Crowdfinanziertes Projekt betandsleep wird abgewickelt

Bittere Premiere: betandsleep (www.betandsleep.com) gibt auf! Das Hamburger Start-up, welches zwischen reiselustigen Personen und Hotels der gehobeneren Klasse vermittelte, stellt seinen Geschäftsbetrieb demnächst ein. “Wir sind natürlich sehr traurig und enttäuscht, dass wir […]
Crowdfinanziertes Projekt betandsleep wird abgewickelt
  • Von Alexander Hüsing
    Montag, 19. August 2013
  • 30 Kommentare
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Bittere Premiere: betandsleep (www.betandsleep.com) gibt auf! Das Hamburger Start-up, welches zwischen reiselustigen Personen und Hotels der gehobeneren Klasse vermittelte, stellt seinen Geschäftsbetrieb demnächst ein. “Wir sind natürlich sehr traurig und enttäuscht, dass wir es nicht geschafft haben, unser Start-up zum Erfolg zu führen”, sagt Alexander Penk, Geschäftsführer von betandsleep in einem Interview im seedmatch-Blog.

“Das ist für uns persönlich hart und insbesondere schmerzlich, da wir unsere Investoren enttäuschen müssen, die genau wie wir an den Erfolg von betandsleep geglaubt haben”, führt er weiter aus. Zu diesen Investoren gehören auch 161 Klein-Investoren, die im Oktober des vergangenen Jahres 100.000 Euro in die Jungfirma gesteckt haben. “Von den 38 Startups, die sich bisher über Seedmatch finanziert haben, ist betandsleep das erste, das seinen Geschäftsbetrieb einstellen muss”, berichtet die Crowdinvesting-Plattform in ihrem Blog. Jens-Uwe Sauer leistet dabei ordentliche Krisen-PR: “Es liegt in der Natur der Sache, dass es bei Start-ups eher die Regel als die Ausnahme ist, dass diese ihren Geschäftsbetrieb einstellen – dessen sind wir uns natürlich bewusst. Auch wenn die Zahlen dazu im Einzelnen auseinandergehen – klar ist, dass eine Vielzahl von Start-ups früher oder später scheitert”, schreibt er.

Der Grund für das Ende von betandsleep ist banal, dem Start-up ist es nicht gelungen, eine Anschlussfinanzierung auf die Beine zu stellen – obwohl es offenbar schon konkrete Absprachen gab. “Nachdem wir seit einem halben Jahr konkret mit einem strategischen Partner verhandelt haben, welcher uns bereits eine mündliche Zusage sowie eine Brückenfinanzierung von 50.000 Euro bis zur geplanten Vertragsunterschrift zukommen lassen hatte, hat sich dieser nun leider gegen ein Investment in betandsleep entschieden. Aufgrund seines starken Commitments sowie unserem Wunsch, mit diesem in der Tourismusbranche stark aufgestellten Partner zusammen zu arbeiten, haben wir es leider versäumt, rechtzeitig alternative Optionen voranzutreiben, so dass wir jetzt aufgrund unserer schlechten Liquidität schweren Herzens den Schritt gehen, die GmbH zu liquidieren”, berichtet betandsleep-Gründer Penk. Durch die Liquidation des Unternehmen werden nun auch alle Crowd-Investoren ihr Geld verlieren. “Wir bedauern es sehr, dass wir das uns entgegengebrachte Vertrauen und den Support unserer Investoren nicht belohnen können”, sagt Penk.

Hausbesuch bei betandsleep


ds-Haus- und Hoffotograf Andreas Lukoschek durfte sich bei der Jungfirma betandsleep Ende des vergangenen Jahres einmal ganz genau umsehen. Er fand einige alkoholische Restbestände, starke Sprüche an den Wänden und Captain America. Einige Eindrücke der betandsleep-Welt gibt es in unserer Fotogalerie.

Alexander Hüsing

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.



  1. FlexFoxxx

    Was soll denn der Satz: “Er fand eine alkoholische Restbestände” in dem Bericht. Ist doch etwas unter eurem Niveau – oder?



  2. wolfGang

    ein Tipp fürs nächste Projekt: es müssen nicht immer die teuren Apple-Produkte sein; ein gebrauchter Laptop, über eBay/Amazon gekauft – tuts auch!



