BarkBox-Adaptionen Hundewunderbox scheitert, Mauz & Wauz expandiert

Seit BarkBox sind Aboboxen für Hunde der Renner - zumindest auf dem Papier. Die Hundewunderbox konnte das Konzept in Deutschland nicht etablieren. Und auch die dogz box-Gründer haben sich von ihrem Konzept schon wieder verabschiedet. Mauz & Wauz dagegen kündigt weiter Expansionspläne an.
Hundewunderbox scheitert, Mauz & Wauz expandiert

Schon Ende haben wir etwas Ungestüm in die deutsche Gründerszene geschrien: “Nicht nachmachen! Es gibt genug Abo-Boxen für Hunde“. Unser Aufschrei war leider berechtigt, immerhin haben die ersten Gründer ihre Adaptionen des BarkBox-Konzeptes schon wieder aufgegeben. Zunächst einmal kündigte die dogz box Anfang Juni ihr Ende an. “Ihr Lieben, schweren Herzens werden wir die dogz box noch diesen Monat aufgeben”, teilte das Start-up bei Facebook mit. Das Ende erfolge, aber nicht “aus einer wirtschaftlichen Not heraus”, wie die Gründerin Sina Hoffmann gegenüber deutsche-startups.de betont.

“Meine Geschäftspartnerin und ich haben unser Baby, die dogz box, in neue liebevolle Hände gegeben, eben weil es durch die große Anzahl an Kunden und Bestellungen nicht mehr länger mit unseren Jobs vereinbar ist. Wir hatten die dogz box nebenbei gestartet, während wir beide in Festanstellungen waren”, berichtet sie weiter. Die Zeitintensität, die die dogz box benötigte und verdiente, sei in den letzten Monaten immer weiter gestiegen. Inzwischen fand sich mit Bianca Brendel aus Fischbachtal auch ein neuer Betreiber der Plattform, großer Schwung ist aber wohl nicht mehr zu erwarten. Dazu sehen Wettbewerber schon allein optisch deutlich professioneller aus als dogz box.

ds-hundewunderbox

Bereits am Ende ist dagegen Hundewunderbox. “Schweren Herzens werden wir die Hundewunderbox einstellen”, teilte die Jungfirma vor wenigen Tagen mit. Die kurze Geschichte des Start-ups endete mit einem totalen Ausverkauf. dogz box und Hundewunderbox gingen beide bereits 2012 an den Start. Die dogz box-Box kostete zum Start 14,99 Euro, später dann 19,99 Euro. Ins Netz geschoben wurde die tierische Abobox von Hoffmann und Selina Finger. Die neue dogz box-Besitzerin Brendel führt das Konzept nun weiter. “die dogz box (mit bis zu 7 Produkten) kostet Euro 19,99 (inkl. Versand)”, heißt es auf der Website. Die Hundewunderbox wiederum wurde von Angelika Willigerod-Bauer und Birgit Geibig geführt. Den vierbeinigen Freunden der Nutzer lieferte das Hamburger Start-up einmal im Monat zum Standardpreis von 25 Euro ein “liebevoll gepacktes Überraschungspaket”.

ds-mauzwauz

Mitbewerber dogolindo hatte zuletzt zumindest leichten Schluckauf: “Lange war es ruhig um dogolindo, dafür möchten wir uns bei Euch entschuldigen. Auch uns hat der Sturm an Pfingsten vor neue Herausforderungen gestellt, nicht nur dass unser Logistik-Center von Neuss nach Düsseldorf umziehen musste, leider konnten wir auch unsere Juni Box nicht wie geplant ausliefern”, entschuldigt sich das Start-up bei Facebook vor wenigen Tagen. Ab sofort laufe aber alles normal, verspricht das Neusser Unternehmen. Von den anderen Anbietern setzt sich dogolindo vor allem dadurch ab, dass das Unternehmen Werbegeschenke oder Pröbchen in den Boxen verschickt.

Bleiben noch die Wauwau Box (die zuletzt auch sehr ruhig waren, und gegenüber aber versichern, dass sie “in absoluter Aufbruchstimmung” seien und Mauz & Wauz als Marktteilnehmer zu nennen – von denen es bisher ebenfalls keine Hiobsbotschaften gibt. Stattdessen verbreitet zumindest Mauz & Wauz (deren Crowdfunding-Kampagne im vergangenen Jahr scheiterte) sogar Aufbruchstimmung. “Wir sind auf Expansionskurs” sagt Mauz & Wauz-Macher Thomas Poschen gegenüber deutsche-startups.de. Die genauen Pläne und auch Zahlen nennt das Unternehmen aus Berglen zwar keine, einige hunderte Abokunden soll das Start-up aber bereits in der Datenbank haben. Die Abo-Box kostet bei Mauz & Wauz zwischen 22,90 und 27,90. Vielleicht schafft ja wenigstens ein Start-up den tierischen Nischenmarkt dauerhaft zu bedienen.

