Michael Löhr von Tiramizoo im Interview “Der Rekord für Same-Day-Delivery liegt unter 15 Minuten”

"Der Rekord in den UK für Same-Day-Delivery liegt unter 15 Minuten. Allerdings müssen da viele Aspekte zusammenkommen", sagt tiramizoo-Geschäftsführer Löhr im Interview. Weitere Themen des kurzen Gesprächs sind: Abendzeitfenster, vergessene Schlüssel und ländliche Gebiete.
“Der Rekord für Same-Day-Delivery liegt unter 15 Minuten”

Der junge Kurierdienst Tiramizoo, der vom Fahrzeugbauer Daimler und vom Paketdienst DPD finanziell unterstützt wird, vermittelt Stadtkuriere, die in Minutenschnelle vor der Haustür stehen und Botengänge erledigen. Same-Day-Delivery ist somit das Schlagwort, mit dem tiramizoo-Geschäftsführer Michael Löhr die Szene bereichert. Im Interview mit Location Insider spricht der Tiramizoo-Macher über Abendzeitfenster, vergessene Schlüssel und ländliche Gebiete.

Cyberport-Geschäftsführer Olaf Siegel sagte Ende 2013: “Aus unserer Sicht ist Same-Day-Delivery vor allem ein B2B-Thema, zum Beispiel wenn es um die Lieferung von dringend benötigten Ersatzteilen geht. Endkunden hätten Same-Day-Delivery ebenfalls gerne, sind in der Regel aber noch nicht dazu bereit, extra dafür zu bezahlen.” Würden Sie diesem Zitat zustimmen?
Es ist richtig, dass Same-Day-Delivery auch für B2B-Kunden interessant ist. Allerdings sehen wir bereits jetzt ähnlich viele Bestellungen von Endkunden, wie von B2B-Kunden. Endkunden bestellen für in den Abendzeitfenstern, B2B-Kunden eher tagsüber.

Haben Sie schon einmal Same-Day-Delivery in Anspruch genommen? Falls ja, was genau haben Sie wo bestellt und wie hat das funktioniert?
Ja, wir nutzen taggleiche Lieferungen sehr häufig. Die ersten Bestellungen waren zum Beispiel Laptops für neue Mitarbeiter. Das hat perfekt geklappt. Ich selbst und unsere Mitarbeiter nutzen den Service auch für viele andere Situationen, zum Beispiel das Liefern von vergessenen Schlüsseln oder für den Transport größerer Einkäufe, wenn man mit den Öffentlichen oder dem Rad unterwegs ist.

Tiramizoo stellt auf Wunsch Produkte innerhalb von 90 Minuten zu. Ist diese Zeit logistisch zukünftig überhaupt noch zu toppen?
Ja natürlich! Der Rekord in den UK für Same-Day-Delivery liegt unter 15 Minuten. Allerdings müssen da viele Aspekte zusammenkommen: Nähe der Filiale zum Kunden, naher verfügbarer Kurier und schnelles Picken und Packen in der Filiale. In der Regel sind 90 bis 120 Minuten Lieferzeit ein guter Wert. Viele Kunden möchten auch die Lieferung zum Wunschzeitpunkt, der einige Stunden nach der Bestellung liegen kann.

MyDoorman aus San Francisco liefert bis Mitternacht aus. Was sind Ihre maximalen Lieferzeiten?
Im Moment sehen wir das Liefern bis 20 oder 22 Uhr als ausreichend an. Es kommt hier aber auch auf die Öffnungszeigen der lokalen Filialen an und die Verfügbarkeiten unsere Partnerkuriere.

Ist ein Zusammenschluss zwischen den jetzt schon 18 angebotenen Städten geplant? Da würden sich vor allem die Ballungsgebiete Bochum-Dortmund-Essen und Mainz-Frankfurt anbieten, oder?
Das wird sich sicherlich dahin entwickeln. In einigen Fällen liefern wir im Ruhrgebiet schon von Stadt zu Stadt. Wobei man sehen muss, dass die Cut-off-Zeiten, also der Zeitpunkt bis zu denen der Kunde seine Bestellung noch aufgeben kann, immer weiter nach vorne wandern, je weiter die Lieferwege sind. Und ab einem bestimmten Punkt nimmt man dem Kunden die Spontanität und Flexibilität, wenn er z.B. nur bis 14 Uhr bestellen kann, um eine Lieferung um 18 Uhr zu erhalten, wenn eben die Lieferstrecke sehr weit ist.

