Robert Wittke von SternenGalerie “Feuerwerk per Mausklick ist so einfach wie Pizza bestellen”

Nicht nur an Silvester sorgen Feuerwerke für besondere Momente. Für ganz besondere will SternenGalerie sorgen, das die Kunst der Pyrotechnik raus holen will aus dem Image billiger Raketen. Im Gründer-Kurzinterview spricht Gründer Robert Wittke über Pizzabestellung, Erlebnisfaktoren und Konventionen.
“Feuerwerk per Mausklick ist so einfach wie Pizza bestellen”

Nicht nur an Silvester sorgen Feuerwerke am Himmel für ganz besondere Momente. Für ganz besonders individuelle will ab sofort das Hamburger Start-up SternenGalerie sorgen, das die Kunst der Pyrotechnik raus holen will aus dem Image billiger Raketen und lauter Böller. Im Gründer-Kurzinterview spricht Gründer Robert Wittke über Pizzabestellung, Erlebnisfaktoren und Konventionen.

Welche Idee steckt hinter Ihrem Start-up?
Wir wollen mit der SternenGalerie besondere Feuerwerksmomente für jeden Anlass schaffen und die Pyro-Branche ins digitale Zeitalter führen. Diesen Pioniergedanken verfolgen wir seit der Gründung im Oktober 2013. Unser Anliegen ist es, Feuerwerk den Endkonsumenten zugänglich und verständlich zu machen, also die Möglichkeiten, Kosten und die Kreativität mit dem Produkt näher zu bringen.

Dabei sind wir schnell auf den Gedanken gekommen, dass „Feuerwerk per Mausklick“ unser Motto sein soll, also so einfach wie eine Pizzabestellung. Bucht der Kunde bei uns, kümmern wir uns um alles und passen somit auch den Servicegrad an unsere Generation an.

Wie sehr bzw. in welchen Punkten hat sich ihr Konzept von der ersten Idee bis zur Gründung verändert?
Die Idee, ein Startup wie die SternenGalerie zu gründen, ist aus unserer Freundschaft gewachsen. Wir haben nicht strategisch nach etwas gesucht, sondern unsere bereits bestehenden Leidenschaften in ein Unternehmenskonzept verwandelt.

Wir veranstalten nicht einfach nur Feuerwerk – wir inszenieren es mit Emotionen und einem bleibendem Erlebnisfaktor. Seit der Gründung haben wir die Zielgruppe noch detaillierter kennengelernt und haben unser Portfolio, unsere Vertriebsstandorte und unser Team stetig vergrößert. Unsere Feuerwerke entwickeln sich mehr und mehr zu einem Teil des Gesamten. Wir sehen den Anlass, z.B. eine Hochzeit, als Gesamtkunstwerk und entwickeln das Konzept immer weitreichender, also bereits mit der Frage, wie der Bräutigam die Braut mit einer eigenen Inszenierung überraschen und zum Feuerwerk führen kann.

Wer sind Ihre Mitbewerber und wie grenzen Sie sich von ihnen ab?
Unsere Mitbewerber sind andere Feuerwerksunternehmen und nebenberufliche Einzelunternehmer. Trotz der Vielzahl an Konkurrenz grenzen wir uns seit Beginn deutlich von ihnen ab. Die gesamte Pyrotechnikbranche war bis dato rein offline auffindbar und wenig serviceorientiert. Feuerwerk wurde bisher produktorientiert und für den Kunden wenig verständlich vermittelt und verkauft.

Aus der bisherig intransparenten und “verstaubten” Branche hat die SternenGalerie ein zunehmend transparentes und hochprofessionell durchgeführtes Produkt mit einem Rundum-Sorglos-Service entwickelt und damit eindeutig eine Marktlücke entdeckt. Wir sind die ersten Anbieter, bei denen die Kunden beginnen, Feuerwerk online zu kaufen. Damit sind wir die bis dato Einzigen, die mit der Zeit des E-Commerce gehen.