  3. steve

    hab mir mal die bilder angeguckt, weil ich eigentlich denke, dass scheitern okay ist. allerdings freut es mich zu sehen, dass es dann doch die richtigen getroffen hat. Geld investiert in dinge, die nicht nötig sind ( MA, “großes” Büro, Schnickschnack etc)
    sucht euch nen Job bei einer großen Firma und vergesst das ganze lieber, weil Ahnung vom führen einer Firma habt ihr nicht



  4. frank

    Passiert nunmal und die Aussicht mit einem Strategen zusammenzugehen lässt oftmals alternative Finanzierungsoptionen vernachlässigen, die Jungs werden den Fehler sicherlich nicht nochmal machen. Hoffentlich sparen sich die hier ansässigen Trolle hämische Kommentare



  5. Sammy

    Ein Detail ist mir aufgefallen: Das Startup bewegte sich laut eigener Aussage im (mittleren) Premiumsegment. Ich verstehe daher nicht, wieso dann bspw. auf der Website die Du-Anrede verwendet wird und es kommunikativ hier und da den Anschein hat, dass es um Backpackers Buchungen geht. Da passen Hotel-Kategorie und Auftritt nicht zusammen. Man gibt sich locker als junges hipes Startup aber hat eigentlich Businessleute etc. als Zielgruppe, die sich Hotels in dieser Preislage wünschen. Das “euch”, “ihr” und “du” hätte in eine klare distanzierte Formel gepackt werden müssen. Adressaten sind m.E. Manager und andere Interessenten, die privilegier angesprochen werden möchten.



  6. Daniel

    richtig, die sache mit der protzigen einrichtung ist beinahe beschämend. wieso nicht lean starten bevor man sich 1400 Euro Laptops bestelt? das zeigt von einem gewissen größenwahn, “mein geld ist das ja nicht”



  7. Stefan

    “…Schritt gehen, die GmbH zu liquidieren.” – bin gespannt, ob es unter den Crowd-Investoren Einigkeit über diesen (sinnvollen) Schritt geben wird.



  8. Julien

    @Sammy: Das ist kein Detail sondern der tragende und zentrale Error im Geschäftsmodell. 4 und 5 Sternehäuser zum Discountpreis anzubieten ist kein Modell, was man in der Breite skalieren kann.
    Ich nehme an, das liegt auch an der fehlenden (Lebens-)Erfahrung der Gründer in diesem “Umfeld”. Im oberen Premiumsegment geht es nicht darum zu sparen. Man zahlt da lieber ein paar Euro mehr, um den Plebs eben nicht dabeizuhaben. Die Hotels können auch niemals glaubhaft Restkapa dort abverkaufen, weil die eigenen Gäste nicht amused sind, wenn da dann lauter Schnäppchenjäger rumturnen.
    Fazit: Geschäftsmodell fail. Aber die Gründer haben’s gut gemacht. Knapp 1 Jahr von Investorengeldern ein lockeres Leben gehabt und einen auf Unternehmer gemacht.
    .
    @Stefan Wolpers 19.: Die kleinen Würstchen haben da mal gar nichts mitzureden.
    .
    Seedmatch macht das über stille Beteiligungen bzw. neuerdings über partiarische Nachrangdarlehen (fehlende Einflussnahmemöglichkeiten!).
    .
    Das ist perfekt: Man zieht den kleinen Möchtegern-Investoren das Geld aus der Tasche. Sie haben im Gegenzug keinerlei Mitspracherecht und können höchstens in ihre Ikea-Tischkante beißen, während die “Start-Ups” sich schöne Mac-Vollausstattung und Designer-Möbel kaufen. *PRUST!!!*
    .
    @Seedmatch: Schon dreist, wie sich Hr. S. jetzt hinstellt und sagt “klar ist, dass eine Vielzahl von Start-ups früher oder später scheitert” – das sollte er den kleinen Möchtegern-Investoren mal vorher sagen und auf seiner Startseite platzieren. Die Failquote ist lt. seriöser Studien übrigens 80%. Am besten auch gleich mit auf die Seite nehmen :)



  9. TK

    Zitat Herr S./Seedmatsch: “Es liegt in der Natur der Sache, dass es bei Start-ups eher die Regel als die Ausnahme ist, dass diese ihren Geschäftsbetrieb einstellen”

    Warum steht diese wichtige Sache nicht auf der Startseite von Seedmatsch?