Vor knapp einem Jahr haben Sie im Interview mit VentureTV gesagt, dass bisher keine Abdeckung von Kleinstädten geplant ist. Lohnt sich das einfach nicht? Hat sich daran etwas geändert?
Kleinstädte sind eine besondere Herausforderung, denn wir reden hier ja von der Bedienung des lokalen Bedarfes. Wenn die Lieferstrecken weit und die Auslastung gering sind, bedeutet das auch hohe Lieferkosten. Aber wir arbeiten hier mit einigen Kommunen an Konzepten, die schnell die kritische Masse aufbauen helfen sollen. Wir werden Ende des Jahres sehen, wie gut das geklappt hat.

Ist die Lieferung am Tag der Bestellung im ländlichen Gebiet überhaupt machbar?
Die taggleiche Lieferung im ländlichen Gebiet ist natürlich machbar. Im Ersatzteilgeschäft oder auch im Bereich Arzneimittel wird das bereits umgesetzt. Hier sind unserer Erfahrung nach aber die Lieferpreise für den Endkunden noch unattraktiv hoch. Aber mit steigender Nachfrage sinken auch die Lieferkosten. Wenn sich lokal die Händler zusammenschließen und gemeinsam Same-Day-Delivery bewerben, kann und sollte es auch gut in ländlichen Regionen funktionieren.

Im angesprochenen Interview haben Sie mehrmals auf das Weihnachtsgeschäft hingewiesen. Wie ist es gelaufen?
Die Händler und wir waren sehr zufrieden. Im November sahen unsere Händler bereits einen Anstieg von bis zu 36% zum Vormonat und im Dezember bis zu 78%.

Anfang 2013 berichtete die Wirtschaftswoche, dass Privatleute über Ihre Plattform ebenso in die Zustellung eingebunden werden sollen? Was ist aus dem Plan geworden?
Als wir von der Wirtschaftswoche interviewt wurden, interessierte man sich auch sehr für den Aspekt Nachhaltigkeit bei unserem Geschäftsmodell. Wir sind der Meinung, dass ein gutes, taggleiches lokales Lieferangebot hilft, bequemer ohne Privatwagen in Metropolen auszukommen – was die Lebensqualität erhöht und viele Probleme reduziert. Ein Kurier kann 20 bis 30 Einkaufsfahrten ersetzten. Um ökonomisch und ökologisch sinnvoll lokal liefern zu können, suchen wir immer nach Möglichkeiten Transporte zu bündeln. Und natürlich kann es attraktiv sein zum Beispiel Pendler oder allgemein Privatleute in die Transportplanung mit einzubeziehen. Aber im Moment ist das nicht unser Focus, sondern ein Szenario, was wir bei unserer Entwicklung mit einbeziehen.

Welche weiteren Städte sollen von Tiramizoo abgedeckt werden?
Stück für Stück werden wir den Service, immer gemeinsam mit unseren Retailpartnern auf immer kleinere Städte ausweiten. Für dieses Jahr kommen 20 bis 30 weitere Städte hinzu.

eBay will Kunden irgendwann sogar via GPS orten und während des Einkaufsbummels in der Stadt und Amazon per Drohne liefern. Ist so etwas in Deutschland denkbar?
Das Beliefern des Endkunden nicht an eine feste Adresse, sondern an dessen aktuellen Standort, ist natürlich auch bei uns theoretisch möglich. Wenn Händler gemeinsam mit einem Anbieter wie uns beim Bestellvorgang dafür die Vorrausetzungen schaffen, ist es mit relativ wenig Aufwand auch zu realisieren. Im Moment sehen wir keinen Grund der Drohnendiskussion intensiv zu folgen. Teilweise sind die Berichte aber in der Tat amüsant und manchmal sogar interessant.

