15 Fragen an Jan Hendrik Ansink von expertcloud

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein? Es bedeutet Freiheit und Verantwortung. Man bestimmt und verantwortet selbst, was der richtige Weg ist und wie es zu tun ist. Es ist ein […]
15 Fragen an Jan Hendrik Ansink von expertcloud
  • Von Christina Cassala
    Freitag, 15. März 2013
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Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?
Es bedeutet Freiheit und Verantwortung. Man bestimmt und verantwortet selbst, was der richtige Weg ist und wie es zu tun ist. Es ist ein großer Antrieb, wenn man die richtigen Entscheidungen getroffen hat. Für mich ist das die stärkste Form von Motivation.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up?
Und als der Apfel auf den Kopf fiel… Nein, es war ganz einfach kaufmännisches Kalkül. Während meines Studiums habe ich mit einem Investor das Modell eines erfolgreichen US-Gründers beobachtet. Wir haben uns dann alle (mit ihm) getroffen, den Heimatmarkt D-A-CH diskutiert und entschieden, dass wir zusammen ein Unternehmen gründen und das Modell in Europa etablieren.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen?
Mehrere Business Angels haben das Unternehmen zu Beginn finanziert.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine?
In unserem B2B-Geschäft war es ein enormer Kraftakt die ersten Kunden zu gewinnen. Wir haben es geschafft, weil wir gleich mit engem Projektmanagement und hohem Tempo unsere Dienstleistung an den Markt gebracht haben. Sobald der Stein ins Rollen kommt, springt man auf und konzentriert sich auf das richtige Manövrieren.

Was wuürden Sie rückblickend in der Gründungsphase andersmachen?
Ich hätte mehr Optionen gesucht, wie man anders in den bestehenden Markt hätte eintreten können, anstatt das Unternehmen „from scratch“ aufzubauen. Wahrscheinlich hätten wir dadurch noch etwas größere Entwicklungssprünge gemacht.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig?
In unserem B2B-Geschäft ist es in erster Linie sehr guter Vertrieb, flankiert durch systematische Pressearbeit. Wir müssen das Vertrauen von potentiellen Auftraggebern gewinnen, die Vorteile des virtuellen Call Centers klar herausstellen und in der allgemeinen Wahrnehmung präsent sein. Es muss sich weiter verfestigen, dass diese Lösung zukunftsträchtig ist.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstu?tzt?
Der meiste Input kam von meinen Mitgründern, die das Geschäft im ersten Jahr minutiös begleiteten und bei jeder Entscheidung beratend unterstützt haben. Es ist sehr empfehlenswert, erfahrene Mentoren dabei zu haben, die das „big picture“ sehen, mitsteuern und mit ihren Kontakten und eigenen Erfahrungen unterstützen. Dabei sollte man darauf achten, dass diese Hilfestellung wirklich abgerufen werden kann und wertvoll ist.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg?
Der Worst-Case sollte immer noch ein guter Case sein. Nicht hinter einem vermeintlich unfertigen Produkt bzw. Dienstleistung verschanzen. Stattdessen selbstbewusst raus an den Markt gehen und das Feedback in der nächsten Stufe verarbeiten. Ansonsten: dranbleiben, probieren, Rat suchen, ehrlich diskutieren und beharrlich sein. Gründen ist keine Wissenschaft. Die belanglosen Dinge machen oftmals den Erfolg aus.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
Nach wie vor gibt es eine hohe Hemmschwelle für Gründungswillige und private Investoren, neue Unternehmensideen auszuprobieren. Die Erfolgschance gleicht nicht die Konsequenzen aus Fehlläufen aus. Scheitern ist aber Bestandteil des Erfolges. Das ist im Bewusstsein von Politikern und konservativen Unternehmen noch nicht ange-kommen. Die Initiative zur Besteuerung von Veräußerungsgewinnen hat das für mich bewiesen. Die finanziellen Mittel für neue Ideen bleiben damit begrenzt und das Risiko ist sehr hoch. Aus politischer Sicht ließen sich aber mit verhältnismäßig wenig Kapital mehrere Ideen (initial-)finanzieren, so dass schlussendlich ein Erfolg den Wirtschaftsstandort nachhaltig beeinflussen könnte.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten?
Bis ich eine Idee entwickelt hätte, etablierte, internetnahe Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung von Ideen unterstützen oder einem Gründerteam beim Aufbau eines Unternehmens helfen.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschenspielen?
Zalando.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?
Mich hat bisher noch keine historische Epoche in den Bann gezogen. Ich schaue nach vorne. Wenn ich mich entscheiden müsste, dann wäre ich wohl gerne bei Kolumbus dabei gewesen.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld?
Sinnvoll in ein neues und/oder andere Unternehmen investieren.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag?
Raus aufs Fahrrad, Freundin und Freunde einsammeln, Getränke kaufen und im Freien am See oder Fluss den Tag (vorzugsweise in Berlin) verbringen.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Mit Woody Allen.

Im Fokus: Weitere Fragebögen in unserem großen Themenschwerpunkt 15 Fragen an

Zur Person:
Jan Hendrik Ansink studierte BWL, unter anderem in Harvard und Stockholm, und betrat die Online-Szene erstmals 2006 mit seinem Start-up Talentarena, gründete im Folgenden jedoch 2010 expertcloud.

15 Fragen als eBook und in gedruckter Form

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Christina Cassala

Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.



  1. steve

    Wir haben uns dann alle (mit ihm) getroffen, den Heimatmarkt D-A-CH diskutiert und entschieden, dass wir zusammen ein Unternehmen gründen und das Modell in Europa etablieren.

    :-)
    toll! mehr davon..

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