Fotogalerie: Haustiere im Büro

In unserer Fotogalerie gibt es diesmal nur tierische Start-up-Kollegen – und einige mehr – zum Durchklicken und genießen. Weitere Fotos von vierbeinigen Mitarbeitern nehmen wir gerne auf. Fotos direkt an redaktion (at) deutsche-startups (punkt) de schicken.

Foto: A Pit Bull dog running after its chew toy with its owner standing close by from Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

  • Bianca Brendel

    Mal wieder eine journalistische Glanzleistung, halbe Recherchen führen dazu dass laufende Unternehmen als geschlossen oder bald geschlossen tituliert werden, da der Autor (der ja eigentlich einen journalistischen Hintergrund erwarten lässt) die Halbwahrheiten und das Geplapper seines Interviewpartners veröffentlicht. Ein paar hundert Kunden hat die dogz box schon lange überzielt und 14,99 kostet sie seit Oktober 2013 nicht mehr. Halleluja was dürfen wir uns in Deutschland über solche Stümper freuen.

    • azrael74

      Im Artikel steht nur, dass die alte Mannschaft das Ende der Plattform verkündete und sie nun neuer Besitzer des Projektes sind. Die alten Gründer haben ihr Projekt somit aufgegeben. Im Artikel steht auch, dass die Box einst 14,99 Euro kostete. Die Kundenzahl korrigiere ich gerne. Sie müssen mir deswegen aber nicht gleich per SMS mit ihrem Anwalt drohen – ist auch kein guter Stil…

      • azrael74

        Übrigens: im Artikel steht zu ihren Zahlen nur: “Beide konnten aber offenbar keine große Anzahl an Abokunden für sich gewinnen”.

  • Bianca Brendel

    Das ist nicht das einzige was in Ihrem Text steht – großer Schwung ist aber wohl nicht mehr zu erwarten. Ebenfalls bereits am Ende ist die Hundewunderbox – Wenn diese Aussagen nicht geschäftsschädigend sind, dann weiß ich es nicht. Und ich glaube nicht dass Sie von irgendeinem der genannten Unternehmen die Zahlen gesehen haben, um sich überhaupt ein Urteil erlauben zu können.

    • azrael74

      Meine Meinung dürfen sie mir aber nicht verbieten. Ist halt meine Einschätzung. Freue mich, wenn es doch noch Schwung gibt. Und: Das ebenfalls am Ende bezieht sich auf das alte dogz box – und dies ist doch nun einmal so. Kann es aber gerne im Artikel noch einmal verdeutlichen.

      • Bianca Brendel

        Gut dann sage ich Ihnen mal meine Meinung zu dem Thema. Bei allen Artikeln die bisher von Ihnen und Ihren Kollegen über die Hunde Überraschungsboxen geschrieben wurden, wird eine immer genannt oder verlinkt und das ist die Mauz und Wauz. Das diese Crouwdfinanziert ist ist auch allgemein bekannt, vielleicht sind Sie ja Sponsor und wenn dem so ist, ist es eben nicht sonderlich professionell wenn sogar armseelig, dass man auf einem vermeintlich objektiven Portal versucht die Mitbewerber schlechter dastehen zu lassen. Im Grunde sind es immer die Unternehmen denen es eher nicht gut geht, die nach aussen treten. Wie auch immer ich bin mir sicher dass Ihnen durchaus bewusst ist, wie Sie Ihren Artikel formuliert haben. Nun ja Sie sind ja nicht der einzige Mensch auf Erdend er Artikel schreibt.

        • azrael74

          Ich kann Ihnen versichern, dass ich kein Sponsor, Investor oder sonst was von Mauz und Wauz oder irgendeinem anderen Start-up bin, über das ich schreibe.

  • michael zurafski

    Mauz & Wauz haben keine Zahlen veröffentlicht und Sie sprechen von Aufbruchstimmung. Mit nichts aber auch gar nichts zu belegen. Die sind mit Ihrem Crowdfunding auf die Schnauze gefallen. Letzter Stand war ein Invest von 2.500 Euro statt den zu erwartenden 25.000 Euro. Der Umsatz vom Jahr 2013 lag bei 3.000 Euro. Umsatz geplant für 2014: 900.000 Euro. Wers glaubt wird selig. Stattdessen reden Sie brachial über die Wettbewerber. Starkes Stück.

Aktuelle Meldungen

Alle