Warum sich Rewe mit Home24 und Rocket Internet einlässt

Vor wenigen Wochen investierte die Rewe-Gruppe, zu der Marken wie Penny, toom und Billa gehören, zur Überraschung vieler in das Online-Möbelhaus Home24 (www.home24.de), welches zu Rocket Internet gehört. “Wir sind überzeugt vom Erfolg […]
Warum sich Rewe mit Home24 und Rocket Internet einlässt

Vor wenigen Wochen investierte die Rewe-Gruppe, zu der Marken wie Penny, toom und Billa gehören, zur Überraschung vieler in das Online-Möbelhaus Home24 (www.home24.de), welches zu Rocket Internet gehört. “Wir sind überzeugt vom Erfolg des Geschäftsmodells von Home24″, sagte Rewe-Vorstand Lionel Souque damals. Weitere Erklärungen zur Strategie hinter dem Einstieg blieben aus. Bis jetzt.

“Wir wollen lernen, wie die Online-Jungs ticken”

Erstmals äußert sich nun Rewe-Chef Alain Caparros zum Einstieg beim bekannten Online-Shop: “An Home24 haben wir uns nicht beteiligt, um Möbelhändler zu werden. Wir wollen lernen, wie die Online-Jungs ticken”, sagte der Rewe-Macher im Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger. “Die Jungs bei Rocket Internet sind eine gewaltige Herausforderung für den stationären Handel: Kurze Entscheidungswege, hochmotivierte Mitarbeiter, Informationen werden geteilt, gearbeitet wird Tag und Nacht. Wir haben als traditionelle Händler keine Chance, wenn wir uns nicht mit deren Arbeitsweise beschäftigen”. Nach Informationen von deutsche-startups.de sicherte sich Rewe übrigens knapp 2,8 % an Home24. Zuletzt bewertete Home24-Investor Kinnevik Home24 mit rund 170 Millionen Euro.

Die weiteren Äußerungen Caparros’ lesen sich wie eine Generalabrechnung mit der Offline-Kultur im Einzelhandel: “Die meisten stationären Händler wissen alles, können alles und und haben – noch – den Anspruch unsterblich zu sein. Es gibt auch viel passiven Widerstand bei Betroffenen. Ab einem gewissen Alter ist die Festplatte voll. Und: Online nebenbei machen – das geht nicht”. ProMarkt sei die Schocktherapie für die Rewe-Gruppe gewesen: “Wir haben den Online-Trend verpasst trotz unserer Bemühungen”. Ähnlich hatte sich der Chef des Einzelhandels- und Touristikkonzerns im Mai dieses Jahres geäußert: “Wir haben die Online-Entwicklung zu lange unterschätzt, vielleicht auch, weil uns als stationär geprägten Händlern die DNA für das E-Commerce-Geschäft fehlt”.

Rocket Internet = Gewaltige Herausforderung

Nun kündigt Caparros “weitere kleinere Beteiligungen” an. Indirekt weist er dabei in eine ganz bestimmte Richtung: “Wir beobachten die Bewegung sehr genau, etwa im Reisebereich. Rund 40 % der Hotelzimmer in Deutschland werden online reserviert” – siehe dazu auch “Rewe plant Online-Zukäufe – Mögliche Segmente: Wein, Tierfutter, Reisen“. Mit ITS, DERTOUR und Tjaereborg verfügt Rewe zumindest bereits über einige sehr bekannte Marken im Reisesegment.

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  1. Ein Konzern wie Rewe will lernen wie die Jungs bei Home24 ticken um eigene Projekte zu launchen? Naja, schauen wir mal ob das klappt… für mich klingt es jetzt schon nach Lehrgeld was nie wieder zurück kommt..



  2. Heinz

    Früher haben große Konzerne junge Unternehmen gekauft, sobald sie sich bewiesen haben. Heute gründen Konzerne Inkubatoren und geben Minderheitsbeteiligungen um anschließend selbst im Markt aktiv zu sein.

    Das Lehrgeld ist minimiert, die Gründungen schaffende Szene wird es dadurch auch. Investoren bleiben so nämlich aus.



  3. Kai

    Tja, auch große Konzerne lernen dazu und investieren nicht mehr so blind wie damals.
    Wobei ich schon denke, dass dieser Know-How-Transfer mit Sicherheit nicht günstig war/ist.



  4. Karsten Schaal

    Blind investiert ist es nicht, wenn ein Konzern ein Unternehmen kauft, dass seine Profitabilität und seinen Marktanteil bewiesen hat.

  5. Kurzes Update: Nach Informationen von deutsche-startups.de sicherte sich Rewe knapp 2,8 % an Home24. Zuletzt bewertete Home24-Investor Kinnevik Home24 mit rund 170 Millionen Euro.

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