Google Suggest: Chancen und Herausforderungen für SEO

“Google Suggest: Herausforderungen und Chancen für SEO” – Gastbeitrag von Andre Alpar, Partner bei AKM3, und Magdalena Mues, Senior Consultant bei der bekannten Berliner Online-Marketing-Agentur AKM3. Am 1. April 2009 in Deutschland eingeführt, […]
Google Suggest: Chancen und Herausforderungen für SEO

Google Suggest: Herausforderungen und Chancen für SEO” – Gastbeitrag von Andre Alpar, Partner bei AKM3, und Magdalena Mues, Senior Consultant bei der bekannten Berliner Online-Marketing-Agentur AKM3. Am 1. April 2009 in Deutschland eingeführt, stellt der Vervollständigungsalgorithmus Google Suggest heutzutage eine vom Nutzer als natürlich empfundene Funktion der Google-Suche dar.

Für Webseitenbetreiber und professionelle Suchmaschinenoptimierer stellt sich jedoch die Frage, welche Vor- und Nachteile sich aus den automatisierten Vorschlägen für die eigene oder eine Kundenwebseite ergeben können. Nach der Beschreibung des Zwecks und der Funktionsweise von Google Suggest wird auf einige Chancen und Risiken der Funktion näher eingegangen.

Nutzererfahrung durch Google Suggest

Für den Suchenden verbessert Google Suggest in erster Linie die Benutzererfahrung, da Zeit zum Eintippen eines Begriffs eingespart wird und automatisch Tipp- und Rechtschreibfehler korrigiert werden.

Tippt ein Nutzer beispielsweise den Begriff „Handy“ in die Suchmaske ein, erscheinen sogleich Vorschläge wie „Handy orten“, Handy Vergleich“ oder „Handy Bestenliste“, die ggf. der Suchintention entsprechen und sofort ausgewählt werden können. Tippt der Suchende ausversehen als letzten Buchstaben ein „x“ statt eines „y“ ein und schreibt so „Handx“, erscheinen ebenfalls Vorschläge wie „Handy“ oder „Handyvergleich“.

Nutzereinfluss auf Google Suggest

Den Einfluss darauf, welche Vorschläge von Google generiert werden, haben dabei zu einem erheblichen Anteil die Nutzer selbst.

  1. Wird ein Begriff häufig und von vielen Nutzern in die Google-Suche eingetippt, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass er in der Vorschlagsliste erscheint.
  2. Neben der Suchhäufigkeit stellt das aggregierte Suchverhalten der Nutzer einen Einflussfaktor dar. Tippen die Nutzer beispielsweise häufig „Ferien auf dem Bauernhof“ ein, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass andere Nutzer diesen Vorschlag erhalten, wenn sie nur „Ferien“ eintippen.
  3. Die Suchfrequenz bildet den dritten wichtigen Einflussfaktor für die Google Suggest Funktion. In Zeiten einer Fußball Weltmeisterschaft oder einer Bundestagswahl werden diese oder verwandte Begriffe eher in den Vorschlägen angezeigt, wenn man nur die Begriffe „Fußball“ oder „Bundestag“ eintippt. Saisonale Entwicklungen und besondere Ereignisse wirken sich also entsprechend auf die Vorschläge von Google Suggest aus.
  4. Ein letzter wichtiger Faktor, der hier genannt werden soll, ist die Suchlokation. Tippt ein Nutzer in Berlin den Begriff „Herbst“ in die Suchmaske ein, erscheint als erster Vorschlag „Herbstferien Berlin“ und erst als zweiter Vorschlag „Herbstferien 2013“, was auch zeigt, dass der Ort hier als wichtiger als die Saison eingestuft wird. Je nach Standort des Suchenden werden also verschiedene Ergebnisse angezeigt.

