Offline! KochAbo nimmt in Deutschland den Topf vom Herd

Der Boom und Hype um die vielen Koch- und Rezeptdienste im Lande neigt sich offenbar dem Ende entgegen. Mit KochAbo (www.kochabo.de) gibt nun der erste Anbieter auf. Bei Facebook schreibt das Team: Liebe […]
Offline! KochAbo nimmt in Deutschland den Topf vom Herd

Der Boom und Hype um die vielen Koch- und Rezeptdienste im Lande neigt sich offenbar dem Ende entgegen. Mit KochAbo (www.kochabo.de) gibt nun der erste Anbieter auf. Bei Facebook schreibt das Team: Liebe KochAbo-Freunde, leider müssen wir euch mitteilen, dass wir von nun an keine Kochabo-Boxen mehr in Deutschland ausliefern werden”. Auf der Website selbst ist davon bisher nichts zu lesen. Dort ist noch immer von einer Sommerpause die Rede.

Besagte Sommerpause sollte bis zum 29.Juli dauern. Bei Facebook heißt es nun: “Unsere letzte Auslieferung erfolgte also am 29. und 30. Juli. Bestellungen für ein späteres Datum werden mit sofortiger Wirkung storniert. Wir möchten uns bei allen Kunden, die KochAbo in den letzten Monaten begleitet und unterstützt haben noch einmal herzlich bedanken”. Da konnte auch Schauspielerin und Moderatorin Janine Kunze als Aushängeschild von KochAbo nicht helfen. In Österreich geht es bei KochAbo dagegen weiter. In seinem Ursprungsland startete das Start-up, welches von Michael Ströck und Philipp Stangl geführt wird, gerade erst einen zweiten Liefertag.

Der Wiener Internet-Inkubator i5invest, der KochAbo unterstützt, brachte den Lebensmittel- und Rezeptdienst im Sommer des vergangenen Jahres nach Deutschland. KochAbo stand seitdem in Konkurrenz zu HelloFresh (www.hellofresh.de), Kochzauber (www.kochzauber.de), KommtEssen (www.kommtessen.de) und Unsere Schlemmertüte (www.schlemmertuete.de) – siehe auch “5 Abo-Rezeptdienste buhlen in Deutschland um Nutzer“. Das Fazit von Kochabo in unserem Vergleich der Dienste lautete im vergangenen Jahr: “Preislich ist der Dienst mit 4,30 Euro pro Gericht (vier Personen, fünf Mahlzeiten) recht günstig. Die Rezepte klingen lecker und abwechslungsreich, sind im Aufwand aber recht unterschiedlich: Viele sind in 20 Minuten zubereitet, mache brauchen jedoch 40 Minuten oder vereinzelt sogar noch länger (vielleicht sind die Angaben aber auch nur realistischer eingeschätzt als bei den Konkurrenten)”. Man darf gespannt sein, ob sich die anderen Koch- und Rezeptdienste langfristig besser schlagen als KochAbo.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.



  1. meistereder

    Dieses Geschaeftsmodell mag zwar in Skandinavien funktionieren – der Durchschnittsdeutsche kauft aber bei Aldi oder Lidl und hat nicht genug Geld fuer solche Dinge zur Verfuegung. Man braucht sich nur die Datenreihe fuer Einzelshandelsumsaetze in DE anzusehen – Stagnation seit 20 Jahren. In DE klappt halt nur “billiger”. “Convenience” spricht die Oberschicht 40+ halt nicht an – da geht die – nicht berufstaetige – Gattin halt zu Kaefer oder KaDeWe oder zum Biomarkt. Und die Zielgruppe der berufstaetigen 20-35 jaehrigen “Singles” haben in DE im Vergleich zu Skandinavien und Frankreich zuwenig “disposable income”…da tuts Dr. Oetker allemal



  2. Sven

    Gebe meistereder recht. In keinem Land wird so beim Essen gespart (an den Kosten) wie hierzulande. Jedenfalls muss ja auch der auf Pump finanzierte A6 immer frisch gewaschen und geföhnt vor dem Haus stehen, damit der Nachbar schaut…
    Ich lasse mir die Sachen einmal die Woche vom regionalen Bio-Landwirt liefern – und nicht quer durch die Republik. Das ist lecker. Yammi.



  3. Dieter Monsen

    Trotz des relativ hohen Preises der Boxen hätte dieses Projekt vielleicht ein Chance gehabt. Jedoch war das Marketing derart durchschnittlich und langweilig, das daraus nur ein Mißerfolg werden konnte. Es ist immer Gleiche, was die Geschäftsführung nicht versaut, versaut dann das Marketing. Schade eigentlich…

  4. ich bin froh, dass ich die Zeit habe selber einkaufen zu gehen und beim kochen auch gerne kreativ bin… Für diejenige die das nicht können finde ich diese Idee ganz gut…immerhin ist es besser als sich von Fertigprodukten zu ernähren. schaade hat’s mit kochabo nicht geklappt :/



  5. Liebeskummer

    Typisch diese Seite nur auf dieselben Unternehmen zu fokussieren, d.h. VC finanzierte Start-Ups. In Norddeutschland gibt es ja auch tischlinedeckdich.de, ein Familienunternehmen, stabil auf dem Markt seit 2011. Und der Journalist sagt “der erste Anbieter gibt jetzt auf”. Meines Wissens hat z.B. schon der Kochabo-Anbieter frischediaet.de vor einigen Monaten den Betrieb eingestellt. Nicht so eng gucken und mehr Recherche, wäre vielleicht auf Platz.

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