A New Journey? 6wunderkinder schluckt Moped und macht es dicht

Das Berliner Vorzeige-Start-up 6Wunderkinder übernimmt Moped, einen web-basierten Kommunikationsdienst, der im Sommer 2012 offiziell an den Start ging. Zum Startschuss pumpten Betaworks, Lerer Ventures, SV Angel und Earlybird damals eine satte Million US-Dollar in das Start-up, welches nun sein Ende findet.
6wunderkinder schluckt Moped und macht es dicht

Unter der Überschrift “A New Journey” verkündet das Berliner Start-up Moped in seinem Blog kurz und knapp das Ende seines Dienstes und die Übernahme durch 6Wunderkinder. Wörtlich heißt es: “Moped has been acquired by 6Wunderkinder, the awesome makers of Wunderlist. We’ll be shutting down Moped’s service on December 31st. After that Moped will no longer be available. We’d like to thank our investors and users who have supported us for the past two years. We’re excited about the future!”. Moped ging im Sommer 2012 an den Start und positionierte sich als leicht zu bedienender web-basierter Kommunikationsdienst.

Moped-Gründer Schuyler Deerman, beschrieb seinen Kommunikationsdienst damals als eine Mischung aus Instant Messaging und SMS. Der Vergleich passte auch. Obendrauf kamm aber dann noch eine Prise Twitter, denn Moped war ähnlich simpel aufgebaut wie der Kurznachrichtendienst. Anders als Twitter war Moped aber immer eine geschlossene Veranstaltung, ein geschlossenes Kurznachrichtensystem, eine Art E-Mail-Ersatz. Leider war der Start in die Moped-Welt von Anfang an ernüchternd.

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Zum Startschuss pumpten Betaworks, Lerer Ventures, SV Angel und Earlybird eine Million US-Dollar in das Start-up. Nun passte es vermutlich ganz gut, dass Earlybird sowohl bei Moped und auch 6wunderkinder (kürzlich millionenschwer finanziert) als Investor an Bord ist. Gegenüber The Next Web äußerte sich 6Wunderkinder bereits zur Übernahme: “The acquisition allows us to further cement Wunderlist as the one place to host all communication around your to-dos, whether it be real time conversations, files, notes or assigned tasks”. Vor der Übernahme war es lange sehr ruhig um Moped. Viel Geld dürfte bei diesem Mini-Aufkauf nicht geflossen sein. Wenigstens das technische Grundgerüst von Moped lebt nun künftig weiter. Am Ende gibt es wieder ein Hype-Start-up weniger in Berlin.

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Hausbesuch bei 6Wunderkinder

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ds-Haus- und Hoffotograf Andreas Lukoschek durfte sich 2012 beim Berliner Start-up 6Wunderkinder einmal ganz genau umsehen. Er fand eine ausgiebige Spielzeugsammlung, unglaubliche viele blaue T-Shirts und ein 6wunderministerium. Einige Eindrücke der 6Wunderkinder-Welt gibt es in unserer Fotogalerie.

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* Moped geht an den Start – Earlybird und Co. investieren in das Berliner Start-up

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

  • Benjamin Rohé

    Den letzten Satz finde ich etwas sinnfrei. Im Grunde zählt doch jeder Versuch und der Berlin “Hype” bringt auch euch Besucher / Traffic / Einnahmen.

    Auf der startup Seite würde ich mir allerdings einen offeneren Umgang mit “soft landings” wünschen. Ist nichts schlimmes dabei – man muss es bloß nicht immer als aquisition feiern sondern auch mal ehrlich zu sich selbst sein: “mein startup war nicht gut genug – jetzt darf ich bei xyz dabei sein”

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