Wohin soll es 2014 gehen? Was ändert sich bei Ihnen bzw. im Same-Day-Delivery-Markt?
Der Same-Day-Delivery-Markt wirr offensichtlich immer attraktiver, auch für neue Player in Deutschland aber auch international. Uns freut es sehr, wie viel Bewegung in das Thema gekommen ist. In Deutschland lernt man natürlich auch von Amazons, eBays und auch Googles Same-Day-Delivery-Angeboten: Taggleiches Liefern wird für viele Händler einfach zum Serviceangebot gehören müssen um attraktiv zu bleiben oder vielleicht wieder attraktiv zu werden. Zwischen 2010 und 2013 haben wir viel Energie aufgewendet, um Same-Day-Delivery für den Handel in Deutschland zu etablieren. Unsere Salespipeline ist für 2014 randvoll, auch weil wir über DPD natürlich einige große Händler hinzubekommen haben. 2014 wird nun auf jeden Fall das Jahr mit Fokus auf solides Wachstum.

Dieses Interview erschien zuerst auf Location Insider, einem Fachdienst, der in einem täglichen Newsletter über Location-based Services informiert.

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* Same-Day-Delivery: Paketdienst DPD steigt bei Tiramizoo ein

  • Tom

    Die Frage die sich mir hier stellt, ab welcher Stadtgröße (Einwohnerzahl) lohnt sich eine solche Zustellung? Und was kostet dieser Service?

  • Michael Löhr

    Hi Tom, danke für Deinen Kommentar und die Fragen. Grundsätzlich ist ein solcher Service natürlich am sinnvollsten in Großstädten abzubilden (kurze Lieferstrecken, hohe Dichte an Shops und Endkunden). Aber überall wo es Kurierdienste gibt, in Städten ab ca. 100.000 Einwohnern, kann man taggleiche Lieferungen anbieten. Die Kosten liegen pro Lieferung liegen bei ca. 5-20 EUR, je nach Größe der Ware, der Lieferstrecke und der Liefergeschwindigkeit. Was der Händler gegenüber seinem Kunden berechnet, bleibt im Ermessen des Händlers. Viele Händler subventionieren Lieferungen ab einer bestimmten Warenkorbgröße. Dieser Premium-Lieferservice ist natürlich nicht für alle Kunden attraktiv. Aber >15% der Kunden unserer Partner bestellen gezielt Same Day Delivery.

  • http://same-day-delivery-today.weebly.com/leserbrief-smartcamp-award-2014 Klaus Becker

    Ich bin geschockt, dass ein Unternehmen wie Tiramizoo den SmartCamp Award 2014 gewinnen konnte, der ausgerechnet von einem selbsternannten Startup-Ökosystem bzw. konkret von Iceventure unterstützt wird. Insidervorwurf: Tiramizoo vermittelt ausschließlich defizitäre Einzelfahrten zu Lasten der Umwelt und auf Kosten der Fahrer. Es wird weder auf Nachhaltigkeit noch auf Datenschutz im Sinne der Kunden oder der Auftraggeber wert gelegt. Mit frei erfundenen Angaben zu Kunden, Mitarbeitern und Partnern wird hier ein rosa Ballon aufgeblasen der bereits vor einem Jahr geplatzt ist. Hat bei IBM keiner den Knall in der Cloud gehört? Hätte man das Seifenblasensystem Same-Day-Delivery in der Höhle der Löwen auf Vox vorgestellt wäre nach weniger als drei Minuten Schluss mit dem Zirkus gewesen.

    Ganzer Leserbrief hier: ( http://tinyurl.com/oxf3qwm ).

    J.Berger und Klaus Becker http://www.samedaydelivery.today
    samedaydelivery.today@gmail.com

    Nach einem Jahr intensiver Beschäftigung inkl. valider Daten im Bezug auf Dirk Reiches und Michael Löhrs Same-Day-Delivery-Seifenblase ist klar: Es gibt weder einen vernünftigen Exit für Kunden oder Fahrer und schon gar nicht für Investoren dieses Startups. Wie bei Uber versuchen lediglich mal wieder ein paar Leute mit geliehenem Geld der Investoren Plattformkapitalismus* zu “spielen” der in einer Zielgruppe funktionieren soll, die so weit von einem Mindestlohn entfernt ist wie ein Meerschweinchen.

    Das die Fahrer bei dem geringen Auftragsvolumen und den gefühlten 40% Abzug durch Tiramizoo weder Krankenversicherung, Sozialabgaben oder gar Steuern bezahlen können muss jedem klar sein weil es schon kaum möglich ist nur das Benzingeld wieder reinzufahren. Insiderwissen und Einblick in die Aufträge belegen: Bei 160 Aufträgen in 8 Monaten für einen Kunden in Köln lag der Durchschnitt aller Fahrten bei knapp unter 10 Kilometern unter 10.- Euro netto und bei genau 37 Minuten Zeitaufwand ( reine Lastfahrt plus Hin- und Rückfahrt zum Shop ) für die “segensreichen” Vermittlungen durch Tiramizoo. Konkret: Hier wird ein Auto gefahren, unterhalten und getankt und der Fahrer hat noch nicht einmal den “UBER Mindestlohn” von 3 Dollar in der Hand. Der bringt noch Geld mit.