    Und: Welche Ausbildung hat Herr S. eigentlich?



  10. Manu

    Ich kenne die Jungs nicht und möchte hier niemandem etwas unterstellen, es erweckt aber durch die Bilder für viele den Eindruck: 150K bekommen und den Großteil für überflüssigen Mist rausgehauen, was die Gründer für jegliche unternehmerische Tätigkeit disqualifiziert! Apple evrywhere, neue Möbel, dickes Büro, Kicker, Beamer, JACKEN||Hoodies mit betandsleep drauf?!, hipster Gemälde an der Wand, B-Kopfhörer, komische Sprüche an der Wand, Stempel?! Herrgott, wir bauen unser Startup in unserer sch**** Studentenbude auf. Machen komplett alles selbst, arbeiten 18h am Tag, weil wirs geil finden etwas aufzubauen. Leben wie die letzten Penner und hauen jegliche Einnahmen sofort wieder ins Marketing+Produkt! Wir machen nach 3 Wochen bereits Gewinne und verzichten auf diesen ganzen hipster Lifestyle Mist, der anscheinend bei vielen über dem Produkt steht. Lean ist für manche wohl ein absolutes Fremdwort. Zum Glück gibt es viele wie uns, die nicht durch fachliche oder Produktdefizite einen optischen Hype um sich herum schaffen müssen.
    Das Scheitern hier ist absolut kein Problem, sie haben daraus genug gelernt nehme ich an. Aber die Art und Weise, wie das hier gepaart mit den Bildern veröffentlich wurde.

    Berichtet lieber mal über Startups, die an ihr Produkt glauben und ihre komplette eigene Kohle dafür einbringen. Wir haben langsam genug von dieser Scheinwelt wie sie hier Tag für Tag propagiert wird. Das ist fernab jeglicher Realität. Das hat nichts mehr mit Unternehmertum zu tun. Mehr Sein als Schein würde ich mir wünschen. Ich schau mir jetzt mal das BewerberVideo für dieses Seed Funding an, mal schaun ob ich dann noch Mitleid für die Kleinanleger habe oder sage selbst Schuld.

  11. Die hier geäußerte Kritik bezüglich eines luxuriösen Büros ist für mich nicht zu verstehen. Ich sehe simple Holzplatten auf ein paar Tapezierböcken – und weit uns breit nichts von USM Haller & Co. Was sollen denn solche Kleinigkeiten? Im Grunde ist das Startup wohl dem zum Opfer gefallen, was von vielen in der Planung vernachlässigt wird: die Marketingkosten. Selbstverliebt in die eigene Idee wird vergessen, dass so etwas Geld kostet. Viel Geld. Da ist es dann doch wirklich egal, ob die Rechner auf dem Tisch aus Redmond oder Cupertino kommen.



  12. Steven Smith

    Hallo zusammen,

    bei dem Niveau einiger Kommentare würde ich am liebsten nicht Stellung beziehen, aber einige Sachen kann und will ich nicht unkommentiert stehen lassen.

    Nur weil der ein oder andere ein Macbook oder auch hochwertige Kopfhörer hat, sind wir schlechte Unternehmer? Ich finde dieses Urteil (auf Grundlage von ein paar Fotos) doch höchst fragwürdig. Schon einmal darüber nachgedacht, dass diese Teile alle von privat ein- bzw mitgebracht wurden? Wir haben nicht einen Euro des Seedmatch-Investments dafür ausgegeben.

    Ebenso haben wir Teile der “Designer”-Möbel aus eigener Tasche bezahlt. Die “Designer”-Möbel kommen übrigens allesamt aus der schwedische Designmanufaktur Ikea. Die weiteren Büromöbel haben wir von befreundeten Unternehmen geschenkt bekommen.

    Den Kicker und das Gemälde haben wir übrigens auch geschenkt bekommen.

    Und das “lockere” Leben von Investorengeldern gab es auch nicht. Wir haben uns als Geschäftsführung gerade mal ein Praktikantengehalt (viele Monate auch kein Gehalt) ausgezahlt.

    Wen das eigentliche Thema interessiert, dem würde ich unseren Blogbeitrag bei Seedmatch empfehlen. Hier nehmen wir ausführlich Stellung zum Scheitern unserer Idee.

