Vollgas Daimler übernimmt mytaxi und Ridescout

Große Übernahme in Hamburg: Daimler übernimmt mytaxi nun komplett. Schon seit 2012 sind die Stuttgarter über ihre Tochter Moovel an mytaxi beteiligt. Das Starrt-up wurde im Juni 2009 von Niclaus Mewes und Sven Külper ins Leben gerufen. Der Kaufpreis ist bisher nicht bekannt.
Daimler übernimmt mytaxi und Ridescout

Der Autokonzern Daimler wandelt sich seit einigen Jahren zum Mobilitätskonzern. Nun folgen den Investitionen, große Taten: Der Autokonzern übernimmt über seine Mobilitätstochter moovel das Hamburger Start-up myTaxi und den amerikanischen Mobilitätsplattform-Anbieter Ridescout.

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Schon seit 2012 sind die Stuttgarter über Moovel an Mytaxi beteiligt. Damals sicherte sich Daimler 15 % der myTaxi-Anteile. Nun schnappt sich der Autokonzern das Hamburger Unternehmen komplett. Mehrere zweistellige Millionenbeträge flossen zuletzt in myTaxi. Der Kaufpreis ist bisher nicht bekannt. Zu den Investoren von mytaxi gehörten auch T-Venture, der Risikokapitalgeber der Deutschen Telekom, Xing-Gründer Lars Hinrichs und die KfW. Alle dürfen sich nun wohl über einen Millionenexit freuen. “mytaxi gehörte stets zu den Stars in unserem Portfolio. Das Investment hat uns in mehrfacher Hinsicht große Freude bereitet. Einerseits was die professionelle Zusammenarbeit betrifft und nun auch durch den erfolgreichen und beachtlichen Exit. Unsere Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, sondern bei weitem übertroffen. Wir gratulieren sowohl mytaxi als auch moovel zu diesem zukunftsweisenden Schritt”, sagt Thomas Grota, Investment Director von T-Venture.

“Wir freuen uns sehr, mytaxi und auch RideScout in der moovel Familie willkommen zu heißen”, sagt moovel-Macher Robert Henrich. “Mit der Übernahme von mytaxi und RideScout investieren wir in die Weiterentwicklung der urbanen Mobilität in Deutschland, in Nordamerika und in anderen Teilen der Welt. Gemeinsam wollen wir unsere Führungsrolle international ausbauen und auch in Zukunft als Pionier die Mobilität nachhaltig vereinfachen.” “Mit moovel als Pionier im Bereich innovativer Mobilitätsdienstleister haben wir für mytaxi und unser Team den Wunschpartner gefunden. Die bestehende enge Zusammenarbeit bestätigt, dass wir perfekt zusammenpassen – denn wir teilen dieselben Visionen und brennen beide für das Thema neue und fortschrittliche Mobilität”, sagt mytaxi-Mitgründer Niclaus Mewes. “Mit moovel im Rücken kommen wir unserem Ziel, nicht nur in Europa, sondern zukünftig auch weltweit eine der größten und besten Taxi-Apps zu sein, einen gewaltigen Schritt näher”.

mytaxi wurde im Juni 2009 von Niclaus Mewes und Sven Külper ins Leben gerufen. Das Hamburger Startup beschäftigt über 150 Mitarbeiter in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Spanien, Polen und den USA. Mit über zehn Millionen Downloads sieht sich mytaxi als “Spitzenreiter unter den Taxivermittlungs-Apps”. Zuletzt stand das Unternehmen allerdings wegen seiner Preispolitik in der Kritik.

Als Kampfansage an das mit dem US-Anbieter Uber ringende Taxigewerbe will Daimler den Zukauf nicht verstanden wissen, schreibt das manager magazin. Vielmehr wolle man “das Taxigewerbe einladen, mit Moovel und mytaxi eng und partnerschaftlich zusammenzuarbeiten, um gemeinsam die Chancen des mobilen Internet zu nutzen”, zitiert das Wirtschaftsmagazin Moovel-Macher Henrich. Uber steht in Deutschland hart in der Kritik – seitens der Taxilobby. Wenn es nun dumm läuft für den Autokonzern, richtet sich der Zorn der Taxilobby bald komplett gegen Dailmer. Also bei jeder Neuerung, die mytaxi vor hat und ankündigt. Daimler wird wohl nicht nur Freude an mytaxi haben. Finanziell macht die moovel-Familie dem Konzern aber wohl schon Spaß. “Wir werden mit Car2Go und Moovel einen Umsatz von 100 Millionen Euro bis Ende 2014 erreichen”, sagte Moovel-Finanzchef Marcus Spickermann gegenüber Süddeutsche.de.

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Hausbesuch bei mytaxi

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Ein Blick zurück ins Jahr 2011: Eingehüllt in sanften Fischgeruch befindet sich das Büro von myTaxi direkt am alten Hamburger Fischereihafen. Wie es bei myTaxi aussieht, zeigen wir in unserer Fotogalerie.

Foto: taxi from Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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