Liebe Bank – bitte lass mich endlich bezahlen

Liebe Bank – bitte lass mich endlich bezahlen – Gastbeitrag von André M. Bajorat, Banking-, und Mobile-Payment-Experte sowie Mitgründer der Banking-App Figo. Vor wenigen Tagen meldete sich Facebook erneut zum Thema Payment zu […]
Liebe Bank – bitte lass mich endlich bezahlen
  • Von ds-Team
    Donnerstag, 22. August 2013
  • 12 Kommentare
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Liebe Bank – bitte lass mich endlich bezahlen – Gastbeitrag von André M. Bajorat, Banking-, und Mobile-Payment-Experte sowie Mitgründer der Banking-App Figo. Vor wenigen Tagen meldete sich Facebook erneut zum Thema Payment zu Wort und in den kommenden Tagen werden wieder viele über Payment und Apple spekulieren. Zudem hatte ich gerade ein schreckliches Erlebnis beim Versuch, mich beim gehypten Yapital anzumelden.

Für mich mal wieder Zeit über die Rolle und Situation der Banken im Payment nachzudenken. Sie haben eigentlich die beste Ausgangslage:
* das perfekte Basisprodukt in Form des Girokontos
* die meist verbreiteteste und genutzte Karte mit der girocard
* ein “Pre-Paid Wallet”-Konzept mit der GeldKarte
* den Kundenzugang
* den Trust-Faktor
* Ressourcen in Person und Geld
* Macht

Und was machen sie aus der Situation?
Sie verharren, wie schon einmal als der E-Commerce startete und die Banken keine marktgerchte Lösungen hatten. Sie lassen alles laufen wie es ist (weil sie sicher noch gut mit dem Bestand verdienen) und stellen sich nicht den Veränderungen am Markt, die vor allem durch die Mobilität, Wunsch nach Einfachheit und der Vernetzung entstehen.

Was würde ich als Bank tun?
Mir die erfolgreichen Modelle der letzten Jahre anschauen und diese auf meine Produkte übertragen.

Was heisst das konkret?
Die Macht des Girokontos nutzen und dieses in alle Lebensbereiche und Use-Cases bringen. Aus meiner Sicht einfacher als man denkt und die passende Marke und Identität haben die deutschen Banken bereits 2006 geschaffen: giropay. Und damit meine ich nicht giropay wie wir es heute am Markt sehen (oder eben auch nicht sehen), sondern eine konsequente Denke des “giro-pay” Gedankens. Das Girokonto als aktive Bezahlmöglichkeit überall und nicht nur als Abwicklungs- und Abrechnungsort genutzt von Dritten.

Wie könnte das aussehen?
Das neue giropay ist eine Ergänzung zum Online Banking und dort verwalte ich alles was zum Bezahlen gehört:

* meine Girocard
* Kreditkarte inkl. 3d Secure (wenn es denn sein muss)
* ein Prepaid Guthaben für einfaches Bezahlen oder Geld senden via meiner Mobile-Wallet (GeldKarte 3.0?)
* Peer To Peer Payment Zugangsdaten
* Lastschriftmandate
* Adressen wie Lieferadressen etc.
* Rechnungen von Dritten (könne hier zur Bezahlung abgelegt werden)
* Zugelassene Drittdienste
* etc.

Dieser neue giropay Account ist ab dann mein zentraler Zugang zum Bezahlen und kann von Händlern und Partnern via einer API angebunden werden. Ob offline, online oder mobile ist dabei egal.

Selbstverständlich erhält der Empfänger bei Zahlungen über das neue giropay weiter eine Zahlungsgarantie. Unterschiedliche Preise nach “Zahlart” gibt es aber nicht, da alles giropay ist.

Natürlich gibt es eine passende mobile App zum neuen giropay. Dort kann ich meinen Account verwalten und zudem verfügt die App über eine einfache Peer2Peer Geld senden Funktion (persönliches Limit) und eine Möglichkeit am POS mit giropay zu zahlen.