    Dabei liegen Probleme dieses Geschäftsmodells auf der Hand. Konkret sollen die wenigen Kunden von Cyberport, MediaMarkt-Saturn und Conrad Mondpreise zahlen und halten sich deshalb bei Aufträgen extrem zurück. Weil Tiramizoo meint, auf Kosten der Fahrer bis zu sechs Zeitfensterlieferungen pro Tag anbieten zu müssen, gibt es zu 100% nur Einzeljobs und Einzelanfahrten die jedoch nur mit 2,30 “Anfahrtspauschale” plus 0,99 Euro pro Lastkilometer abgerechnet werden wollen. Angeblich soll ein Algorithmus der dilettantisch gemachten APP den jeweils günstigen Fahrer ermitteln und den Job dann zuteilen. Richtiger wäre es, wenn ein fester und von T-Zoo geprüfter und bezahlter Fahrer in der Nähe einen Zusatzauftrag erhalten würde der preiswert an den Kunden durchgereicht werden könnte oder Leute anzuteasern die die Strecke z.B als Pendler mit Rad, Bus und Bahn bedienen. Mit dem Grundsatz “wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass” interessierte es Tiramizoo bislang nur an dem Kurierdienst ein bisschen Kleingeld zu schnappen. Die große Ausrichtung scheint immer noch zu fehlen. Dabei ist längst klar: Nichts ist schlechter für das Geschäft mit Kunden wie Cyberport, Nespresso oder MediaMarkt/Saturn als ständig wechselnde Kurierfahrer die kein Geld verdienen sondern verlieren.

    Fahrer berichten uns konkret von lediglich sechs bis zehn defizitären Einzelfahrten in ganz Köln oder Düsseldorf pro Woche, die auch noch in der verkehrsreichsten Zeit stattfinden, besonders unhandlich sind und nach Kilometer und selbstverständlich nicht nach Zeit abgerechnet werden. Uns wurde von einem Fahrer in Mainz berichtet, dass ein 56 Zoll Monitor mit den Kartonmaßen 1,70 x 0,69 ( Stichwort Türgröße ) sage uns schreibe für 9,60 Euro 5,5 Kilometer zu einem Kunden transportiert werden sollte. Erst als der Kunde sich beschwerte weil der Karton nur liegend transportiert werden konnte aber nicht durfte, nahm Tiramizoo bzw. Conrad solche Fahrten aus dem Programm.

    Leider wurden bei Tiramizoo konsequent die Hausaufgaben nicht gemacht: In 90% der Fälle ist den Fahrern nicht wirklich bekannt was zu transportieren ist und aus dem Grund fahren auch vielfach noch immer “zu große Fahrzeuge” zu den wenigen Einsätzen und schaden der Umwelt durch unnötigen Verkehr. Tiramizoo hat lt. Eigendarstellung die Partner DPD und Mercedes gewonnen von denen zumindest in Köln, Düsseldorf und dem Ruhrgebiet noch kein einziger Auftrag in den letzten 12 Monaten zu sehen war. Der Lademeister von MediaMarkt Saturn Düsseldorf bestätigt uns auf Nachfrage, dass über zwei Wochen keine Fahrten stattgefunden haben sollen. Was von den anderen Referenzkunden wie Lodenfrey oder McTrek zu erwarten ist darf in Ruhe abgewartet werden. Auf die Frage ob die Software nicht läuft oder die Kunden das Produkt Same Day Delivery abserviert haben kommen allenfalls genervte Sprüche es seien Sommerferien oder so was.

