Riesen-Runde in Hamburg Jimdo sammelt beachtliche 25 Millionen Euro ein

Spectrum Equity investiert 25 Millionen Euro in Jimdo. Die Gründer der jungen Firma, versprechen nun, "ein noch stärkeres und sich schneller entwickelndes Unternehmen" ausbauen zu wollen. Jimdo ging 2007 an den Start. Vor einigen Jahren schlugen die Jimdo-Gründer eine achtstellige Finanzierungsrunde noch aus.
Jimdo sammelt beachtliche 25 Millionen Euro ein

Damit war eher nicht zu rechnen: Der amerikanische Kapitalgeber Spectrum Equity, der unter anderem in Ancestry, GrubHub und SurveyMonkey investierte, pumpt 25 Millionen Euro in den Hamburger Webseitenbaukasten Jimdo. Die Hanseaten sind das erste Investment von Spectrum Equity in Deutschland. Und auch der samwersche Geldgeber Global Founders Capital ist weiter bei Jimdo an Bord. Nach Informationen von deutsche-startups.de sichert sich Spectrum Equity 26,7 % an Jimdo. Somit liegt die Bewertung der Firma bei rund 94 Millionen Euro. Damit ist Jimdo ein echter deutscher Superheld.

Die Verwunderung über die stattliche Finanzierungsrunde ist berechtigt, immerhin hatten die Jimdo-Macher, Christian Springub, Fridtjof Detzner und Matthias Henze, erst 2012 eine achtstellige Finanzierungssumme ausgeschlagen. “Was uns antreibt ist, Jimdo als eigenständige, sehr innovative Firma mit starken Werten aufzubauen. Wir wollen etwas aufbauen, was dauerhaft ein hohes Innovationstempo fährt, was weltweit produktseitig vorne mitspielt und was Bestand hat. Das geht unserer Meinung nach am besten mit einer langfristigen Perspektive – und nicht mit einem Exit im Zeitrahmen von fünf bis acht Jahren im Hinterkopf. Daher ist es der Entschluss nicht per sé gegen einen Exit sondern für das, was uns dreien besonders wichtig ist”, sagte Henze damals.

Ihre Worte von einst haben die Hanseaten nicht vergessen. “Wer von euch uns und unsere Geschichte schon länger verfolgt, fragt sich jetzt vielleicht
‘Ähhhm… Moment mal, habt ihr euch nicht immer gegen Investoren entschieden, weil ihr immer selbst weiter am Ruder sitzen wolltet?'” heißt es in einem brandneuen Blogpost des Unternehmens. “Richtig, haben wir. Am Ruder sitzen wir übrigens immer noch mit Mehrheitsanteil – wir haben allerdings tatkräftige Unterstützung dazu bekommen. Ihr könnt euch daher darauf freuen, dass Jimdo ein noch stärkeres und sich schneller entwickelndes Unternehmen wird, bei dem jeder einzelne Mitarbeiter das Beste gibt, damit ihr großartige und erfolgreiche Webseiten bauen könnt”.

Jimdo ging 2007 an den Start. Zeitweise war das Unternehmen mit United Internet verbandelt. Lediglich 500.000 Euro Fremdkapital flossen bisher in Jimdo. Nach eigenen Angaben wurden bisher rund 15 Millionen Webseiten mit Jimdo erstellt, das es in acht Sprachversionen gibt. Nun werden Henze und Co. wohl so richtig Gas geben. “Größer denken, lang geplante Projekte umsetzen (sowohl in Sachen Produkt als auch in Positionierung), den Energieschub voll auskosten, den uns das Ganze gibt. Einfach weiter mit noch mehr Energie – und jeden Tag für euch mit viel Freude das Beste geben”, schreibt das Trio. Es klingt so, dass die Jimdo-Crew noch viel vor hat.

Hausbesuch bei Jimdo

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Im Oktober 2010 besuchte deutsche-startups.de Jimdo in Hamburg. Einen Kicker gibt es bei Jimdo nicht zu sehen, dafür allerlei Interessantes: an die Wand gepinnte Webseiten, einen Indoor-Garten mit Bewässerungsanlage und das Büro in Miniaturausgabe. Hier geht es zur Fotogalerie.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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