Selbstverständlich darf es nicht eine Insellösung einer Bank sein, sondern muss von allen Banken unterstützt werden. Zudem ist eine offene API für eine Verbreitung essentiell.

Wann kann ich damit rechnen, liebe Banken?

Zur Person
André M. Bajorat ist seit 1996 in verschiedenen Rollen im IT-Umfeld unterwegs – unter anderem als Geschäftsführer von Giropay, Mitglied der Geschäftsführung von Star Finanz und CEO von NumberFour AG. Zuletzt positionierte er sich als Experte für die Themen Banking, Payment und Mobile. Zudem ist er Mitgründer der Banking-App Figo (www.figo.me).

Foto: Building and sign bank (done in 3d) from Shutterstock

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  2. Peter

    Die Bank als digitales Trustcenter, an das Dritt-Dienste andocken können, ist nicht neu. Das Problem sind nicht die Ideen, sondern Urängste der Banken vor Öffnung und Austauschbarkeit. Wenn man eine API aufmacht, wird man vergleichbar, die Wechselhürden sinken und verschwinden letztlich ganz. Also denken die Bankentscheider, dass sie sich mit solchen Ideen das eigene Grab schaufeln. Ich sage nicht, dass das gut so ist …



  3. marc

    ” Zuletzt positionierte er sich als Experte für die Themen Banking, Payment und Mobile. Zudem ist er Mitgründer der Banking-App Figo (www.figo.me).”

    ach darum hat er seinen promotor artikel geschrieben. Steht nix neues drin. will nur werbung für seine webseite machen.
    lahm.



  4. Felice

    Ganz ernsthaft? Der Artikel ist so fehlerhaft redigiert, dass ich nach dem zweiten Absatz keine Lust mehr hatte, weiterzulesen…



  5. MarcH

    Die Basis-Aussage, dass die Banken den Markt verschlafen haben bzw. verschlafen trifft doch in jedem Fall zu.
    Neben den Online-Banking-Plattformen, kommt die bisherige Inaktivität von giropay hinzu, welche sich erst die Tage “geöffnet” hat. Denn nur so konnte paypal so groß werden.
    harren wir der Dinge

  6. Pingback: Paymill, Yapital, Media-Saturn.

  7. Pingback: Meine Links des Tages – 22.08.2013 – André M. Bajorats Link Sammlung



  8. Timo

    Herr Bajorat ist nicht der CEO der NumberFour AG (letzter Absatz). Das ist Marco Boerries.



  9. Timo

    Ich nehme meinen vorigen Kommentar zurück.. Wer googeln kann, ist klar im Vorteil. ;)

  10. Banken sollten sich mehr trauen!
    Mit gutem Beispiel geht die biw Bank für Investments und Wertpapiere voran. Als erste deutsche Bank hat sie ein mobiles Bezahlsystem http://www.kesh.de auf den Markt gebracht. Neben dem Bezahlen im stationären Handel ermöglicht sie auch das Austauschen von Geld unter Freunden. Und das – im Gegensatz zu paypal – zu attraktiven Konditionen.

  11. Banken werden auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen, aber wahrscheinlich nicht mehr beim einfachen Zahlungsverkehr zwischen Privatkunden und bei Zahlungen im Internet und am POS. Dafür gibt es dann ein paar Buchungen im Monat zugunsten der einen oder anderen eWallet Lösung. Das wichtigste geht ihnen verloren. Die Transaktionen im Detail werden andere dazu nutzen können, dem Kunden gute und attraktive Angebote zu schnüren, die zum Vorteil beim Shopping dienen. In diesem Sinne, wir freuen uns drauf.



  12. Alex H.

    Sobald sich eine Technologie etabliert hat, wird sie einfach gekauft – warum sollen sich die großen Banken im aktuellen Payment-Getümmel schmutzig machen? Das meiste Geld im Banking wird eh im B2B-Geschäft verdient, und dafür für diesen Sektor gibt es bereits vielfältigste Anwendungen…

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