200 Millionen-Exit in Berlin Tesco-Ableger Dunnhumby übernimmt Sociomantic

Wieder ein Exit in Berlin und diesmal ist es ein 200 Millionen-Exit! Wie Business Insider berichtet, übernimmt Dunnhumby das Berliner Start-up Sociomantic. Das Unternehmen ist ein waschechter Hidden Champion. Der erfolgreiche Online-Werbevermarkter ging bereits 2009 an den Start.
Tesco-Ableger Dunnhumby übernimmt Sociomantic

Exits, es muss mehr Exits in Berlin geben! Vor allem mehr große! Dies ist eine zentrale Forderung vieler deutscher und ausländischer Szenekenner, Investoren und Szenebeobachter. Nun gibt es endlich einen großen Exit in Berlin – groß für deutsche Verhältnisse! Wie Business Insider berichtet, übernimmt Dunnhumby, ein Ableger von Tesco, das Berliner Start-up Sociomantic für bis zu 200 Millionen US-Dollar. “The price, we’re told, is between $175 million and $200 million. We corresponded with a second industry source who confirmed the news”, schreibt das Magazin. Eine offizielle Bestätigung für den Verkauf gibt es bisher nicht, Sociomantic dementiert den Bericht aber auch nicht.

Sociomantic ist ein waschechter (äußerst schweigsamer) Berliner Hidden Champion. Der Online-Werbevermarkter, der von Thomas Nicolai, Lars Kirchhoff und Thomas Brandhoff gegründet wurde, ging bereits 2009 an den Start. Inzwischen arbeiten rund 160 Mitarbeiter für das Unternehmen, das über ein Dutzend Büros auf vier Kontinenten betreibt. “Fast zehn Prozent der Belegschaft sind mittlerweile Ex-Google-Mitarbeiter – inklusive CEO Jason Kelly, der 2012 vom Suchmaschinengiganten kam. In den zwölf Monaten bis August 2013 setzte das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 100 Millionen US-Dollar um (annual run rate basierend auf August 2012)”, schrieben die Kollegen von Gründerszene zuletzt über Sociomantic.

ds-sociomantic

Das Sociomantic-Team baute sein Unternehmen dabei völlig ohne VC-Geld aus. “Zu Beginn haben wir von Martin Sinner mal den Rat bekommen: Jungs, wenn ihr an euer Business glaubt, dann geht zur Bank. Nehmt einen Kredit auf und gebt dann Vollgas. Wir haben das im zweiten Jahr tatsächlich gemacht: Wir haben einen Kredit auf den eigenen Kopf aufgenommen”, sagte Nicolai kürzlich im Interview mit Gründerszene. Mit einer Bank gehe alles schneller, nach zwei Wochen sei man durch. Mit einem Investor dauerte es schnell mal ein halbes Jahr. Deswegen würde Sociomantic ohne Investor da stehen. Der Erfolg gibt den Gründern recht. Und Berlin hat endlich einen großen Exit.

Exit-Reigen in Berlin

Zuletzt gingen in Berlin unter anderem Aeria Games Europe (verkauft ProSiebenSat.1), skobbler (verkauft an Telenav für 23,8 Millionen Dollar) und JustBook (verkauft an Secret Escapes), madvertise (verkauft an Mobile Network Group) und plista (verkauft an GroupM für 30 Millionen Euro) über den Tisch.

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Foto: exit sign inside of silver surface, modern security details from Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

  • Andreas Reiffen

    Die europäische Ad Tech Szene kann große Exits dringend gebrauchen. Bislang ist nur ein winziger Anteil der weltweiten Ad Tech Investitionen in europäische Firmen geflossen. Criteo und jetzt Sociomantic haben definitiv für Aufmerksamkeit bei internationalen VCs gesorgt, sodass es die nächste Generation vermutlich leichter haben wird. Ohne Venture Capital zum großen Exit zu kommen, wird nur ganz wenigen Unternehmen gelingen, die ganz früh in einen neuen Markt/eine neue Technologie einsteigen.
    Respekt vor der Leistung und Gratulation an Sociomantic!

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