekannte Anbieter aus der Text-Bild Anzeigenbranche, die Gunst der Stunde und die Unruhe, um sich ihr Stück vom Kuchen zu sichern. Sie erzeugen neue Wortkreationen und positionieren sich frühzeitig zu diesem Thema. Das führt dazu, dass selbst erfahrene Marketingexperten den Fehler machen, Native Advertising allein auf die optisch angepasste Einbettung von Werbung zu reduzieren. Sich allein hierauf zu konzentrieren greift jedoch zu kurz – Native Advertising ist viel mehr: die Zukunft der digitalen Werbewirtschaft.

User Experience, skalierbare Distribution, Targeting-Optionen sowie eine optimale Auswertung sind nur einige der Standards, die eine Native Advertising Kampagne bieten muss.

Text-Bild-Anzeigen werden fälschlich als Native Ad Formate angeboten

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Es genügt nicht, reine Text-Bild Anzeigen optisch anzupassen und dann per Klick auf eine externe Landingpage zu verlinken. Eine Text-Bild-Anzeige bleibt eine Text-Bild-Anzeige.  Sie ist stark auf Titel, Kurzbeschreibung und eine kleine Grafik reduziert. Hier fehlt ausser der optischen Einbettung, der wichtigste Part im Native Advertising – der informative und kreative Content, der dem Konsumenten einen sinnvollen Mehrwert in dem redaktionellen Trust-Umfeld des Mediums (Tageszeitung oder Blog), in dem er sich gerade befindet, verschaffen soll.

Die Text-Bild-Anzeige dient ausschließlich der Generierung von Klicks, die mit einem Bruch den Konsumenten auf eine externe Landingpage führen. Das ist traurigerweise alles was an User Engagement mit einer klassischen Text-Bild Anzeige erreicht wird. Die anschließend aufgerufene Landingpage zielt zudem auf reine Conversions ab. Der Konsument soll effektiv zu einem Lead oder Sale bewegt werden.

Seit einigen Wochen gibt es vermehrt euphorische Meldungen zum Thema Programmatic Native Advertising. Hier gibt es im Grunde genommen kaum nennenswerte Unterschiede zum Display. Auch hier genügt es nicht, reine Text-Bild Anzeigen oder Displayzonen optisch anzupassen und dann per Klick auf eine externe Landingpage zu führen. Um vollständige Inhalte programmatisch zu buchen und zu distribuieren, fehlt es aber nach wie vor an technischen Lösungen. Die Herausforderung liegt vor allem darin, ein so komplexes und umfangreiches Werbemittel wie Content, auch mit Videos, Bildstrecken und Listen zu vereinheitlichen und automatisch an die angeschlossenen Publikationen anzupassen, ohne dabei mit dem Content-Management-System der jeweiligen Seite verbunden zu sein.

Echtes Native Advertising

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Im Native Advertising stehen echte Inhalte im Vordergrund, mit denen Marken und Unternehmen die richtigen Zielgruppen erreichen – ohne Umwege und direkt im inhaltlichen Umfeld einer Website.

Der werbliche Inhalt wird durch eine Adserver Technologie als echter Artikel nahtlos in das redaktionelle Umfeld integriert. Die Auswahl von Zielgruppen und Kontext erfolgt vollständig automatisiert, so dass die Werbebotschaft als natürliches Element in den Lesefluss des Rezipienten integriert wird. Der Artikel wird automatisiert in vielen Publikationen gleichzeitig distribuiert. Sämtliche Inhalte werden in Echtzeit auf Performance überwacht, so dass jeder Werbetreibende direkt Einfluss auf die Werbeplatzierungen nehmen kann, um die Kampagne zu optimieren. Jedes Advertorial wird dabei diskret, aber deutlich mit dem Wort „Anzeige“ gekennzeichnet.

Zur Person
Cevahir Ejder ist Geschäftsführer der Seeding Alliance. Das Unternehmen sieht sich “als erste Anlaufstelle für Publisher und Werbetreibende bei allen Fragen rund um Blog Marketing, Native Advertising, Social Seeding und Video Seeding”. Seeding Alliance mit Sitz in Köln wurde im November 2011 von Coskun Tuna und Cevahir Ejder gegründet und beschäftigt derzeit 18 Mitarbeiter.

Foto: Native Advertising from Shutterstock
  • Patrick Konrad

    Danke, kann man so nur unterschreiben! :)

  • Alexander Konrad

    Grüß dich Cevahir, super Artikel über ein angesagtes Thema. Hast dir damit ein Platz in unserem Popularity Reference Wochenrückblick gesichert. ;)

    Beste Grüße,
    Alexander Konrad

  • http://www.proseo-consulting.com Dorothea Neitzel

    Am Ende seines Artikels nennt Cevahir Ejder den Begriff “Advertorial” man könnte jetzt auf den Gedanken kommen, dass dies gleichbedeutend wäre mit Native Advertising. Wir sehen das Advertorial als eine mögliche Ausformung, des Themas: Werbung zu Inhalten mit Mehrwert für den User/Rezipienten zu machen. Und ebenfalls mit Mehrwert für die Werbetreibenden. Es ist absolut richtig: Die statische Bild-Text-Anzeige wird durch dynamische Anzeigen abgelöst. Dynamisch auf der Ebene der Kundenansprache: Segementierung in Zielgruppen bis zur Personalisierung beispielsweise durch Geortargeting. Dynamisch für die Anbieterseite: Angebote können in Echtzeit angepasst werden. Beispiel Reisen: Ein Reisevermittler bietet Pauschalpakete an, die sich in Echtzeit zusammensetzen. So wird das Advertorial zu einem Vertriebskanal.

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