    Auf die Probleme in unterschiedlichen Mails angesprochen meinte Geschäftsführer Dirk Reiche wörtlich: “Tiramizoo wächst beeindruckend in Lieferzahlen und Umsatz in diesem Geschäftsjahr und setzt damit die Erfolgsgeschichte fort…. das freut mich und die anderen Gesellschafter. Michael Löhr ist, wenn er nicht auf der Laufstrecke unterwegs ist nur per Facebook-Chat zu erreichen. Die Führung des Unternehmens treibt sich offensichtlich öfter bei Vorträgen zum Thema Same Day Delivery, Pupsi-Preisverleihungen oder tagelangen Sportertüchtigungen rum anstatt bei Altkunden, Neukunden oder mit dem “Fahrernetzwerk” nach Lösungen zu suchen damit hier endlich keine Minusfahrten mehr angenommen werden müssen. Ansonsten wäre es kaum erklärlich dass von Nespresso in Köln, Düsseldorf und Essen auch seit Monaten kein einziger Fahrauftrag reinkommt. Hier soll es angeblich eine “Umstellung” in der Software geben. Auf Nachfrage bei den beiden Geschäftsführerinnen von Nespresso und Köln und Düsseldorf scheinen die sich kaum noch erinnern zu können was das war… Same Day Delivery… ????

    Bereits 2012 reklamierte das Unternehmen mit dem wirklich dümmsten Firmenname der Branche ( italienisch Tiramisù, wörtlich „zieh mich hoch.. und nicht runter…“) an dieser Stelle http://tinyurl.com/lwvp5pf ein Kuriernetzwerk von 1200 Fahrern zu managen. Damit hätte dann jeder Fahrer dieses “Geisternetzwerkes” 0,001 Aufträge in den 18 Tiramizoo Standorten abzuliefern.Warum werden Fahrer, Investoren und Fachzeitungen für dumm verkauft? Wer gibt solchen Hirngespinsten Geld oder sogar noch, wie hier eine Auszeichnung oder Raum den Quatsch in Vorträgen zu multiplizieren?

    Offensichtlich scheint der Jury den Investoren und den Betreibern von Tiramizoo auch in anderen Bereichen der Realitätsbezug abhanden gekommen zu sein. Glaubt hier jemand ernsthaft das Unternehmen wie DHL, UPS, Hermes oder gar Google, Amazon bzw. Ebay darauf gewartet haben sich von den smarten “Jungens” aus München erklären zu lassen wie Same Day Delivery funktioniert?Jedes der genannten Unternehmen hat die Kontakte, die Mittel und die feste Absicht ihre die Fahrer jederzeit in vollgetankte und gewaschene Firmenautos zu setzen und deren Sozialabgaben zu überweisen um lediglich eine vierte Lieferoption in jedem Onlineshop dieser Welt anzubieten. Abendzustellung, Primezustellung vor 10.00 Uhr und Postversand für fünf Euro. 90 Minuten Expresszustellung gerne auch nach Zeit und Enfernung oder im Rahmen eines Abos. Da der neue Geschäftsführer Reiche, der dem “sportgestressten” Herr Löhr an die Seite gestellt worden ist, bei Bayern Kapital angeblich Erfahrungen mit DPD und GeoPost gesammelt hat müssten sich hier erst recht einige Leute am Kopf kratzen und sich fragen wie hoch die Branchenrenditen wirklich sind.

    Mein Vorschlag an Michael Löhr und Dirk Reiche. Trennen Sie sich von schnellstens von Supportmitarbeitern die angeblich 1200 Kuriere “zu managen haben” und stattdessen lebhaft bei Facebook über Probleme in Israel und über Ritter-Rollenspiele mehrfach am Tag zu berichten haben.
    Bestellen Sie bei Conrad 30 GPS Geräte für 59.- Euro für alle Ihre Fahrer damit Sie sehen wo der Fahrer ist. Wenn Sie dem dann mehr als vier Jobs in der Stunde vermitteln können dürfen Sie sich 20% von dem haben was verdient worden ist. Bis dahin verzichten Sie bitte selbst auf Ihr sattes StartUp Geschäftsführergehalt und bezahlen die Miete, die Leute und die Versicherungen einfach aus eigener Tasche. Das müssen Ihre Fahrer dieses großartigen Kuriernetzwerkes auch.

