Kunsthandel oricura will das “Amazon der Kunst” werden

Wer sich gern Kunst an die Wände hängen möchte, geht normalerweise in eine Galerie. Wer das nicht möchte, kann sich seit Februar 2013 bei der Online-Kunsthandlung oricura (www.oricura.com) umschauen. Dort finden Sammler und […]
Kunsthandel oricura will das “Amazon der Kunst” werden

Wer sich gern Kunst an die Wände hängen möchte, geht normalerweise in eine Galerie. Wer das nicht möchte, kann sich seit Februar 2013 bei der Online-Kunsthandlung oricura (www.oricura.com) umschauen. Dort finden Sammler und Interessierte Kunstwerke verschiedenster Künstler aus den Bereichen Zeichnung, Malerei und Grafik. Daneben informiert die Plattform über die Erschaffer, die Techniken und die zeitliche Epoche.

Der Name oricura steht für “original curated art” und deutet bereits an, was das Kernthema der Online-Galerie ist: Originale Kunstwerke und deren Schöpfer werden von einem Fachteam begutachtet und sowohl für bestehende Sammler als auch Einsteiger in einen stilistischen und epochalen Kontext gesetzt. Mitgründer Tino Kyre erwähnt, dass oricura längerfristig zu einem “Lexilog” werden solle, einem Kunst- und Künstler-Lexikon, aus dem man direkt kaufen kann wie aus einem Katalog. Selbstbewusst fügt Kyre hinzu: “Wir wollen das ‘Amazon der Kunst’ werden, mit einem riesigen und breiten Angebot an Kunstwerken aus dem primären (direkt vom Künstler) und sekundären Markt (Weiterverkäufe). Damit werden wir langfristig die Lücke schließen, die das Sterben der kleinen stationären Galerien und Kunsthändler reißt.”

Kunstwerke weniger bekannter Künstler werden in Kommission genommen

Gehandelt werden Kunstwerke aus den Bereichen Fotografie, Grafik, Malerei, Plastik/Skuptur und Zeichnungen, die zumeist Unikate sind. Zeitlich ordnet sich das Angebot zwischen dem 18. Jahrhundert und der Gegenwart ein, besonders weniger bekannte Künstler möchte die Online-Galerie präsentieren: Aktuell werden, unter anderem, Stücke von Angelika Arendt, Alex Hamilton, Patrick Huber und Noboyushi Araki angeboten. Die Preise beginnen bei 100 Euro, die obere Grenze liegt etwa bei 5.000 Euro. Die Kunstwerke stammen aus verschiedenen Quellen, zum Beispiel von Künstlern selbst, Galeristen, Kunsthändlern oder Sammlern. Nach der fachlichen Begutachtung nimmt oricura die Kunstwerke in Kommission, erstellt Produktfotografien und sorgt für eine sachgerechte Verpackung im eigenen Depot, um die Stücke nach Bestellung zeitnah verschicken zu können. Als zusätzlichen Service bietet der Dienst auch eine Rahmung an.

Screenshot einer Gemälde-Seite der Online-Kunsthandels-Website oricura

Christian Günther, Tino Kyre und Felix Wasmuth gründeten die BG KAUFT KUNST GmbH im August 2012 in Berlin. Günther hat Kunstgeschichte studiert, auch Wasmuth kam zuvor bereits mit dem Thema Kunsthandel in Berührung. Oricura wurde mit Business-Angel-Hilfe bereits durch die Seed-Phase gebracht, eine erste Finanzierung soll nun folgen. Kyre präzisiert: “Unsere Plattform und die notwendigen Geschäftsprozesse sind aufgebaut. Auch die ersten Verkäufe haben wir getätigt. Nun wollen wir unseren Geschäftsausbau beschleunigen. Dazu reden wir mit Investoren.” Das Geschäftsmodell ruht auf einer (ungenannten) Erfolgsprovision nach Verkauf.

Oricura sieht sich stationären Galerien und Online-Plattformen wie beispielsweise auctionata (auctionata.de) gegenüber. Deutsche Start-ups berichtete im November 2012 bereits über artflash (www.artflash.de), das auch eine Plattform für Kunsthandel betreibt, wenngleich unter anderen Voraussetzungen. Artflash bietet zeitgenössische Kunst als “Flash-Sale-Website”, auf der das Angebot alle 14 Tage wechselt.

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* Artflash bietet zeitgenössische Kunst-Editionen

Kommt beruflich aus den Bereichen der Mediengestaltung und der Betreuung demenziell erkrankter Menschen. Seit Ende 2012 ist er freier Journalist mit dem Schwerpunkt Start-ups, interessiert sich aber auch für E-Reading und Open Source.



  1. Petra Panther

    @Amazon der Kunst:

    Ich glaube nicht, dass es weise ist, im Kunstbetrieb sein Ziel und sein Unternehmen namentlich in Verbindung mit Amazon zu bringen..



  2. Ginger

    @Amazon der Kunst:

    Amazon für Kunst klingt gut – Visionen soll man haben ;-)

    Allerdings gibt es mit Saatchi-online und my-artmap.com doch bereits Plattformen, auf welchen sich Künstler präsentieren- und ihre Werke direkt verkaufen können…



  3. Petra Panther

    @Ginger

    Klingt nur gut für die, die das aggressive Geschäftsgebaren von Amazon gegenüber Sellern nicht kennen.



  4. Ginger

    @Petra Panther
    Da gebe ich Dir recht…
    Ich bin gespannt wie sich die Seite entwickelt, stehe aber zu meiner Aussage im vorigen Post.
    Für mich gibt es eben schon Plattformen die da aktiv sind, aber vielleicht setzt sich der Aggressivste durch… Der mit dem meisten Geld dürfte allerdings sicherlich Saatchi sein…

  5. Pingback: Berlin ValleyOnline-Nachrichten aus Berlin - vom 12. Juni 2013

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