Und noch ein IPO German Startups Group wagt den Sprung an die Börse

Die German Startups Group geht an die Börse. Im Portfolio des Geldgebers befinden sich Start-ups wie Delivery Hero, Mister Spex und SoundCloud. Aber auch viele Start-ups, die sich überhaupt erst einen Namen machen müssen. Erfolge feierte die German Startups Group mit den Exits bei Fyber und Amorelie.
German Startups Group wagt den Sprung an die Börse

Der Berliner Wagniskapitalgeber German Startups Group (GSG), der erst vor drei Jahren an den Start ging, bereitet einen Börsengang an die Frankfurter Börse vor. “Angesichts unserer sehr guten Marktposition, Reputation und Bekanntheit als einer der aktivsten Venture-Capital-Investoren im Tech-Sektor in Deutschland sehe ich mit einem erfolgreichem IPO gute Chancen, die Anteile an ausgewählten Portfoliounternehmen zu erhöhen und unser Portfolio um attraktive Beteiligungen erweitern zu können. Mit diesem Schritt bieten wir gleichzeitig den Anlegern in Deutschland Zugang zu einem aus unserer Sicht sehr attraktiven Marktsegment”, sagt GSG-Macher Christoph Gerlinger, der einst Frogster gründete und an die Börse gebracht hat.

Im GSG-Portfolio befinden sich aktuell “direkt und indirekt, Beteiligungen an 40 operativ tätigen Unternehmen”. Weiter teilt die Beteiligungsfirma mit: “Die Gesellschaft arbeitet seit ihrem ersten vollen Geschäftsjahr nach IFRS profitabel und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2014 einen Jahresüberschuss nach IFRS von 1.435 TEUR (2013: 176 TEUR). In der Zeit vom 1. Juli 2012 bis 31. März 2015 erzielte die Gesellschaft eine Brutto-Rendite von 30,5% p.a. auf das durchschnittlich investierte Kapital. Sie konnte bereits zwei erfolgreiche Exits verzeichnen, den Verkauf der Anteile an dem AdTech-Unternehmen Fyber und am Online-Shop Amorelie (Sonoma Internet GmbH)”.

Einige Unternehmen, an denen die German Startups Group Anteile hält: Book a Tiger, CRX Markets, Delivery Hero (nur indirekt), Junique, MisterSpex, Remerge, SoundCloud (nur indirekt), TVSmiles und WunderCar. “Die Investitionen der German Startups Group erfolgen unabhängig von den Reifegraden der Unternehmen, sodass sich in ihrem Portfolio Anteile an Unternehmen aus der Seed Stage (15%), der Early Stage (34%) und der Growth Stage (51%) befinden. Der Schwerpunkt liegt auf Beteiligungen an Unternehmen mit internetbasierten Geschäftsmodellen”, teilt der Geldgeber weiter mit. Offen bleibt, wie viel Geld die GSG an der Börse einsammeln will.

Ein Vergleich mit Rocket Internet verbietet sich bei GSG. Die Konzepte sich grundverschieden. Zudem spielt Rocket Internet in einer anderen Liga als die GSG, die oftmals ja auch nur Mini-Anteile an “ihren” Start-ups hält. Zumal GSG auch schon, abgesehen von siebenstellige Beträgen, mal nur wenige 10.000 Euro in einzelne Unternehmen investiert. Aber selbst das Flaggschiff Rocket Internet hatte es bisher recht schwer an der Börse. Die German Startups Group muss man eher mit bmp media investors oder Ecommerce Alliance, die als Wagniskapitalgeber bereits seit Jahren an der Börse sind und bei Weitem keine Überfliegergeschichten sind, vergleichen Der Börsengang könnte somit ein wilder Ritt für die German Startups Group werden. Einige Szenekenner sprechen sogar schon von einer Blase.

Foto: Trading and investing financial symbol from Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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