Für den Suchmaschinenoptimierer lässt sich aus diesen Faktoren ableiten, dass nicht nur die professionelle Optimierung der Webseite, sondern auch die große anonyme Masse der Internetnutzer einen großen Einfluss auf die Positionierung und den Bekanntheitsgrad einer Webseite hat. Denn je nachdem, wie häufig nach bestimmten Begriffen, respektive nach Marken, Firmen oder Produkten gesucht wird, desto mehr oder weniger präsent sind diese in den Google Suggest Ergebnissen. Welche Herausforderungen sich dadurch ergeben, wird im folgenden Abschnitt erklärt.

Die Bedeutung von Google Suggest für das Reputation Management

Firmen, die im Internet beispielsweise mittels Onlineshops oder Online-Buchungsplattformen agieren, sind zu einem großen Teil auch abhängig von den Bewertungen, die im Internet über sie verbreitet werden. Der Vervollständigungsalgorithmus kann folglich sowohl eine negative als auch eine positive Wirkung auf den Ruf eines Unternehmens im Internet haben.

Treten bei einem Kunden beispielsweise gehäuft negative Bewertungen zu einem Produkt oder einer Dienstleistung auf, kann sich dies auf die Vorschläge der Auto Complete Funktion auswirken. Einem Nutzer, der nach einem Unternehmen sucht, wird möglicherweise von der Inanspruchnahme der Services dieses Unternehmens absehen, wenn dieses mit negativ konnotierten Begriffen in der Vorschlagsliste erscheint.

Im Gegensatz dazu können positive Nutzermeinungen und daraus resultierende Verbindungen mit positiv behafteten Begriffen in der Vorschlagsliste ein Unternehmen in seinem Ruf stärken und neue Kunden anlocken. Wird ein gewählter Onlineshop oder Serviceanbieter mit Begriffen wie „Erfahrungen“ oder „Meinungen“ vervollständigt, ist dies außerdem ein Hinweis auf die Popularität des Unternehmens, die den Nutzer positiv beeinflussen kann.

Die Bedeutung von Google Suggest für das Affiliate Marketing

Bezieht man den Einfluss von Google Suggest auf das Affiliate Marketing, ergeben sich ebenfalls Vor- und Nachteile für Unternehmen. Ein wichtiger Aspekt ist hier die Einflussnahme auf den Suchenden, die ggf. in einer Änderung der Suchintention resultiert, welche sowohl zu einem Kundengewinn als auch zu einem Kundenverlust führen kann.

Wird ein Onlineshop für Mode beispielsweise mit dem Begriff „Gutschein“ vervollständigt, weil Nutzer vorher schon diese Kombination gesucht haben, kann der Suchende zum Kauf motiviert werden, obwohl er sich vielleicht nur über neue Modetrends informieren wollte. Rankt ein Affiliate gut zu einem Gutschein-Begriff in Verbindung mit einer Marke, stellt er eine attraktive Alternative zum eigentlichen Onlineshop dar. Während er also durch Google Suggest neue Kunden gewinnt, verliert der Onlineshop den jeweiligen Traffic und erzielt weniger Conversions.

Des Weiteren kann schon eine Änderung der Suchintention durch den Vervollständigungsalgorithmus dazu führen, dass der Suchende Firmen, die er als potentielle Anlaufstellen ins Auge gefasst hat, gänzlich ausschließt. Werden zum Beispiel Produkte von einigen Unternehmen kostenlos angeboten und von anderen nicht, kann die Listung dieses Produkts  in Verbindung mit dem Begriff „kostenlos“ dem Nutzer eine neue Möglichkeit eröffnen, die er vorher nicht in Betracht gezogen hatte. Er wird sich dann möglicherweise nur noch für die kostenlosen Angebote interessieren.

Schafft Google Suggest Marktvorteile?

Das folgende Beispiel zeigt, dass die Auto Complete Funktion auch den Wettbewerb in der freien Marktwirtschaft beeinflussen kann.