    Besten Gruß
    Steven



  13. Anonympps

    ist auch egal ob usm haller oder ikea…was hier angesprochen wird ist schon richtig…statt kickern/ musik hören/ office verschönern und am apple spielen und auf hipster unternehmer tun um damit abends bei der freundin zu punkten, mal lieber auf das core business und die idee konzentrieren, dann klappts auch.

  14. Pingback: “Totalausfälle gehören zum Alltag” – Jens-Uwe Sauer von Seedmatch zum Ende von betandsleep :: deutsche-startups.de



  15. Steven Smith

    Ich bin sehr überrascht, dass einem aufgrund einiger Bilder aus dem Office ein gewisses Image unterstellt wird.

    Gerne verweise ich nochmals auf den Blogbeitrag, welcher für Interessierte sicherlich wesentlich sachdienlicher ist, als die Kommentare & Unterstellungen einiger hier.

    Besten Gruß
    Steven



  16. Thaddeus

    Ich finde es beschämend wie sich hier über ein Scheitern ausgelassen wird!! Ich denke nicht das sich ein Unternehmer von anderen wegen seines Büros rechtfertigen muss!! Bitte Leute. Lasst uns über Business streiten aber nicht über die Einrichtung!!! So lean seid ihr auch nicht utnerwegs, denn lean heisst für mich auch mal andere akzeptieren, demut vor den ideen zu zeigen und keine Zeit hier mit Schadenfreude zu verbringen.



  17. Steve

    Die meisten Kommentare sind unterirdisch und realitätsfern.

    Das ist echt fast zum Fremdschämen.

    Deutschland ist definitiv kein gutes Land um zu scheitern…^^

    Ich meine war ja schon vorher klar dass das nix wird.
    Dann auch noch die Gründer die eigentlich nur auf Hipster machen wollten und das Geld rausgehauen haben.

    Super..im Nachhinein ist jeder schlauer und wie man den Rest aus dem 30 Zeiler hier und den Bildern schließen kann – das ist mir ein Rätsel.

    Ich mein das doch alles von IKEA das sieht ein Blinder….
    Aber ich bin mir echt sicher – hättet ihr Möbel und Computer vom Sperrmüll geholt dann wär alles super gewesen.

    Als ob man da Angestellte und Entwickler finden würde….wenn das Büro und die PCs der reinste Schrott sind…



  18. Harry

    “denn lean heisst für mich … keine Zeit hier mit Schadenfreude zu verbringen.”

    Danke. So wahr.

  19. @Steven:

    > Nur weil der ein oder andere ein Macbook oder auch hochwertige Kopfhörer hat, sind wir schlechte Unternehmer? …Schon einmal darüber nachgedacht, dass diese Teile alle von privat ein- bzw mitgebracht wurden?

    Wie habt ihr das Nutzen privater Technik im Dienst mit den betrieblichen Datenschutzanforderungen vereinbart?



  20. Anonmpps

    wen interessiert fucking Datenschutz?



  21. David Stauffer

    Ich habe einfach mal kurz ein paar Preise verglichen, und betandsleep war teilweise 200 % teuer als klassische Portale wie Expedia.de. Ich kenne leider nicht den Buchungsmotor der hinter betandsleep steckte. Aber es scheint ein alternativer motor, zu GDS lösungen gewesen zu sein. Mir scheint es als das die Hotels, die idee vom alternativen vertriebskanal natürlich sehr positiv aufgegriffen haben. Bei dem harten Preiskampf in den klassischen GDS kanälen in dem die buchungsmotoren einen knallharten vergleich ermöglichen und teilweise kommisionen von 20 -30 % für jeden Hotelbuchung durch eine Online Travel Agency ist die suche nach alternativen kanälen für die Hotels ein Dauerthema. Meine Theorie ist, das die Hotelaquise einfach war. Die Hotels konnten ja nur gewinnen, mit der möglichkeit ihre Tarife deutlich zu erhöhen ohne ein Risiko einzugehen. Zur Zeit ist der Trend das Hotels vor allem ihre Kundenloyalität verstärken wollen und ähnlich wie die Airlines ihren eigenen Direktvertrieb stärken wollen. Eigene starke Internetpräsenzen sollen dabei helfen. Als beispiel sei genannt http://www.hilton.com ( Die Onlinepräsenz macht in den USA so mancher OTA konkurrenz ) Das andere Standbein ist Kundenloyalität zu erhöhen, dazu werden wir eine umfangreiche Personalisierung der Angebote erleben. Zum Beispiel: Bei der Buchungsanfrage über ein GDS, wird das Hotel den Kunden erkennen und zum beispiel ein Late checkout gratis anbieten. Von daher war es eine gute Idee aber vielleicht hätte man die Marktentwicklungen besser abschätzen müssen. Zwischen den GDS systemen und den Airlines und Hotels besteht am ende der tage eine Hassliebe. Es führt kein Weg an ihnen vorbei. MfG