    Ähnliche Startprobleme haben komischerweise alle anderen Taxi- und Kurier- Mitfahrtdienste und diverse Putzfrauenvermittlungen deren einzige Idee es zu sein scheint 20% in einem schwer funktionierenden Markt einzusammeln und in keiner Hinsicht Verantwortung zu übernehmen. Hier werden sich durch Meinungsmacher wie Sascha Lobo auch bei dem ansonsten schmerzfreien High-Tech Gründerfonds und bei Daimler mit Sicherheit Leute durchsetzen die auf einem Bierdeckel vorrechnen können das wie bei MyTaxi nicht 150 Leute von einen 0,75 Euro Anteil an einer Taxifahrt bezahlt werden können. Und da ist dann der Schuss richtig nach hinten losgegangen Grund: So viele Fahrten und so viele Taxis gibt es einfach nicht. Bierdeckelrechnung: Wenn die angeblich 15 köpfige Mannschaft ( wir kennen nur sechs Mitarbeiter einschließlich Buchaltung) rund um den Michael Löhr und Reiche im Monat nur 50.000 Euro “verbrennen” würden, müssten allein dafür rund 25.000 Aufträge pro Monat gestemmt werden.. also rund 1000 pro Tag. Davon wurde nach zwei Jahren “experimentieren” auf Kosten von diversen Investoren noch nicht einmal ein einziges “Prozentchen” erreicht. Nach konkreter Einschätzung der Standorte Köln, Düsseldorf Essen, Dortmund und Mainz können wir aufgrund valider Auftragsdaten, die wie eingesehen haben, mit Sicherheit sagen, dass Tiramizoo in den genannten Städten nur mit Mühe 20-30 Aufträge in der Woche erreicht. Damit bricht Tiramizoo das Versprechen gegenüber den angeschlossenen Kurierdiensten für Mehrauslastung zu sorgen. Michael Loehrs Tiramizoo “Windmühlenprojekt auf Kosten der Fahrer” sorgt leider für Mehrbelastung für sämtliche Beteiligten im Markt einschließlich der Sozialkassen.

    Soviel zu dem “Exit” für Investoren dieser segensreichen Erfindung Kurierfahrern das Benzingeld aus der Tasche zu ziehen, Kunden mit hohen Lieferpreisen zu verprellen und die Innenstädte mit weiteren Fahrzeugen zu verstopfen die Einzelsendungen zu transportieren haben. Bei unserem Insider liegen mittlerweile 600 Einzelprofile mit Mobilnummer von Kunden die Nespresso Kapseln oder Technik geordert und geliefert bekommen haben die wir auf Wunsch für jede Redaktion freischalten. Der Datensatz ist aus meiner Sicht mehr Geld wert als der Auftrag. Nur so viel zum Thema Datenschutz für Kunden und Partner.

    Wir wünschen viel Spaß auch für die Teilnahme am europäischen IBM SmartCamp in London, das im Dezember stattfinden soll. Fraglich ist jedoch ob das Unternehmen dann nicht, genau wie My-Taxi, zu Moovel gehören wird wie viele Mitarbeiter dort noch beschäftigt sind. Was Tiramizoo im Bezug auf Partnermanagement, Altkundenbetreung, Akquise, Technik, Umwelt und soziale Belange bislang abgeliefert hat ist keinesfalls zu tolerieren und schon überhaupt nicht mit einem Preis zu versehen. Ob sich ein Unternehmen wie Nespresso oder Cyberport noch lange den Vorwurf gefallen lassen können, dass Kundendaten im Markt bei Leuten “rumgeistern” die ständig wechseln, kein Einkommen generieren und als scheinselbständige Zombi- Erfüllungsgehilfen solcher Kurierplattformen als einziger und letzter Kontakt ( weil letzte Meile) zur deren Elitekundschaft darstellen ist fraglich. Besser stellt sich da seit ein paar Wochen MyLorry auf, die den Kurieren den Mindestlohn zahlen, in Bereichen wie Food-Delivery agieren und die Fahrer aufgrund GPS Daten Aufträge erteilen sowie die Leute auf zwei Räder setzen. IBM hätte es gut gestanden ein StartUp nach einer gesellschaftlich Gesamtverantwortung zu beurteilen die in auch die Bereiche Umwelt, Nachhaltigkeit und sozialen Belangen beleuchtet. Kann also gut sein wenn das wenn mit Moovel nicht klappt das wieder der liebe Olli wieder ran muß. Der sagte auf dem Konsumgüterforum CGF wörtlich: “In Indien haben wir von Rocket Internet eine eigene Logistik für 100 Städte aufgebaut. Wer Fahrer werden will, müsse sein eigenes Motorrad mitbringen, bekomme nur ein T-Shirt und einen GPS-Sender gestellt. “Wir bauen so etwas schneller auf, als UPS das jemals könnte”. Damit ist der liebe Olli möglicherweise bald nicht nur höher bewertet als Daimler sondern auch schlauer was die Auswahl seiner Vasallen angeht. Die hätten den FirstMover- und Geschwindigkeitseffekt ausnutzen müssen anstatt “Erbsen zählen zu gehen” mit den Fahrern nach Lösungen suchen können anstatt sich im Daimler Elfenbeinturm zu verstecken und auf die Übernahme von Moovel zu hoffen.