Tippt man nur den Buchstaben „e“ in die Suchmaske ein, bietet Google sofort einige Firmennamen an, die häufig gesucht werden. Auch wenn der Suchende gar nicht unbedingt nach den spezifischen Angeboten dieser Firmen sucht, wird unbewusst der Bekanntheitsgrad dieser Unternehmen gestärkt und zu einem späteren Zeitpunkt eventuell auf dieses unbewusste Markenbewusstsein zurückgegriffen.

Darüber hinaus erscheinen beim Eintippen bestimmter Suchbegriffe wie „Möbel“ sofort auch spezielle Shops, deren Namen teils aus diesen Begriffen bestehen.

Google Suggest schlägt also nicht nur Suchbegriffe, sondern auch direkte Verkaufsstellen für bestimmte Suchbegriffe, also Produkte, vor. Auch wenn diese Begünstigung teils durch die User verursacht ist, lässt sich diskutieren, ob hier der Wettbewerb bewusst verzerrt wird, da andere Shops, die gleiche Produkte anbieten, nicht genannt werden.

Es lässt sich zusammenfassen, dass die Google Suggest Funktion eine bewusste und unbewusste Beeinflussung des Nutzers darstellt, welcher eine Beeinflussung des Online-Marktes folgen kann. Der Einfluss auf das Suchverhalten der Internetnutzer kann für einige Unternehmen als Chance und für andere als Risiko bewertet werden. Der professionelle Suchmaschinenoptimierer ist nun vor die Herausforderung gestellt, das Potential seiner Webseite oder Kunden durch entsprechende Maßnahmen auszuschöpfen und die entstehenden Risiken zu minimieren.

Zu den Personen
Andre Alpar ist im Onlinemarketing (insbesondere SEO) seit 1998 unternehmerisch und beratend tätig. Er hat erfolgreich mehrere Unternehmen gegründet und ist vielfältig als Business Angel aktiv. Zuletzt war er strategischer Onlinemarketing-Berater bei der Rocket Internet GmbH (eDarling, Zalando, Groupon, etc.). Seit 2012 ist er Partner bei der AKM3 GmbH und CMO beim Online-Zigarren-Versandhändler Noblego.de. Andre Alpar ist Veranstalter der OMCap, Berlins größter Online Marketing Konferenz, die am 10. Oktober 2013 zum 4. Mal stattfindet.

Magdalena Mues ist Senior Consultant bei der Berliner Online Marketing Agentur AKM3 GmbH. Sie ist für die inhaltliche und strategische Suchmaschinenoptimierung sowie Reputation Management verantwortlich. Die AKM3 GmbH berät Unternehmen in den Bereichen SEO, SEM, SMM und Reputation Management. Insbesondere ist die AKM3 GmbH auf internationales Linkmarketing in Frankreich, Niederlande, Spanien, Italien und England spezialisiert. Als Referentin der OMCap, wird Magdalena Mues am 10. Oktober 2013 zum Thema Online Reputation Management vortragen.

OMCap 2013 – Fachkonferenz am 9./10. Oktober 2013 in Berlin
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Foto: Search engine optimization SEO concept in word tag cloud on white from Shutterstock

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  2. Danke euch für den Beitrag!

    Bezüglich der Brand und Gutscheinkombination stellt sich im Affiliatemarketing ja die Frage, ob vor dem Warenkorbabschluss noch nach einem Gutschein gesucht wird und die Marge durch Provisionen und schlimmstenfalls Rabatte ohne Mehrumsatz geringer werden.

    Ebenso würde ich doch vermuten, dass bei der Suche nach der Brand bereits eine Kaufabsicht beim Suchenden bestehen kann und durch den Suggest, wie ihr beschreibt eine Beeinflussung erfolgt, nach Gutscheinen zu suchen, wo sich der Suchende ein Cookie einfängt. Damit würde Google Gutscheinpublisher supporten, möglicherweise ohne das sie einen Beitrag zum Sale leisten und die Brand den Kürzeren zieht

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