  22. David Stauffer

    Ich habe einfach mal kurz ein paar Preise verglichen, und betandsleep war teilweise 200 % teuer als klassische Portale wie Expedia.de. Ich kenne leider nicht den Buchungsmotor der hinter betandsleep steckte. Aber es scheint ein alternativer motor, zu GDS lösungen gewesen zu sein. Mir scheint es als das die Hotels, die idee vom alternativen vertriebskanal natürlich sehr positiv aufgegriffen haben. Bei dem harten Preiskampf in den klassischen GDS kanälen in dem die buchungsmotoren einen knallharten vergleich ermöglichen und teilweise kommisionen von 20 -30 % für jeden Hotelbuchung durch eine Online Travel Agency ist die suche nach alternativen kanälen für die Hotels ein Dauerthema. Meine Theorie ist, das die Hotelaquise einfach war. Die Hotels konnten ja nur gewinnen, mit der möglichkeit ihre Tarife deutlich zu erhöhen ohne ein Risiko einzugehen. Zur Zeit ist der Trend das Hotels vor allem ihre Kundenloyalität verstärken wollen und ähnlich wie die Airlines ihren eigenen Direktvertrieb stärken wollen. Eigene starke Internetpräsenzen sollen dabei helfen. Als beispiel sei genannt http://www.hilton.com ( Die Onlinepräsenz macht in den USA so mancher OTA konkurrenz ) Das andere Standbein ist Kundenloyalität zu erhöhen, dazu werden wir eine umfangreiche Personalisierung der Angebote erleben. Zum Beispiel: Bei der Buchungsanfrage über ein GDS, wird das Hotel den Kunden erkennen und zum beispiel ein Late checkout gratis anbieten. Von daher war es eine gute Idee aber vielleicht hätte man die Marktentwicklungen besser abschätzen müssen. Zwischen den GDS systemen und den Airlines und Hotels besteht am ende der tage eine Hassliebe. Es führt kein Weg an ihnen vorbei.
    MfG



  23. Tobias Fries

    Die Qualität der Kommentare finde ich sachlich und überwiegend gut. Allerdings scheinen bei diesem Projekt die klassischen drei Fehler zusammen gekommen zu sein:

    1.) Ein zu junges und unerfahrenes Team.
    Mit 25 hat man einfach keine Erfahrung, die ja bekanntlich durch nichts als Erfahrung zu ersetzen ist. Und wenn diese fehlt, dann macht man es halt wie alle anderen: Macs, Kicker und QM-Miete > 10 EUR, weil die Startup-Rhetorik ja lehrt, dass eine Anschlussfinanzierung das Ziel ist, nicht etwa ein tragfähiges Geschäftsmodell.
    Lesson learnt für alle Investoren: Nimm Leute über 30, die schon -wirklich- gearbeitet haben (weiss übrigens, wovon ich spreche).

    2.) Ein zum Scheitern verurteiltes Geschäftsmodell
    Die oben geäußerten Punkte zum Thema “Preissensitivität der Zielgruppe”, sowie Alternativkanäle für Hotels sagen eigentlich schon alles. Die Hipster-Du-Ansprache ist ebenso valide als No-Go einzuschätzen. Aber da man ja so jung ist und alles kann, sind frühzeitige Gespräche mit Leuten aus der Branche keine Option, weil die ja von dem “Neuen” keine Ahnung haben und man es ja eh besser und moderner machen will. Dass es in der Hotelbranche und Tourismus allgemein Klickpreise und somit Marketingkosten gibt, die jegliche theoretische Marge EASY auffressen, neeeee – unser Produkt ist ja viel schöner, deshalb werden die Leute schon kommen.