    Statt für hunderttausende von Euros eine App zu basteln die kein Fahrer nutzen kann weil der sich schlichtweg kein LTE Handy mit 14 Ersatzbatterien bezahlen kann spielen die netten Herrschaften in der Kurierzentrale Tiramizoo “freie Marktwirtschaft” mit Fahrern die nicht rechnen können, wollen oder nicht dürfen. Denn: Wird der Auftrag von Tiramizoo nicht in zwei oder drei Sekunden angenommen geht der Auftrag zum nächsten Fahrer damit auch wirklich sichergestellt wird das kein Fahrer zwei Pakete gleichzeitig transportiert oder auf dem Weg mal was mitnehmen kann um seine Kosten zu senken. Bei uns sagt man hier im Rheinland ….Von anderer Leute Leder lässt sich gut Riemen schneiden . In dem Sinne wünschen wir viel Spaß auf dem Oktoberfest und hoffen zusammen mit jedem Steuerzahler in Deutschland das sich von den Herren Investoren mal einen ganz klassischen und uralten “SAME-DAY-Delivery Blumenladen” ansehen der wirklich innovativ ist. Die haben einen älteren Herrn der zwei Mal am Tag alle Sträuße nacheinander ausliefert, acht Euro in der Stunde bekommt, das Trinkgeld behalten darf und ein Firmenauto nutzt. Wenn der Kunde einen anderen “Wunschtermin” hat wird wird auch gerne mal ein Taxi gerufen. Das passiert aber so gut wie nie weil Taxis Geld kosten was der Same-Day-Delivery-Kunden nicht ausgeben will oder kann. Ganz innovativ sind dann die Blumenläden die einfach einen “Kurierburschen” auf ein Rad setzen um sich die Benzinkosten zu sparen.

    *Lesetip auch für alle Moovels und Poovels dieser Welt. Bitte suchen Sie bei Google nach nach dem Plattformartikel von Sascha Lobo der diese These an allen “Marktteilnehmern” drastisch vor Augen führt. Lobo ist der erste der erkannt hat wo bei Uber, Helping, MyTaxi, Wimdu und T-Zoo der Schuh drückt: Sein Fazit: Plattform-Kapitalismus verändert den Arbeitsbegriff, die Grauzone zwischen privater Hilfe und Schwarzarbeit und gaukelt uns “Sharing-Ökonomie” zum Wohle aller vor die jedoch keine ist. Hätte man das Seifenblasensystem Same-Day-Delivery in der Höhle der Löwen auf Vox vorgestellt wäre nach weniger als drei Minuten Schluss mit dem Zirkus gewesen.

    J. Berger und Klaus Becker http://www.samedaydelivery.today
    samedaydelivery.today@gmail.com

  • Michael L.

    Sehr geehrter Herr Becker,
    Same-Day-Delivery ist ein stetig wachsender Markt, den wir bereits seit 2011 mit Engagement, Qualität und Zuverlässigkeit etabliert haben und stetig mitgestalten. Über die Hälfte unserer Zustellungen bestehen aus effizient gebündelten Lieferungen, nahezu 400.000km wurden aufgrund des Einsatzes unserer Technik bereits eingespart, wir liefern regelmäßig aus über hundert Filialen in Deutschland und die Liste unserer zufriedenen Kunden und Partner spricht für sich.

    Wir bedauern sehr, dass die gemeinsame Zusammenarbeit zwischen Mitmachkurier aus Köln und uns nicht in Ihrem und unserem Sinne verlaufen ist. Trotz dieses gemeinsamen Bedauerns werden wir Ihre falschen Darstellungen nicht akzeptieren und sehen es als sinnvoll an, diesbezüglich über unsere Rechtsanwaltskanzlei Klärung herbeizuführen.

    Michael Löhr,
    Dirk Reiche
    Geschäftsführer
    tiramizoo GmbH

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