Lars Hinrichs beendet HackFwd

3 Jahre, 3 Monate und 3 Tage nach Start des Inkubators HackFwd zieht Initiator Lars Hinrichs den Stecker bei seinem Brutkasten und verkündet das Ende per Twitter (siehe unten) und sehr lesenswertem Blogpost. […]
Lars Hinrichs beendet HackFwd
  • Von Alexander Hüsing
    Donnerstag, 12. September 2013
  • 9 Kommentare
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3 Jahre, 3 Monate und 3 Tage nach Start des Inkubators HackFwd zieht Initiator Lars Hinrichs den Stecker bei seinem Brutkasten und verkündet das Ende per Twitter (siehe unten) und sehr lesenswertem Blogpost. Zitat daraus: “I would like to announce that we have stopped accepting new startups into HackFwd three years, three months and three days after we first began supporting Europe’s most passionate geeks”.

Stattliche acht Millionen investierte Hinrichs in den vergangenen Jahren über HackFwd bzw. in HackFwd und die HackFwd-Start-ups. “Will it pay off? At minimum, we are certain it will pay a good dividend. But is the portfolio worth 2 or 3 times our investment? Maybe. The future will tell. But knowing that we won’t lose money (especially compared to many other investors, accelerators and Incubators or even VCs) is still a solid outcome”, schreibt Hinrichs, der sich zuletzt als Baggerfahrer und Abrissunternehmer einen Namen machte. Zu den HackFwd-Start-ups gehören unter anderem YieldKit?, Cobook und Infogr.am. Was jetzt aus denen wird beantwortet Hinrichs selbst: “And while we are not taking any new companies into our program, we care deeply about our existing ones and continue to support them”.

Und nun zu den Gründen für das Ende von HackFwd: “Three and a half years ago, when we started, there were hardly any accelerators of note in the world. In Europe, Seedcamp was in its second year. In Asia, Innovation Works had yet to launch. And in the US, Y-Combinator was just starting to gain traction. Today, it’s a very different landscape. There are literally thousands of accelerators; so many that I often wonder if there are more accelerators than angels and more angels than there are entrepreneurs”. In der Tat war die Inkubatoren und Accelerator-Welt vor drei Jahren noch eine völlig andere, dennoch wird HackFwd mit seinem Herz für Geeks fehlen.

Interessant zu lesen, ist auch Hinrichs’ Liste darüber, Was bei HackFwd gut und was nicht gut funktioniert hat. Sein positives Fazit: Geeks Can Be CEOs, European Geeks Are As Talented As American Ones, Mentorship Is Worth More Than Money, The Need For In-Person Inspiration und The Importance Of Intellectual Generosity. Sein negatives Fazit: We Didn’t Cut Early Enough, It Was Difficult To Nurture And Scale, We Underestimated The Bureaucracy, We Assumed Faster Exit Times und It Can Be Hard To Go Deep And Wide. Danke für diese offenen Worte.

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Foto: The end Full collection of icons like that is in my portfolio from Shutterstock

Alexander Hüsing

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

  1. vielleicht bin ich zu hart, aber ein Inkubator, der nur 3 Jahre durchhält, ist ein eher schwacher Inkubator. Schließlich kann man nicht erwarten, dass die involvierten Unternehmen direkt den Mega-Exit innerhalb 1-2 Jahren hinlegen können. Das wäre glaub ich etwas unrealistisch oder?



  2. Bernd Monitor

    Was wir in Deutschland brauchen, sind MetaInkubatoren. Also Inkubatoren für Inkubatoren. Und mehr Accelerator für Inkubatoren.



  3. emac

    “You get to keep 70% equity. You give 3% to your advisors. We take 27%” ich sehe nicht wie das den Gründer helfen sollte(ja ja ich weiß care more about the size of the pie blabla..)aber es scheint mehr als wollte man bei Hackfwd einfach Geld machen mit wenig Aufwand.
    Wenigstens haben die versucht Innovation voranzutreiben(f*cking E-commerce! die!).
    Was Deutschland braucht, sind amerikanische Investoren.



  4. Sniffko

    Für ein paar Zehntausend Euro nicht weniger als 30% Equity abzutreten, war von Anfang an für Startups ein – Entschuldigung – beschissener Deal.

    Es war geradezu zwangläufig, damit in aller Regel bestenfalls mittelmäßige Startups anzuziehen oder Gründer, die sich über den Tisch ziehen lassen.

    Kein Wunder, dass dies nicht lange gutgehen könnte.

  5. Ganz hart gefragt: Was bleibt dann jetzt noch vom Standort Hamburg? Dass das Betahaus weiter existiert ist eine positive Nachricht dieser Tage, aber das hier ist wohl die wichtigere Nachricht.



  6. Martin

    Naja. Nicht so prall. Von den Firmen überzeugt keins – Umsatz geschweige denn Gewinn wirft kein einziges ab und massives Wachstum sehee ich auch nicht. Einziger Lichtblick infogr.am – wobei auch da das Business Modell fraglich ist. Naja, für ein paar Zehntausend Euro jeweils 27% an Startups bekommen. Die werden sich sicherlich irgendwann mal fragen, warum sie so blöd waren, so viele Anteile für so wenig Geld hergegeben zu haben. Wirkt für mich eher wie: Wir haben keine Ahnung, aber Hauptsache wir sind cool, weil HackFwd ja auch so schön trendy/geeky klingt. Fail.

  7. Tjahaaahhaaa, Geek allein reicht nicht, Geek Idee auch nicht, denn Vertrieb sollte auch sein und nur über SMM zu gehen, um bekannt zu werden… schade um die Geeks, aber da gibt es ja auch noch die Uni StartUp Fonds.



  8. Chris

    Die Liste, die die in 3 Jahren zusammengebracht haben, ist ja mehr als mager, fast schon beschämend. Wenn die ihre 8 Mio. zurückbekommen, spendiere ich Schampus für alle…

  9. Ich verstehe die Diskussion um die Abgabe von Anteilen nicht. Besser 1% von BP als 100% von einer Tankstelle, oder? LH hätte besser in 3 oder 4 Companies investiert, statt in 16. Dann hätte er die mit seinen 8 Mio auch noch durch eine Series A gebracht. Das Problem ist ja genau der Gap zwischen Inkubation und Later Stage. In guten Zeiten haben sie bei Facebook 8 Mio in einem Monat verbrannt – wie kann man da glauben, dass 16 Companies 3 Jahre mit diesem Geld durchkommen und dabei noch wachsen können? Willkommen in 2013!

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