Was ist der entscheidendste Faktor, damit Ihr Start-up den Durchbruch schafft?
Wir denken und handeln nicht wie reine Pyrotechniker, sondern sehen und bewerten unsere Produkte und Leistungen aus den Augen unserer Kunden. Dabei lassen wir uns nicht von den Konventionen einer alten Branche limitieren, sondern hinterfragen alles und lernen gerne von anderen bereits online-affinen Start-ups und bekannten Unternehmen. Wir führen Gespräche mit Unternehmern aus dem Silicon Valley und denken mutig und groß. Das ist für uns der entscheidende Faktor für unseren Erfolg.

Wie wollen Sie Geld verdienen und wann schreiben sie schwarze Zahlen?
Der Deckungsbeitrag ist positiv, bis auf eine einmalige Anfangsinvestition wachsen wir organisch. Hinzu kommt, dass in unseren Märkten die Kunden alle Leistungen per Vorkasse bezahlen. Trotzdem haben wir mit unserem Marketing, den Vertriebs- und Koordinationsaufgaben wie Produkteinkauf oder Steuerung der Logistik entsprechende Fixkosten, die gedeckt werden müssen. Wir antizipieren den Breakeven im laufenden Geschäftsjahr. Damit wäre die SternenGalerie nach zwei Jahren rentabel.

Welche Märkte wollen Sie mittel- und langfristig erobern?
Die SternenGalerie fokussiert sich grundsätzlich auf ein Nachfragepotenzial, welches heute nur sehr unzureichend von Pyrotechnikunternehmen bedient wird: Wir verkaufen B2C. Das Hauptsegment ist der Hochzeitsmarkt und darüber hinaus der Bereich für Privatanlässe wie Geburtstagsgeschenke oder Verlobungen. Aufgrund unserer jungen Dynamik und dem globalen Blick werden wir verstärkt von namhaften Unternehmen wie Galeria Kaufhof, Flensburger Pilsner oder A-ROSA Resorts für Firmenfeiern, Incentives, Roadshows oder Aktionsveranstaltungen angefragt.

Es entsteht für uns dadurch die Möglichkeit, weitere Märkte wie Firmenevents zu erschließen. Allein mit dem Fokus auf den Hochzeitsmarkt können wir ins europäische Ausland und den amerikanischen Kontinent expandieren. Auch der Nahe Osten könnte als Wachstumsmarkt interessant sein.

Welche Meilensteine wollen Sie in den kommenden zwölf Monaten auf jeden Fall erreichen?
Die Rentabilität des Start-ups steht für uns an erster Stelle und ist für das laufende Geschäftsjahr als realistisch einzustufen. Mittels des ersten Online-Shops für Feuerwerk wollen wir Online-Verkäufe als festen Umsatzbestandteil etablieren. Dank des wachsenden Auftragsvolumens werden wir unser Team stetig erweitern und unsere 12 Standorte in Deutschland stärken und weiter ausbauen.

Im Fokus: Weitere Interviews mit jungen Gründern gibt es im Special Gründerinterviews

Zur Person:
Robert Wittke studierte an der RWTH Aachen Ingenieurswissenschaften und Management, welches er an Tsinghua University, China, beendete. Er ist Gründer und Geschäftsführer von SternenGalerie, welches er gemeinsam mit Simon Hahnkamm und Clemens Ulrich Kemper 2013 gründete.

Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.

  • Jay Dee

    “studierte an der RWTH Aachen Ingenieurswissenschaften und Management”

    So einen Studiengang gibt es an der RWTH doch nicht!

    Link or it didn’t happen.

    • Robert Wittke

      Das ist nicht komplett akkurat wiedergegeben: Das Studium war Wirtschaftsingeneuerwesen mit der Fachrichtung Maschinenbau. Darüber hinaus wurde es nicht abgeschlossen, sondern während der ersten Züge der Diplomarbeit abgebrochen ;-)

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