    3.) Ebenso unerfahrene Investoren.
    Wer als Investor die Punkte 1. und 2. nicht erkennt, der trägt Anteile am Scheitern. Dabei meine ich einerseits die Geldgeber, die Kleinbeträge investiert haben, vor allem aber auch diejenigen, die gefeaturte Modelle auswählen und auf ihre Plattform tun. Ein häufiges Problem vieler Investoren ist die mangelnde Branchenexpertise, sowie der Verlass auf die Crowd. Wohinein alle investieren wird schon richtig sein, die anderen werden es schon beurteilen können. So kommt es zu gefährlichen Herdentrieben, wie vor ein paar Jahren bei Couponing, Privatzimmervermittlungen und vielem mehr. Herr Sauer sollte seine Auswahlkriterien versachlichen und veröffentlichen um seine Plattform langfristig am Leben zu halten. Ein wichtiges Argument ist auch immer der bisherige Boot-Strap-Einsatz der Initiatoren. Ein stärkeres Signal als eigenes Risiko kann es kaum geben. Wenn dann noch vor einem finalen Investment die Crowd abstimmt, welches Geschäftsmodell und Team überhaupt Geld sammeln darf, dann dürfte sich die nicht unrealistische 80% Scheiterquote spürbar reduzieren. Ich hoffe, dass Seedmatch es nicht wie ihre eigenen Gründer besser weiss und stattdessen offen für konstruktive Anregungen ist, bevor wir einen solchen Artikel über sie selber lesen müssen.



  24. Tobias Fries

    …aber nochmal etwas, was ich echt cool finde: Foto 4, der Schallschutz an der Schreibtischkante. Sieht preiswert aus, trotzdem schick und hoffentlich funktional. Wer sich sonst schonmal im Bereich Schallschutz umgesehen hat, kennt die Preise.
    Weiss jemand, ob das Modell auf Bild 4 eine Fertiglösung ist oder Marke Eigenbau? Hinweise willkommen. Danke.

  25. Pingback: Crowdfinanziertes Projekt betandsleep wird abgewickelt ‹ startupundvcnews



  26. daniel

    Der Schallschutz ist Marke Eingenbau, hat der Vater von einem Mitarbeiter mit eingebracht. Ich finde es sehr schade das über das Büro so hergezogen wird. Ich habe selbst in dem Büro gearbeitet, jedoch in einer anderen Firma. Also Betandsleep hat sich das Büro sogar geteilt. Die Möbel sind wirklich alle Ikea und die Laptops größtenteils privat eingebracht. Ich kann verstehen, wenn das Geld unnötig in teure Möbel oder Hipstar Klamotten verprasst wird, das man dann sauer wird. Jedoch was das bei Betandsleep nicht der Fall. Und zum Scheitern kann ich nur das sagen:

    “An expert is a man who has made all the mistakes which can be made, in a narrow field.”
    — Niels Henrik David Bohr



  27. Mak

    @Manu: ich stimme dir in den meisten Punkten zu!
    Ich denke, dass der Fluch der Mütter dieses noch junge Unternehmen eingeholt hat. Das Zitat das Geldfluss wichtiger ist als die eigene Mutter mag vielleicht nur ein “wirsindcool” Zitat sein aber am Ende des Tages spiegelt es auch deren soziale Inkompetenz wieder.
    Ein Starten zu bauen ist mehr als Bildchen an der Wand und vor der Kamera posieren. Es ist Hingabe und Leidenschaft alles erdenkliche zu tun damit die Karre auf die Straße kommt und immer genau darauf zu achten das der Tank nicht leer wird. Dafür gibt es einen Liquiditätsplan der mir eigentlich immer zeigt wie weit ich mit meiner Businesskarre fahren kann. Sorry Jungs, wer hier schon versagt hat es nicht anders verdient als zu scheitern!



  28. David Stauffer

    Ich würde ganz gerne mal anmerken das vor allem die bissigen Kommentare von Leuten kommen, die selbst ungerne ihren wirklichen namen preisgeben, und die kommentare zb. von Mak einen faden beigeschmack haben, wenn davon gesprochen wird das es jemand verdient hat zu scheitern.
    Missgunst und neid debatten…

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